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11.08.2026
08:35 Uhr
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Faucis Handy ausgewertet: Was er Schwangeren nicht sagte

Faucis Handy ausgewertet: Was er Schwangeren nicht sagte
Symbolbild: KI-generiert

Zwei republikanische US-Senatoren haben am Montag die ersten Textnachrichten aus dem Diensthandy von Anthony Fauci veröffentlicht. Der einflussreichste Corona-Berater der USA soll darin im Januar 2021 intern ein theoretisch mögliches Fehlgeburtsrisiko nach der zweiten Impfdosis angesprochen haben. Öffentlich sprach er kurz darauf von „keinen Warnsignalen“.

Die Nachricht vom 25. Januar 2021

Laut den von Rand Paul und Ron Johnson publizierten Dokumenten schrieb Fauci an die damalige CDC-Chefin Rochelle Walensky und den spĂ€teren Surgeon General Vivek Murthy, er habe sich „noch etwas weiter umgehört“ – und es sei ein weiteres Thema aufgekommen, ĂŒber das die beiden Bescheid wissen mĂŒssten.

„Da viele Menschen nach der zweiten Dosis einen ausgeprĂ€gten Zytokinsturm und Fieber haben, könnte dies theoretisch mit Fehlgeburten im ersten Trimester in Zusammenhang stehen.“

Zytokine sind Botenstoffe des Immunsystems, die EntzĂŒndungsreaktionen auslösen. Walensky habe geantwortet, das sei „definitiv ein guter Punkt“ – „insbesondere nach der zweiten Dosis“. Murthy soll ergĂ€nzt haben, er höre ebenfalls Sorgen aus der Bevölkerung.

Neun Tage spÀter: Beruhigung im Livestream

Wenige Tage danach erklĂ€rte Fauci in einem Livestream des Fachjournals JAMA, die Arzneimittelbehörde FDA habe „bislang – und wir mĂŒssen vorsichtig sein, aber bislang – keine Warnsignale“ bei Schwangeren festgestellt. Genau diese Diskrepanz zwischen internem Zweifel und öffentlicher Entwarnung treibt die Senatoren an: Sie sprechen von einer Frage der informierten Zustimmung.

Zur Einordnung gehört auch: Aus den Nachrichten geht laut Berichten hervor, dass Fauci damals auf ĂŒber 10.000 bereits geimpfte Schwangere verwies, bei denen keine Probleme aufgetreten seien, und dass er bei fehlenden Daten Risiken und Nutzen abwĂ€gen wollte. Die US-Gesundheitsbehörde CDC verweist heute auf Studien mit mehr als einer Million geimpfter Schwangerer, in denen sich kein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko gezeigt habe.

34.000 Nachrichten – und ein Streit um Aussagen

Das Gesundheitsministerium HHS hatte die Daten des Diensttelefons Anfang August an einen Senatsunterausschuss ĂŒbergeben. Es soll sich um mehr als 34.000 Textnachrichten und 522 Sprachnachrichten handeln – die Veröffentlichung war nur der erste Schwung.

Kurz zuvor hatte der Heimatschutzausschuss des Senats einen Antrag an das Justizministerium beschlossen, gegen Fauci wegen Missachtung des Kongresses zu ermitteln. Bei seiner Anhörung Ende Juli soll er sich Berichten zufolge ĂŒber 100 Mal auf sein Aussageverweigerungsrecht berufen haben. Nun laden die Republikaner ihn zu einem protokollierten Interview.

Fauci war jahrzehntelang Chef des US-Instituts fĂŒr Infektionskrankheiten und medizinischer Chefberater von Joe Biden. Kurz vor Trumps AmtseinfĂŒhrung begnadigte Biden ihn vorsorglich – zum Schutz vor „grundloser und politisch motivierter Strafverfolgung“, wie es damals hieß.

Und was ist mit Deutschland?

Aus Sicht unserer Redaktion ist der eigentliche Sprengstoff nicht die medizinische Hypothese, sondern der Umgang mit Unsicherheit. Wer intern abwĂ€gt und nach außen nur beruhigt, beschĂ€digt Vertrauen dauerhaft – und liefert genau jenen Zweiflern Argumente, die er kleinhalten wollte.

In Deutschland soll eine Enquete-Kommission des Bundestages die Corona-Politik aufarbeiten. Kritiker halten das fĂŒr zahnlos: Kein Ausschuss mit Zwangsmitteln, keine ausgewerteten Diensthandys, keine Zeugen unter Eid. Die Amerikaner zeigen gerade, wie unbequem echte Aktenöffnung wird. WĂ€re das nicht ein Maßstab, an dem sich Berlin messen lassen mĂŒsste?

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine medizinische, rechtliche oder steuerliche Beratung dar. FĂŒr individuelle Gesundheitsfragen ist Ă€rztlicher Rat unerlĂ€sslich.

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