
Diplomatischer Eklat: Frankreich sperrt US-Botschafter Kushner nach Mord an jungem IdentitÀren aus

Was sich derzeit zwischen Paris und Washington abspielt, hat das Zeug zu einer veritablen diplomatischen Krise â und offenbart zugleich die erschreckende Doppelmoral europĂ€ischer Regierungen im Umgang mit linksextremer Gewalt. Nach dem Tod des 23-jĂ€hrigen Mathematikstudenten und AnhĂ€ngers der IdentitĂ€ren Bewegung, Quentin Deranque, der in Lyon von Linksextremisten so schwer am Kopf verletzt wurde, dass er seinen Verletzungen erlag, eskaliert der Konflikt zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten auf offener BĂŒhne.
Ein Botschafter, der nicht erscheint â und eine Regierung, die den Boten bestraft
US-Botschafter Charles Kushner wurde vom französischen AuĂenministerium vorgeladen. Er erschien nicht. Stattdessen schickte er einen ranghohen Vertreter. Die Reaktion aus dem Quai d'Orsay lieĂ nicht lange auf sich warten: AuĂenminister Jean-NoĂ«l Barrot entzog Kushner kurzerhand den direkten Zugang zu Mitgliedern der französischen Regierung. Man erkenne ein âoffensichtliches UnverstĂ€ndnis fĂŒr die grundlegenden Erwartungen an einen Botschafter", hieĂ es in schneidender diplomatischer Diktion.
Wohlgemerkt: Es handelt sich nicht um eine formelle diplomatische Sanktion im völkerrechtlichen Sinne. Kushner bleibt akkreditiert, darf seine Aufgaben weiterhin wahrnehmen. GesprĂ€che mit Beamten seien möglich, um â wie es in jener wunderbar verklausulierten Sprache der Diplomatie formuliert wurde â âIrritationen auszurĂ€umen, die in einer 250 Jahre alten Freundschaft unvermeidlich auftreten können". Man fragt sich unwillkĂŒrlich: WĂ€re die Reaktion dieselbe gewesen, hĂ€tte Washington linksextreme Gewalt nicht kritisiert, sondern etwa rechte Bewegungen angeprangert?
Washington benennt das Problem â Paris will es nicht hören
Der eigentliche Auslöser der Verstimmung ist bemerkenswert. Das US-AuĂenministerium hatte nach der Tat erklĂ€rt, gewaltbereiter Linksextremismus nehme in Frankreich zu und stelle eine âBedrohung fĂŒr die öffentliche Sicherheit" dar. Die Verantwortlichen mĂŒssten zur Rechenschaft gezogen werden. Die amerikanische Botschaft in Paris verbreitete diese Stellungnahme weiter. Paris wertete dies als unzulĂ€ssige Einmischung in innere Angelegenheiten.
Doch ist es wirklich eine Einmischung, wenn ein verbĂŒndeter Staat auf ein offensichtliches Sicherheitsproblem hinweist? Oder ist es nicht vielmehr so, dass die französische Regierung den Ăberbringer der unbequemen Nachricht bestraft, weil sie selbst jahrelang weggeschaut hat? Die Justiz ermittelt gegen sechs mutmaĂliche TĂ€ter wegen vorsĂ€tzlicher Tötung, schwerer Körperverletzung und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Mehrere TatverdĂ€chtige sollen aus dem Umfeld der inzwischen verbotenen linksextremen Gruppe âJeune Garde" stammen.
Mélenchon rechtfertigt NÀhe zu gewaltbereiten Linksextremisten
Besonders brisant ist die Rolle des Linkspopulisten Jean-Luc MĂ©lenchon und seiner Partei La France insoumise (LFI). Regierungssprecherin Maud Bregeon warf LFI vor, ein âKlima sich verschĂ€rfender Gewalt" mitzuverantworten. Bildungsminister Philippe Baptiste kĂŒndigte an, öffentliche Versammlungen an UniversitĂ€ten vorĂŒbergehend untersagen zu wollen â eine MaĂnahme, die das AusmaĂ der Bedrohungslage verdeutlicht.
Und MĂ©lenchon selbst? Der bestritt bei einer eigens einberufenen Pressekonferenz â zu der wohlgemerkt nur ausgewĂ€hlte âneue Medien" und politische Influencer zugelassen waren â die NĂ€he zur âJeune Garde" nicht einmal. Im Gegenteil: Er rechtfertigte sie. Man habe sich deren UnterstĂŒtzung gesichert, um eigene Veranstaltungen zu schĂŒtzen. Die Gruppe habe ihnen âviel darĂŒber beigebracht, wie man die Ruhe bewahrt". Zynischer geht es kaum, wenn man bedenkt, dass Mitglieder eben jener Gruppe im Verdacht stehen, einen jungen Mann totgeschlagen zu haben.
Ein Muster, das auch Deutschland kennt
Der Fall wirft ein grelles Schlaglicht auf ein PhĂ€nomen, das keineswegs auf Frankreich beschrĂ€nkt ist. Auch in Deutschland erleben wir seit Jahren, wie linksextreme Gewalt verharmlost, relativiert oder schlicht ignoriert wird, wĂ€hrend jede noch so marginale Regung am rechten Rand des politischen Spektrums zum Staatsnotstand erklĂ€rt wird. Die Doppelmoral ist atemberaubend. Ein junger Mann wird von Linksextremisten erschlagen â und die französische Regierung echauffiert sich nicht etwa ĂŒber die Mörder, sondern ĂŒber den amerikanischen Botschafter, der es wagt, das Problem beim Namen zu nennen.
Dass Donald Trumps Administration hier klare Worte findet, mag man mögen oder nicht. Doch die Frage, die sich europĂ€ische Regierungen stellen mĂŒssen, ist eine andere: Warum braucht es erst Washington, um auf die tödliche Gefahr des Linksextremismus hinzuweisen? Warum schaffen es Paris, Berlin und BrĂŒssel nicht aus eigener Kraft, diese Bedrohung mit derselben Entschlossenheit zu bekĂ€mpfen, die sie bei anderen Extremismusformen an den Tag legen?
Der diplomatische Eklat zwischen Frankreich und den USA ist mehr als ein protokollarischer Zwischenfall. Er ist ein Symptom einer tiefer liegenden Krankheit: der systematischen Verharmlosung linksextremer Gewalt durch westeuropĂ€ische Eliten. Quentin Deranque hat dafĂŒr mit seinem Leben bezahlt. Er wurde 23 Jahre alt.
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