
Doppelmoral der Linken: Wenn „Grönland den Grönländern" plötzlich kein Problem mehr ist

Ein bemerkenswertes Schauspiel politischer Akrobatik liefert derzeit die Linke-Politikerin Özlem Alev Demirel. Die Europaabgeordnete postete auf Instagram die Parole „Grönland gehört den Grönländern. Punkt!" – und löste damit eine Debatte aus, die einmal mehr die ideologischen Verrenkungen der deutschen Linken offenbart.
Die selektive Empörungsmaschinerie
Was wäre wohl geschehen, hätte ein konservativer Politiker „Deutschland den Deutschen" gepostet? Die Antwort kennt jeder, der die politische Landschaft in Deutschland auch nur oberflächlich verfolgt: Ein Sturm der Entrüstung, Rücktrittsforderungen und womöglich staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen Volksverhetzung nach § 130 StGB. Doch wenn eine Linke-Politikerin dieselbe sprachliche Konstruktion verwendet – nur eben mit Grönland statt Deutschland – dann handelt es sich plötzlich um eine legitime Verteidigung der Souveränität.
Demirel verteidigt ihren Beitrag mit dem Hinweis auf den geopolitischen Kontext: Donald Trumps Besitzansprüche auf das zu Dänemark gehörende Territorium. Die Menschen in Grönland müssten „frei über ihre Zukunft" entscheiden können, so die Politikerin gegenüber der Berliner Zeitung. Es gehe um Selbstbestimmung und den Schutz vor Kolonialisierung.
Kontext als Freifahrtschein?
Interessant ist dabei die Argumentation ihrer Parteigenossin Tanas Giahparvar, die den Vergleich mit „Deutschland den Deutschen" als „stark belastete, rechtsextreme Aussage" abtut, die „Ausländer ausschließt". Die Grönland-Parole hingegen sei eine „politische Aussage gegen externe Ansprüche".
„Wie wer auf welcher Seite der Geschichte stehen will, soll jeder für sich entscheiden"
Diese Worte der Kölner Linken-Sprecherin klingen fast schon zynisch, wenn man bedenkt, dass dieselben politischen Kreise anderen Menschen genau diese Entscheidungsfreiheit regelmäßig absprechen. Wer in Deutschland für den Erhalt der eigenen Kultur und Identität eintritt, wird schnell in die rechtsextreme Ecke gestellt. Wer dasselbe für Grönländer fordert, gilt als progressiver Verteidiger indigener Rechte.
Die demografische Realität wird ausgeblendet
Besonders pikant wird die Debatte, wenn man sie vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Deutschland betrachtet. Der beliebteste Vorname für Neugeborene in Berlin ist seit Jahren Mohammed – ein Faktum, das auf Statista nachvollziehbar dokumentiert ist. Wer diese Entwicklung kritisch hinterfragt oder gar die Frage stellt, ob Deutschland nicht auch den Deutschen gehören sollte, muss mit massiven Anfeindungen rechnen.
Die Linke-Politikerin hat mittlerweile die Kommentarfunktion unter ihrem Instagram-Beitrag deaktiviert. Bisherige Kommentare sind nicht mehr einsehbar. Ein bezeichnender Schritt, der zeigt, dass auch die vermeintlichen Verfechter des offenen Diskurses kritische Stimmen lieber zum Schweigen bringen, als sich mit ihnen auseinanderzusetzen.
Ein Lehrstück in politischer Doppelmoral
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, eine Sozialdemokratin, hatte die Formulierung „Grönland den Grönländern" bereits im April 2025 verwendet, um Trumps Annexionsgelüste zurückzuweisen. Der US-Präsident hatte zu Jahresbeginn Ansprüche auf das Territorium erhoben und sogar einen militärischen Einsatz nicht ausgeschlossen.
Dass sich die Linke nun hinter diese Parole stellt, ist politisch nachvollziehbar. Was jedoch bitter aufstößt, ist die offensichtliche Ungleichbehandlung: Patriotismus für andere Völker wird beklatscht, während derselbe Patriotismus für das eigene Volk als faschistisch gebrandmarkt wird. Diese ideologische Schizophrenie ist symptomatisch für eine politische Linke, die sich längst von den Interessen der deutschen Arbeiterschaft verabschiedet hat.
Die Bundesgeschäftsstelle der Linken teilte der Berliner Zeitung mit, dass sie Demirels Beitrag „nichts hinzuzufügen" habe. Eine Aussage, die mehr verrät, als sie verbergen soll: Die Partei steht geschlossen hinter der Doppelmoral ihrer Abgeordneten.










