
Deutschlands Gasspeicher im freien Fall: Droht eine monatelange Mangellage?
Die Zahlen sprechen eine unmissverstĂ€ndliche Sprache, doch die Bundesnetzagentur beschwichtigt weiter. WĂ€hrend die deutschen Gasspeicher auf historische TiefstĂ€nde zusteuern, verkĂŒndet Behördenchef Klaus MĂŒller gebetsmĂŒhlenartig, es gebe âkein Indiz fĂŒr eine Gasmangellage". Eine EinschĂ€tzung, die angesichts der nackten Fakten geradezu grotesk anmutet.
FĂŒllstĂ€nde im Sturzflug â und kein Ende in Sicht
Am 29. Januar 2026 liegt der durchschnittliche FĂŒllstand der deutschen Gasspeicher bei mageren 33,5 Prozent. Tag fĂŒr Tag schwinden weitere 0,8 Prozentpunkte dahin. Zum Vergleich: Vor einem Jahr, Ende Januar 2025, waren die Speicher noch zu rund 57 Prozent gefĂŒllt â satte 24 Prozentpunkte mehr als heute. Ein dramatischer Unterschied, der die ganze Misere der deutschen Energiepolitik offenbart.
Frost und Schnee halten Deutschland weiterhin fest im Griff. Die Heizungen laufen auf Hochtouren, der Gasverbrauch bleibt entsprechend hoch. Doch statt ehrlicher Bestandsaufnahme serviert man den BĂŒrgern Durchhalteparolen.
Das LNG-MĂ€rchen entlarvt
Besonders aufschlussreich sind die Analysen des Energieexperten Stefan Spiegelsperger, in Fachkreisen auch als âMr. Blackout" bekannt. Er zerlegt das Argument der Bundesnetzagentur, wonach die neuen LNG-Terminals die Versorgung sichern wĂŒrden, mit chirurgischer PrĂ€zision.
âLNG macht 13 Prozent unserer Importe aus. Das ist zwar nur gut die halbe KapazitĂ€t. Aber woher kommen die Schiffe?"
Eine berechtigte Frage, die in Berlin offenbar niemand stellen möchte. Die FlĂŒssiggas-Terminals, einst als Rettungsanker der deutschen Energieversorgung gepriesen, entpuppen sich als das, was kritische Beobachter von Anfang an vermuteten: ein teures Feigenblatt, das die strukturellen Probleme bestenfalls kaschiert.
Gaskraftwerke fressen die Reserven auf
VerschĂ€rfend kommt hinzu, was die Architekten der sogenannten Energiewende offenbar nicht bedacht haben: An wind- und sonnenarmen Tagen mĂŒssen Gaskraftwerke einspringen, um den Strombedarf zu decken. Spiegelsperger rechnet vor, dass an Spitzentagen mit durchgĂ€ngig rund 21 Gigawatt Leistung aller deutschen Gaskraftwerke etwa 960 Gigawattstunden Gas verstromt werden. Bei tĂ€glichen Importen von nur 2.300 Gigawattstunden ein gewaltiger Anteil.
Die Ironie könnte kaum gröĂer sein: Der forcierte Ausbau der âerneuerbaren" Energien fĂŒhrt paradoxerweise zu einem Rekordverbrauch an Erdgas. So sieht sie aus, die grĂŒne Energiewende in der Praxis.
Drei Monate Mangellage ab Februar?
Nach Spiegelspergers Berechnungen wird Deutschland etwa am 18. Februar die kritische 20-Prozent-Marke unterschreiten. Ab diesem Punkt beginnt offiziell die Gasmangellage, in der erste Verbraucher â vornehmlich Industrie und Freizeiteinrichtungen â zum Sparen aufgefordert werden.
Noch beunruhigender: Der Experte prognostiziert, dass diese Mangellage bis weit in den Juni hinein andauern könnte. Drei Monate, in denen die deutsche Wirtschaft unter verschĂ€rften Bedingungen operieren mĂŒsste. Die Konsequenzen fĂŒr den ohnehin angeschlagenen Industriestandort Deutschland wĂ€ren verheerend.
Stille Absenkung der Standards
Bemerkenswert ist auch, wie die Bundesnetzagentur ihre eigenen BewertungsmaĂstĂ€be angepasst hat. Im Winter 2023/24 galt ein FĂŒllstand von unter 55 Prozent zum 1. Februar bereits als âangespannt", unter 40 Prozent als âkritisch". Diese Einstufung existiert heute schlicht nicht mehr. Stattdessen wurde die gesetzliche Zielvorgabe auf bescheidene 30 Prozent zum 1. Februar abgesenkt.
Man senkt also einfach die Messlatte, um die Zahlen weniger dramatisch erscheinen zu lassen. Ein durchsichtiges Manöver, das die BĂŒrger fĂŒr dumm verkauft.
Das Erbe einer verfehlten Energiepolitik
Was wir hier erleben, ist das direkte Resultat jahrelanger ideologiegetriebener Energiepolitik. Der ĂŒberstĂŒrzte Atomausstieg, die AbhĂ€ngigkeit von russischem Gas, der blinde Glaube an Wind und Sonne â all diese Fehlentscheidungen rĂ€chen sich nun bitter. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor einem Scherbenhaufen, den ihre VorgĂ€nger hinterlassen haben.
In Zeiten derartiger Unsicherheit zeigt sich einmal mehr der Wert bestÀndiger Wertanlagen. WÀhrend Energiepreise schwanken und die Versorgungssicherheit wackelt, behalten physische Edelmetalle wie Gold und Silber ihren intrinsischen Wert. Als krisenfeste Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bieten sie genau jene StabilitÀt, die in der aktuellen Lage so schmerzlich vermisst wird.










