Kettner Edelmetalle
24.08.2026
15:18 Uhr
KI-generiert

Goldman-Partner warnt: KI macht Banker zu Denkfaulen!

Goldman-Partner warnt: KI macht Banker zu Denkfaulen!
Symbolbild: KI-generiert

Ein Spitzenmann von Goldman Sachs schlĂ€gt Alarm — ausgerechnet ĂŒber jene Technologie, die seine Branche gerade im Rekordtempo umbaut. Chris Churchman, Partner der US-Investmentbank und Chef der digitalen Kundenplattform "Marquee", warnt vor einem schleichenden Verlust der DenkfĂ€higkeit an der Wall Street. Seine Aussagen fielen im hauseigenen Podcast "Exchanges" der Bank.

"Wir lagern unser Denken aus"

Churchmans Kernsatz hat es in sich. Es bestehe eine gewaltige Gefahr, dass man im Zeitalter der kĂŒnstlichen Intelligenz das eigene Denken an die Modelle delegiere — mit der Folge einer "kognitiven Atrophie", die es unmöglich mache, noch selbst vom ersten Prinzip her zu argumentieren.

Der Vergleich, den er zieht, kennt jeder: So wie Menschen mit NavigationsgerĂ€ten das Kartenlesen und mit dem Smartphone das Auswendiglernen verlernten, drohten Banker ihre analytischen FĂ€higkeiten zu verlieren, wenn Algorithmen die Schwerarbeit ĂŒbernĂ€hmen.

"Reasoning is still important" — Denken bleibe wichtig, so Churchman. Man mĂŒsse Probleme durchdringen und in ein Argument gießen. Und genau das werde nun delegiert.

Der Lehrlingskultur droht das Aus

Besonders brisant: Die Routinearbeit, an der junge Banker und HĂ€ndler bislang das Handwerk lernten, frisst nun die Maschine. Churchman, der vor seinem Wechsel zu Goldman 2021 den Devisenhandel bei der UBS leitete, nennt ein plastisches Beispiel — NachwuchshĂ€ndler lernten, indem sie unter Aufsicht erfahrener Risikonehmer Kundenanfragen bepreisten.

Automatisieren lasse sich das durchaus, rĂ€umt er ein. Doch bekomme man dann noch Senior-Trader, die wirklich verstĂŒnden, was sie tun? Viel Wissen sei stillschweigend, nie aufgeschrieben, man lerne es nur durch Tun. Selbst Goldman Sachs, so Churchman, habe noch nicht herausgefunden, wie dieser Übergang zu steuern sei.

Medienberichten zufolge prĂŒften Wall-Street-HĂ€user bereits, mithilfe von KI das VerhĂ€ltnis von Junior- zu Senior-Bankern zu drĂŒcken. Übersetzt: Der Einstiegsjob als Ausbildungsstation könnte schlicht verschwinden.

Das EingestÀndnis der Maschine

Die hĂ€rteste Pointe liefert die Software selbst. Als das Entwicklerteam sie hart konfrontiert habe, sei sie wenigstens ehrlich gewesen, berichtet Churchman — sinngemĂ€ĂŸ: Sie sei besser darin, grĂŒndlich zu klingen, als grĂŒndlich zu sein.

FĂŒr die Hochfinanz ist das keine Anekdote, sondern ein Konstruktionsproblem. WĂ€hrend Verbraucher-Chatbots ihre Nutzer routiniert vor Fehlern warnen, liegt die Fehlertoleranz bei Milliardenpositionen bei praktisch null. Die grĂ¶ĂŸte technische HĂŒrde sei deshalb, Antworten zu hundert Prozent faktentreu und prĂŒfbar zu machen.

Wenn die Elite ihre eigene Urteilskraft verliert

Der Befund passt zu Forschungsergebnissen außerhalb der Finanzwelt: Eine viel beachtete Untersuchung des MIT Media Lab beschrieb bei intensiver Nutzung von Sprachmodellen die AnhĂ€ufung einer regelrechten "kognitiven Schuld" — messbar geringere geistige Eigenleistung.

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart das ein Muster, das weit ĂŒber die Wall Street hinausreicht. Wer Urteilskraft an Systeme abgibt, die ĂŒberzeugend formulieren, aber nicht haften, schafft neue AbhĂ€ngigkeiten. Anleger sollten das mitdenken: MĂ€rkte, in denen immer mehr Entscheidungen von denselben Modellen getroffen werden, könnten anfĂ€lliger fĂŒr Herdenverhalten und abrupte AusschlĂ€ge werden.

Physische Edelmetalle bleiben in einem solchen Umfeld das, was sie seit Jahrtausenden sind: ein Wertspeicher ohne Gegenparteirisiko — und eine nĂŒchterne ErgĂ€nzung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Leser ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren.

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