
Eskalation am Golf: Europa zittert vor US-Militärschlag gegen den Iran

Die geopolitische Lage im Nahen Osten spitzt sich dramatisch zu. Während im Iran nach den schwersten Massenprotesten seit Jahren eine gespenstische Ruhe eingekehrt ist, verdichten sich die Anzeichen für einen unmittelbar bevorstehenden amerikanischen Militärschlag. Europäische Regierungsvertreter rechnen offenbar mit einem Angriff innerhalb der nächsten 24 Stunden – eine Einschätzung, die angesichts der hektischen Truppenbewegungen und diplomatischen Warnungen durchaus plausibel erscheint.
Alarmstufe Rot: US-Militär evakuiert Stützpunkte
Die Zeichen stehen auf Sturm. Auf dem Militärstützpunkt Al-Udeid in Katar, dem größten amerikanischen Vorposten im Nahen Osten, hat die Evakuierung Hunderter Soldaten begonnen. Was offiziell als „Vorsichtsmaßnahme" bezeichnet wird, lässt bei Beobachtern sämtliche Alarmglocken schrillen. Die US-Botschaft in Doha rät mittlerweile von nicht notwendigen Fahrten zum Stützpunkt ab – ein untrügliches Zeichen dafür, dass Washington sich auf alle Eventualitäten vorbereitet.
Auch in Kuwait wurden nicht dringend benötigte Botschaftsmitarbeiter zeitweise von vier Militärstützpunkten abgezogen. Der Iran sperrte über Nacht seinen gesamten Luftraum, öffnete ihn jedoch nach knapp fünf Stunden wieder. Großbritannien warnte seine Staatsbürger unterdessen vor nicht notwendigen Reisen nach Israel. Die Nervosität in der Region ist mit Händen zu greifen.
Trump zwischen Drohgebärden und Entspannungssignalen
US-Präsident Donald Trump, der dem iranischen Regime bereits mehrfach mit einem entschlossenen Eingreifen gedroht hatte, sendete am Mittwoch überraschend versöhnliche Signale. Man habe die Information erhalten, dass es im Iran keine Pläne für Hinrichtungen von Demonstranten gebe, erklärte der Republikaner im Weißen Haus. „Uns wurde gesagt, dass die Tötungen im Iran aufhören", so Trump. Er hoffe, dass dies der Wahrheit entspreche.
Doch Vorsicht ist geboten: Auch die verheerenden US-Angriffe auf das iranische Atomprogramm im vergangenen Jahr kamen völlig überraschend – nur Stunden nachdem Trump noch von Verhandlungen gesprochen hatte. Der unberechenbare Führungsstil des amerikanischen Präsidenten macht jede Prognose zum Glücksspiel.
Irans Justizminister kündigt „maximale Härte" an
Im Iran selbst herrscht derweil eine bedrückende Stille. Die Massenproteste, die Ende Dezember durch eine schwere Wirtschaftskrise ausgelöst wurden und sich rasch zu politischen Demonstrationen gegen das autoritäre Herrschaftssystem entwickelten, sind vorerst abgeebbt. Das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte und die Androhung drakonischer Strafen zeigen offenbar Wirkung.
Justizminister Amin-Hussein Rahimi ließ keinen Zweifel an der Entschlossenheit des Regimes aufkommen: „Das war überhaupt kein Protest mehr, sondern ein vollumfänglicher innerer Krieg." Die Justiz hatte bereits in der vergangenen Woche „maximale Härte" angekündigt – eine Drohung, die angesichts der Brutalität des iranischen Sicherheitsapparats niemand auf die leichte Schulter nehmen sollte.
Tausende Tote: Das wahre Ausmaß der Gewalt
Die offiziellen Opferzahlen bleiben im Dunkeln. Während Außenminister Abbas Araghtschi gegenüber dem US-Sender Fox News von „Hunderten Toten" sprach, zeichnen Menschenrechtsorganisationen ein weitaus düstereres Bild. Die in Oslo ansässige Gruppe Iran Human Rights beziffert die Zahl der getöteten Demonstranten auf erschreckende 3.428 – wobei die tatsächliche Zahl noch deutlich höher liegen könnte.
Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht. Das Regime hat die Bevölkerung seit gut einer Woche vom Internet abgeschnitten und damit einen Informationsblackout verhängt, der an die dunkelsten Kapitel autoritärer Herrschaft erinnert. Erst seit Dienstag können Iraner wieder ins Ausland telefonieren – Rückrufe auf iranische Nummern bleiben jedoch unmöglich.
Welche Optionen hat Washington?
Die Palette möglicher amerikanischer Reaktionen ist breit gefächert. Neben klassischen Luftangriffen ziehen Experten auch Cyberattacken, gezielte Angriffe auf Offiziere oder paramilitärische Einheiten sowie verschärfte Sanktionen im Ölsektor in Betracht. Letzterer gilt als Lebensader des iranischen Staates und wäre ein empfindlicher Hebel.
Ob begrenzte Militärschläge tatsächlich einen Regimewechsel herbeiführen könnten, wird jedoch von Analysten bezweifelt. Ali Vaez von der International Crisis Group bringt es auf den Punkt: „Für einen erfolgreichen Regimewechsel braucht es Risse an der Spitze und eine tragfähige Alternative von unten. Keine dieser Bedingungen ist derzeit gegeben."
Die Hoffnung der Freiheitskämpfer
Für viele Iraner im In- und Ausland ist Trump dennoch die letzte Hoffnung. Reza Pahlavi, der im Exil lebende Sohn des 1979 gestürzten Schahs, hatte zu den landesweiten Demonstrationen aufgerufen. In Mailand und anderen westlichen Städten fordern Demonstranten den US-Präsidenten auf, sich für die Protestbewegung stark zu machen.
Es ist eine bittere Ironie der Geschichte: Ausgerechnet jener Donald Trump, den europäische Eliten so gerne als Gefahr für die Weltordnung darstellen, erscheint vielen unterdrückten Iranern als Hoffnungsträger. Während sich die Bundesregierung in Berlin mit Gendersternchen und Klimazielen beschäftigt, kämpfen Menschen im Iran um ihr nacktes Überleben – und blicken nach Washington, nicht nach Brüssel.
Die kommenden Stunden werden zeigen, ob Trump seinen Worten Taten folgen lässt. Die Welt hält den Atem an.










