
Drei Einschläge in der Straße von Hormus: Öl über 90 Dollar!

Ein Tanker ist am Montag beim Durchqueren der Straße von Hormus von drei Geschossen getroffen worden. Die britische Behörde für maritime Handelsoperationen (UKMTO) meldete den Vorfall am Dienstag: Das Schiff fuhr im südlichen Fahrwasser nahe der omanischen Küste, Verletzte gab es nach bisherigen Angaben nicht. Woher die Projektile kamen, ist offiziell ungeklärt.
Der Angriff fällt in eine Woche, in der die USA und der Iran erstmals seit über einem Monat wieder direkt aufeinander schossen. Der Krieg geht inzwischen in seinen siebten Monat.
Schlag, Gegenschlag – und eine Insel als Zünder
Nach Darstellung der amerikanischen Seite nahmen US-Streitkräfte am Sonntag zwei iranische Raketenwerfer auf der Insel Larak ins Visier; dabei sollen drei Menschen ums Leben gekommen sein. Washington begründete den Einsatz damit, Teheran habe Raketen mit Seeminen in die Meerenge feuern wollen.
Larak liegt mitten in der Straße von Hormus und gilt als militärischer Kontrollpunkt, über den iranische Kräfte den Schiffsverkehr überwachen. Die Antwort folgte prompt: Am Montag griff der Iran zwei US-Stützpunkte in Jordanien an. Die Revolutionsgarden meldeten zudem den Abschuss einer amerikanischen MQ-9-Drohne über der östlichen Meerenge.
Trump droht – Analysten sehen kalkulierte Nadelstiche
US-Präsident Donald Trump kündigte im Gespräch mit Fox News eine Reaktion an. Man werde hart zuschlagen, sagte er sinngemäß, es werde eine Antwort geben. Aus dem Oval Office hieß es Medienberichten zufolge, Finanzsystem, Streitkräfte und Führungsapparat des Iran seien weitgehend geschwächt.
„Das heißt nicht, dass wir sie nicht doch verprügeln, um zu sehen, was passiert."
Fachleute deuten den Schlag gegen Larak eher als gezielte Bestrafung denn als Kurswechsel. Ali Vaez von der International Crisis Group erklärte, indem die USA die Abschussrampen und nicht die breitere Militärinfrastruktur trafen, bestraften sie ein konkretes Verhalten – vorerst ohne die Kriegsziele auszuweiten. Jason Brodsky von United Against Nuclear Iran sprach davon, dass Washington damit die Blockade durchsetze; im Kern sei das ein Ausdauerwettbewerb.
Der teuerste Flaschenhals der Welt
Warum das jeden deutschen Autofahrer angeht? Durch die nur rund 33 Kilometer schmale Meerenge fließt ein erheblicher Teil des weltweit seetransportierten Öls. Jede Rakete dort ist damit auch eine Preisrakete.
Brent kletterte über die Marke von 90 US-Dollar und notierte zuletzt bei 91,08 Dollar je Fass, die US-Sorte WTI legte auf 86,65 Dollar zu. US-Finanzminister Scott Bessent sagte am Rande des G20-Treffens der Finanzminister, der Iran schlage militärisch um sich, weil die neuen Sekundärsanktionen gegen Käufer iranischen Öls wirkten.
Was das für Sparer bedeutet
Für Deutschland, dessen Industrie ohnehin unter hohen Energiekosten und einer klimapolitisch getriebenen Kostenlast ächzt, ist teures Öl Gift. Höhere Energiepreise sickern über Transport, Produktion und Heizkosten in die Inflation – und damit in jeden Einkaufswagen.
Am Edelmetallmarkt bleibt die geopolitische Nervosität spürbar: Der Goldpreis lag am 1. September bei rund 4.440 US-Dollar beziehungsweise etwa 3.824 Euro je Feinunze. Physisches Gold und Silber haben sich in solchen Phasen historisch als nervenschonende Beimischung eines breit gestreuten Vermögens bewährt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren, und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.
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