
Fünf Tage, ein Briefing, raus: Trumps Sprecherinnen-Debakel!

Rekord im Weißen Haus, wenn auch keiner, auf den man stolz sein kann: US-Präsident Donald Trump hat seine neue Pressesprecherin Katie Zacharia nach nur fünf Tagen wieder abberufen. Die 41-Jährige hatte den Posten erst am Montag von Karoline Leavitt übernommen. Am Freitag war sie ihn schon wieder los. Gestolpert ist sie über einen verpatzten Auftritt vor der Presse und über die Frage, ob sie sich überhaupt Anwältin nennen durfte.
Das Ende kam mitten im Interview
Wie sie von ihrem Aus erfuhr, könnte aus einer Politsatire stammen. Laut dem Wall Street Journal saß Zacharia in ihrem neuen Büro im Westflügel und sprach gerade mit drei Reportern der Zeitung über ihre Pläne. Auf dem Regal standen noch ihre paar persönlichen Sachen: eine Orchidee, ein Lockenstab, ein Paar Schuhe und eine Kosmetiktasche.
Dann klopfte Trumps Spitzenberater Jason Miller an die Tür. Vizepräsident JD Vance wolle sie kurz sprechen, hieß es. Zacharia ging hinaus und kam nicht zurück. Keine Stunde später war ihre Amtszeit offiziell vorbei.
14 Minuten, die alles entschieden
Den entscheidenden Schaden hatte sie wohl schon am Dienstag erlitten. Bei ihrem ersten und einzigen regulären Briefing las sie vor allem vorbereitete Texte ab. Sie ließ nur drei Journalisten zu Wort kommen und brach den Termin nach rund 14 Minuten ab. Medienberichten zufolge hatte man sie erst eine Woche vorher angerufen und am Freitag zum Gespräch gebeten. Den Job bekam sie sofort. Weil der Montag in den USA ein Feiertag war, habe sie ihre Briefing-Unterlagen nach eigener Aussage erst am Dienstagmorgen erhalten. Gründlich vorbereitet sieht anders aus.
Am meisten schadete ihr eine Frage zu ihrer Ausbildung. Zacharia hatte sich mehrfach als Anwältin bezeichnet, und auch Trump hatte sie so vorgestellt. Gefragt, wo sie die Zulassungsprüfung abgelegt habe, verwies sie zunächst auf ihren Umzug nach China.
Abschluss ja, Anwaltszulassung nein
Später gab sie bei Fox News zu, dass sie die Anwaltsprüfung in Kalifornien nicht bestanden habe. Einen zweiten Versuch habe sie nicht unternommen, weil sie mit ihrem Mann nach China gezogen sei. Sie hat einen Jura-Abschluss der Pepperdine University, aber keine amerikanische Zulassung. Zur Verteidigung sagte sie, sie habe juristische Analysen erstellt, aber nie Mandanten vertreten. Fachleute hätten ihr bestätigt, dass sie sich als Juristin bezeichnen dürfe.
Überzeugt hat das nicht einmal Trumps Lieblingssender. Fox-Moderator Sean Hannity wollte wissen, warum sie nicht von Anfang an offen gesagt habe, dass sie durchgefallen sei und danach etwas anderes gemacht habe. Eine Frage, die sich wohl viele Zuschauer stellten.
Wer hat hier eigentlich geprüft?
Laut Wall Street Journal war auch der Präsident unzufrieden. Trump hatte Zacharia am 9. Oktober überraschend ausgewählt. Unterstützt wurde sie unter anderem von der früheren Heimatschutzministerin Kristi Noem und dem TV-Moderator Greg Kelly. Vorher hatte Zacharia für Trumps Medienkonzern gearbeitet und war kurz Sprecherin des Heimatschutzministeriums.
Noch am Freitagvormittag sagte Trump, er habe ihr geraten, über ihre Entscheidung noch einmal nachzudenken. Die Medien seien sehr hart mit ihr umgegangen, und er wolle, dass sie glücklich sei. Das Weiße Haus lobte sie danach weiter und kündigte eine neue Aufgabe an, ohne zu sagen, welche. Zacharia selbst erklärte, sie habe unter schwierigen Umständen ihr Möglichstes getan.
Mit fünf Tagen unterbietet sie sogar Anthony Scaramucci. Er musste 2017 nach elf Tagen als Kommunikationsdirektor gehen. Diesmal ist der Zeitpunkt aber besonders ungünstig: Nur wenige Wochen vor den Zwischenwahlen hat die mächtigste Regierung der Welt keine Pressesprecherin. Einen Nachfolger gibt es noch nicht. Trump sagte nur, es gebe viele Interessenten. In jedem Unternehmen würde man nach so einem Fall das Auswahlverfahren gründlich überprüfen.










