
Dobrindts Geld-Fiasko: Afghanen pfeifen auf Nicht-Einreise-PrÀmie
Was fĂŒr eine peinliche Klatsche fĂŒr Bundesinnenminister Alexander Dobrindt! Der CSU-Mann wollte sich mit einem vermeintlich cleveren Schachzug aus der Afghanistan-Misere befreien, doch die RealitĂ€t holt ihn gnadenlos ein. Sein Ministerium bot den rund 700 in Pakistan wartenden Afghanen Geld dafĂŒr an, dass sie auf ihre bereits zugesagte Einreise nach Deutschland verzichten. Das Ergebnis? Ein Desaster erster GĂŒte.
Nur fĂŒnf Familien beiĂen an
Nach Ablauf der Frist am gestrigen Tag herrscht im Innenministerium betretenes Schweigen. WĂ€hrend eine Ministeriumssprecherin noch von "andauernden Auswertungen" faselt, sprechen die Zahlen bereits eine deutliche Sprache. Eva Beyer von der Hilfsorganisation Kabul LuftbrĂŒcke schĂ€tzt, dass maximal fĂŒnf Familien auf das fragwĂŒrdige Angebot eingegangen seien. Bei 700 Betroffenen entsprĂ€che das einer Quote von weniger als einem Prozent â ein vernichtendes Zeugnis fĂŒr Dobrindts Strategie.
Die Afghanen, die Deutschland einst als OrtskrĂ€fte unterstĂŒtzten und dafĂŒr ihr Leben riskierten, lassen sich offenbar nicht mit ein paar Euro abspeisen. Sie wissen genau, was sie in ihrer Heimat erwartet: Verfolgung, Folter und möglicherweise der Tod durch die Taliban. Da wirkt das Angebot des Innenministeriums wie blanker Hohn.
Pakistan verliert die Geduld
Besonders brisant wird die Situation durch die tickende Uhr in Pakistan. Die dortige Regierung hatte bislang stillgehalten, weil Berlin vollmundig versprochen hatte, alle Afghanen wĂŒrden bis Ende Dezember das Land verlassen. Nun steht Dobrindt mit heruntergelassenen Hosen da. Was passiert, wenn Pakistan die Geduld verliert? Die Antwort ist so simpel wie erschreckend: Abschiebung zurĂŒck nach Afghanistan, direkt in die Arme der Taliban.
"Dieses vergiftete Angebot ist zynisch und eine moralische BankrotterklÀrung"
So bringt es GrĂŒnen-Innenpolitikerin Schahina Gambir auf den Punkt. Und sie hat recht: WĂ€hrend die Bundesregierung Taliban-Vertreter als Diplomaten hofiert, sollen diejenigen, die von eben diesen Extremisten bedroht werden, auf ihre Sicherheit verzichten. Das ist nicht nur zynisch, es ist ein Armutszeugnis fĂŒr ein Land, das sich gerne als Hort der Menschenrechte prĂ€sentiert.
Gerichte zeigen der Regierung die rote Karte
Als wĂ€re die Blamage nicht schon groĂ genug, bekommt das Innenministerium auch noch juristisch die Quittung. Beim Verwaltungsgericht Berlin stapeln sich die Eilverfahren â 117 waren es Ende Oktober. Von den bisher entschiedenen 67 FĂ€llen gingen sage und schreibe 49 zugunsten der Afghanen aus. Die Gerichte erteilen Dobrindts Verzögerungstaktik damit eine schallende Ohrfeige.
Diese Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Die deutsche Justiz sieht die moralische und rechtliche Verpflichtung gegenĂŒber den afghanischen OrtskrĂ€ften offenbar anders als der Innenminister. WĂ€hrend Dobrindt auf Zeit spielt und hofft, das Problem möge sich von selbst lösen, pochen die Richter auf die Einhaltung gegebener Zusagen.
Ein Trauerspiel deutscher FlĂŒchtlingspolitik
Was bleibt, ist ein Trauerspiel, das symptomatisch fĂŒr die aktuelle deutsche FlĂŒchtlingspolitik steht. Statt klare Kante zu zeigen und zu den gegebenen Versprechen zu stehen, versucht man sich mit billigen Tricks aus der Verantwortung zu stehlen. Die Afghanen, die ihr Leben fĂŒr deutsche Interessen riskiert haben, werden zum Spielball politischer Manöver degradiert.
Die GroĂe Koalition unter Friedrich Merz hatte versprochen, einen neuen Kurs in der Migrationspolitik einzuschlagen. Doch was wir hier sehen, ist alter Wein in neuen SchlĂ€uchen. Statt Probleme zu lösen, werden sie verschleppt. Statt Verantwortung zu ĂŒbernehmen, wird getrickst und getĂ€uscht.
Das Fazit dieser Posse: Die Afghanen haben Dobrindt eine Lektion erteilt. Sie lassen sich ihre WĂŒrde und ihre berechtigten Hoffnungen nicht abkaufen. Nun muss die Bundesregierung endlich Farbe bekennen und zu ihren Zusagen stehen. Alles andere wĂ€re ein Verrat an jenen Menschen, die Deutschland in schweren Zeiten die Treue gehalten haben.
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