Kettner Edelmetalle
11.11.2025
18:40 Uhr

Flugchaos in den USA: Wenn Politik das Reisen zur Tortur macht

Die amerikanischen FlughĂ€fen versinken im Chaos. Sechs Prozent aller FlĂŒge an 40 großen US-Airports wurden heute gestrichen - und das ist erst der Anfang. Was sich wie ein schlechter Film anhört, ist die bittere RealitĂ€t fĂŒr Millionen von Reisenden, die Opfer eines politischen Machtkampfes werden, der nun schon 42 Tage andauert.

Der lÀngste Shutdown der Geschichte fordert seinen Tribut

WĂ€hrend in Washington die Politiker ihre Spielchen treiben, stehen an den FlughĂ€fen verzweifelte Passagiere vor annullierten Anzeigetafeln. Die Federal Aviation Administration (FAA) sah sich gezwungen, drastische Maßnahmen zu ergreifen: Heute wurden bereits 1.201 FlĂŒge gestrichen, weitere 1.528 verspĂ€teten sich erheblich. United Airlines hat vorsorglich eine landesweite Liste von Streichungen bis Mittwoch veröffentlicht.

Besonders hart trifft es die Drehkreuze in New York, Chicago, Atlanta, Denver, Boston, Charlotte und Dallas. Hier zeigt sich, was passiert, wenn ideologische GrabenkÀmpfe wichtiger werden als das Funktionieren eines Landes.

Die Eskalationsspirale dreht sich weiter

Transportminister Sean Duffy warnte eindringlich, dass die Streichungen schon bald auf ĂŒber 20 Prozent ansteigen könnten. Die FAA plant bereits, die AusfĂ€lle bis Donnerstag auf acht und bis Freitag auf zehn Prozent zu erhöhen - sollte der Shutdown andauern. Man stelle sich vor: Jeder fĂŒnfte Flug könnte bald ausfallen, wĂ€hrend die Thanksgiving-Reisewelle bevorsteht.

"War Ihr Flug verspĂ€tet oder gestrichen? Bedanken Sie sich bei einem Demokraten! All dieses Chaos hĂ€tte vermieden werden können, hĂ€tten die Demokraten vor ĂŒber 40 Tagen die Amerikaner ĂŒber die Politik gestellt."

Diese Worte des republikanischen Abgeordneten Andy Biggs mögen polemisch klingen, treffen aber einen wunden Punkt. TatsĂ€chlich haben erst acht demokratische Senatoren ihre Parteilinie verlassen und fĂŒr einen ĂŒberparteilichen Gesetzentwurf gestimmt - vermutlich erst, als ihnen dĂ€mmerte, welches Desaster sie angerichtet haben.

Trump greift durch - mit Zuckerbrot und Peitsche

PrĂ€sident Trump, bekannt fĂŒr seine direkten Ansagen, forderte alle Fluglotsen auf, sofort zur Arbeit zurĂŒckzukehren. Wer sich weigere, werde "erheblich gekĂŒrzt". Gleichzeitig stellte er denjenigen, die trotz ausbleibender GehĂ€lter ihren Dienst versahen, einen Bonus von 10.000 Dollar in Aussicht - fĂŒr "ausgezeichneten Dienst am Vaterland".

Diese Mischung aus Drohung und Belohnung zeigt, wie verzweifelt die Lage ist. Fluglotsen und TSA-Mitarbeiter arbeiten seit 42 Tagen ohne Bezahlung. Man kann es ihnen kaum verdenken, wenn sie irgendwann nicht mehr erscheinen.

Die WettmÀrkte sehen Licht am Ende des Tunnels

Immerhin gibt es einen Hoffnungsschimmer: Die Wettplattform Polymarket zeigt eine 95-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass die Regierung bis Samstag wieder öffnet. Offenbar hat die Aussicht auf ein landesweites Reisechaos wÀhrend der geschÀftigsten Reisezeit des Jahres selbst die verbohrtesten Ideologen zur Vernunft gebracht.

Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack. WĂ€hrend in Deutschland ĂŒber VerspĂ€tungen von ein paar Minuten geklagt wird, zeigt sich in den USA, wohin es fĂŒhrt, wenn Politik zur reinen Machtdemonstration verkommt. Die amerikanischen BĂŒrger zahlen den Preis - in Form von gestrichenen FlĂŒgen, verpassten Familienfeiern und dem Vertrauen in ein funktionierendes Staatswesen.

Vielleicht sollten sich auch deutsche Politiker diese Lektion zu Herzen nehmen, bevor sie das nĂ€chste Mal aus ideologischen GrĂŒnden das Land lahmlegen wollen. Die Quittung bekommen am Ende immer die BĂŒrger - und die vergessen solche Eskapaden nicht so schnell.

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