
Deutscher Automobilzulieferer vor dem Aus: US-Konzern lÀsst Neapco Europe fallen
Die deutsche Automobilindustrie erlebt den nĂ€chsten herben RĂŒckschlag. Der Automobilzulieferer Neapco Europe GmbH mit Sitz in DĂŒren steht vor der Insolvenz. Das Amtsgericht Aachen ordnete am 1. September die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung an. Der Grund: Die amerikanische Muttergesellschaft habe beschlossen, einen wichtigen Fertigungsvertrag nicht zu verlĂ€ngern. Ein Schlag ins Gesicht fĂŒr den deutschen Standort und seine rund 500 BeschĂ€ftigten.
Wenn die Amerikaner den Stecker ziehen
Was sich hier abspielt, ist symptomatisch fĂŒr die Misere der deutschen Automobilindustrie. Ein traditionsreiches Unternehmen, das seit 1968 hochwertige Komponenten wie Kardanwellen, Halbwellen und Differentiale fĂŒr fĂŒhrende Automobilhersteller produziert, wird von der US-Mutter fallen gelassen wie eine heiĂe Kartoffel. Der 2020 geschlossene Vertrag zur Auftragsfertigung lĂ€uft Ende des Jahres aus â eine VerlĂ€ngerung um weitere fĂŒnf Jahre sei nicht vorgesehen, heiĂt es lapidar.
Mit einem Jahresumsatz von rund 80 Millionen Euro war Neapco Europe ein solider MittelstĂ€ndler. Doch in Zeiten, in denen die deutsche Automobilindustrie durch verfehlte Klimapolitik und ĂŒberhastete ElektromobilitĂ€t-Fantasien in die Knie gezwungen wird, zĂ€hlen Tradition und QualitĂ€t offenbar nichts mehr.
Das gescheiterte E-MobilitÀts-Abenteuer
Besonders bitter: Neapco hatte sich auf das grĂŒne MĂ€rchen der ElektromobilitĂ€t eingelassen. Als Auftragsfertiger fĂŒr elektrische Zustellfahrzeuge von StreetScooter in Zusammenarbeit mit e.Volution (vormals B-ON) sollte die Zukunft gesichert werden. Doch das Projekt scheiterte klĂ€glich â wie so viele ĂŒberstĂŒrzte E-MobilitĂ€ts-Projekte in Deutschland. Die teuren Investitionen in Produktionsanlagen fĂŒr Elektrofahrzeuge erweisen sich nun als Millionengrab.
Rettung durch China? Der letzte Strohhalm
Wie tief muss Deutschland gesunken sein, wenn die letzte Hoffnung fĂŒr einen deutschen Automobilzulieferer ausgerechnet aus China kommt? Das chinesische Start-up U Power plane angeblich, mit einem Elektrotransporter auf dem europĂ€ischen Markt FuĂ zu fassen. Die Fahrzeuge wĂŒrden in China gebaut, teilweise zerlegt nach DĂŒren transportiert und dort montiert. Ein Armutszeugnis fĂŒr den einstigen Automobilstandort Deutschland.
Ob dieses Projekt tatsÀchlich realisiert werde, stehe jedoch in den Sternen. Wahrscheinlicher ist, dass hier wieder einmal deutsche ArbeitsplÀtze und deutsches Know-how auf dem Altar einer verfehlten Wirtschaftspolitik geopfert werden.
Insolvenz in Eigenverwaltung â ein schwacher Trost
Immerhin dĂŒrfe die GeschĂ€ftsfĂŒhrung im Amt bleiben und in Eigenregie versuchen, das sinkende Schiff zu retten. Frank Kebekus von der Kanzlei KebekusPartner wurde als GeneralbevollmĂ€chtigter bestellt, Claus-Peter Kruth von AndresPartner ĂŒberwache als Sachwalter den Sanierungsprozess. FĂŒr die 500 BeschĂ€ftigten Ă€ndere sich vorerst nichts â der Betrieb laufe zunĂ€chst normal weiter. Doch wie lange noch?
Die Insolvenz von Neapco Europe ist mehr als nur ein weiterer Eintrag in der langen Liste deutscher Unternehmensinsolvenzen. Sie ist ein Symptom fĂŒr den schleichenden Niedergang der deutschen Automobilindustrie, befeuert durch eine Politik, die lieber grĂŒnen TrĂ€umereien nachjagt, als sich um die WettbewerbsfĂ€higkeit des Standorts Deutschland zu kĂŒmmern. WĂ€hrend die GroĂe Koalition unter Friedrich Merz neue Milliardenschulden fĂŒr fragwĂŒrdige Klimaprojekte aufnimmt, gehen in der Realwirtschaft die Lichter aus.
Es ist höchste Zeit, dass Deutschland wieder zu einer vernĂŒnftigen Wirtschaftspolitik zurĂŒckkehrt, die auf bewĂ€hrte Technologien setzt statt auf ideologiegetriebene Experimente. Sonst werden noch viele weitere Traditionsunternehmen wie Neapco Europe den Bach runtergehen â und mit ihnen tausende ArbeitsplĂ€tze.
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