
Die tektonischen Platten der Weltordnung verschieben sich â Berlin schaut hilflos zu
Wenn drei Autokraten gemeinsam auf einer MilitĂ€rparade posieren, sollten in Berlin eigentlich sĂ€mtliche Alarmglocken schrillen. Doch was macht die Bundesregierung? Sie nimmt den demonstrativen Schulterschluss von Xi Jinping, Wladimir Putin und Kim Jong-un bei der MilitĂ€rparade in Peking lediglich "zur Kenntnis". Regierungssprecher Stefan Kornelius lieferte am Mittwoch eine Antwort, die an Hilflosigkeit kaum zu ĂŒberbieten ist.
Ein AchsenbĂŒndnis formiert sich â und Berlin philosophiert ĂŒber "Wertepartnerschaften"
WĂ€hrend sich vor unseren Augen eine neue Weltordnung formiert, reagiert die GroĂe Koalition mit der ĂŒblichen Mischung aus NaivitĂ€t und RealitĂ€tsverweigerung. Die Aussage, man mĂŒsse aus dieser Machtdemonstration "keine unmittelbaren SchlĂŒsse ziehen", offenbart die ganze Misere deutscher AuĂenpolitik. Hier entsteht gerade ein BĂŒndnis, das die westliche Ordnung fundamental herausfordert â und Berlin glaubt allen Ernstes, mit Phrasen ĂŒber "liberale, offene Weltordnung" sei es getan?
Xi Jinpings martialische Rhetorik von der "unaufhaltsamen Wiedergeburt der chinesischen Nation" ist keine leere Drohung. Es ist eine klare Kampfansage an den Westen, untermauert von der militĂ€rischen Macht Chinas, der nuklearen Drohkulisse Russlands und der Unberechenbarkeit Nordkoreas. Diese drei Staaten eint nicht nur ihre Ablehnung westlicher Werte â sie arbeiten aktiv an deren Zerstörung.
Taiwan im Fadenkreuz â und Berlin hĂ€lt an "bestehenden Positionen" fest
Besonders besorgniserregend ist die deutsche Haltung zur Taiwan-Frage. Auf die Nachfrage, ob die Sorgen um Taiwan nach der MilitĂ€rparade gewachsen seien, antwortet Kornelius mit bĂŒrokratischer KĂ€lte: Die Rhetorik sei "nicht ĂŒberraschend" gewesen. Man halte an der "bestehenden Position" fest und erwarte, dass China sich an "entsprechende Abmachungen" hĂ€lt.
Welche Abmachungen meint die Bundesregierung? Die, die Putin in der Ukraine mit FĂŒĂen tritt? Oder jene, die China im SĂŒdchinesischen Meer tĂ€glich bricht?
Diese NaivitĂ€t ist brandgefĂ€hrlich. WĂ€hrend Xi seine Truppen fĂŒr die "Wiedervereinigung" mit Taiwan in Stellung bringt, klammert sich Berlin an Papiere und Positionen, die in Peking lĂ€ngst als Makulatur gelten. Die Geschichte lehrt uns: Diktatoren kĂŒndigen ihre PlĂ€ne oft genug an â man muss nur zuhören wollen.
Die neue Achse des Autoritarismus
Was wir erleben, ist nichts weniger als die Formierung einer neuen Achse des Autoritarismus. China liefert die wirtschaftliche Macht, Russland die militĂ€rische BrutalitĂ€t und Nordkorea die nukleare Unberechenbarkeit. Gemeinsam bilden sie ein Gegengewicht zur westlichen Allianz â mit dem erklĂ€rten Ziel, die liberale Weltordnung zu zerschlagen.
Diese Entwicklung kommt nicht ĂŒberraschend. Jahrzehntelang hat der Westen geglaubt, durch Handel und Dialog könne man Autokratien zu Demokratien wandeln. Das Ergebnis dieser Politik sehen wir heute: gestĂ€rkte Diktaturen, die unsere SchwĂ€che ausnutzen und unsere Werte verhöhnen.
Deutschland zwischen den Fronten
Besonders fatal ist Deutschlands Position in diesem geopolitischen Schachspiel. EnergieabhĂ€ngig von autoritĂ€ren Regimen, wirtschaftlich verflochten mit China und militĂ€risch ein Zwerg â so prĂ€sentiert sich die einstige Wirtschaftsmacht im Jahr 2025. Die GroĂe Koalition unter Friedrich Merz mag innenpolitisch fĂŒr mehr StabilitĂ€t sorgen, auĂenpolitisch bleibt sie ein zahnloser Tiger.
Die 500 Milliarden Euro Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur mögen gut gemeint sein, doch was nĂŒtzen die schönsten Autobahnen, wenn die Weltordnung um uns herum zusammenbricht? Was bringt die KlimaneutralitĂ€t bis 2045, wenn autoritĂ€re Regime die Spielregeln der internationalen Politik neu schreiben?
Zeit fĂŒr eine realistische AuĂenpolitik
Deutschland und Europa mĂŒssen endlich aufwachen. Die Zeit der Sonntagsreden ĂŒber "Wertepartnerschaften" ist vorbei. Was wir brauchen, ist eine knallharte, realistische AuĂenpolitik, die unsere Interessen verteidigt und unsere Werte schĂŒtzt. Das bedeutet:
Erstens: Massive AufrĂŒstung und StĂ€rkung der eigenen VerteidigungsfĂ€higkeit. Wer sich nicht selbst verteidigen kann, wird zum Spielball der MĂ€chtigen.
Zweitens: Diversifizierung der Wirtschaftsbeziehungen. Die AbhĂ€ngigkeit von China muss reduziert, alternative Partnerschaften mĂŒssen aufgebaut werden.
Drittens: Klare rote Linien gegenĂŒber autoritĂ€ren Regimen. Wer unsere Werte mit FĂŒĂen tritt, kann nicht unser Partner sein.
Die tektonischen Platten der Geopolitik verschieben sich tatsĂ€chlich â und zwar mit beĂ€ngstigender Geschwindigkeit. Wenn Berlin weiterhin nur "zur Kenntnis nimmt" statt zu handeln, werden wir uns bald in einer Welt wiederfinden, in der Demokratie und Freiheit nur noch Relikte einer vergangenen Epoche sind.
In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr: Nur wer seine Vermögenswerte klug diversifiziert und auf krisensichere Anlagen setzt, kann den kommenden StĂŒrmen trotzen. Physische Edelmetalle haben sich ĂŒber Jahrhunderte als StabilitĂ€tsanker in turbulenten Zeiten bewĂ€hrt â eine Erkenntnis, die angesichts der geopolitischen Verwerfungen aktueller denn je ist.
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