Kettner Edelmetalle
18.02.2026
17:18 Uhr

Der Maoist warnt vor Extremisten: Kretschmanns absurder Abschied von der politischen BĂŒhne

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ausgerechnet Winfried Kretschmann, einst glĂŒhender AnhĂ€nger Mao Zedongs und Mitglied des Kommunistischen Bundes Westdeutschlands, warnt seine Partei nun vor einer Zusammenarbeit mit der Linkspartei. Der Grund? Man solle nicht mit Extremisten kooperieren. Die Ironie dieser Aussage ist so dick aufgetragen, dass selbst der begabteste Satiriker sie nicht hĂ€tte besser erfinden können.

SpĂ€te Einsicht oder politisches KalkĂŒl?

Baden-WĂŒrttembergs scheidender MinisterprĂ€sident, der bei der Landtagswahl am 8. MĂ€rz nicht mehr antreten wird, hat sich in einem Interview unmissverstĂ€ndlich positioniert. Er sei „strikt gegen eine Zusammenarbeit" mit der Linkspartei, erklĂ€rte der GrĂŒnen-Politiker. Sein Blick richtet sich dabei vor allem nach Berlin, wo nach den Wahlen im Herbst ein BĂŒndnis aus GrĂŒnen, SPD und Linkspartei möglich erscheint – mit einer linken Regierenden BĂŒrgermeisterin an der Spitze.

Kretschmann begrĂŒndete seine Ablehnung grundsĂ€tzlich: Die Linkspartei erzeuge Illusionen, und dies sei auf Dauer „nicht ungefĂ€hrlicher, als direkt die Demokratie anzugreifen". Punktuelle Zusammenarbeit möge noch angehen, eine dauerhafte Koalition hingegen komme nicht in Frage. Starke Worte von einem Mann, dessen eigene politische Biografie alles andere als frei von extremistischen Verstrickungen ist.

Die grĂ¶ĂŸten Kritiker der Elche...

Denn wer Kretschmanns Vergangenheit kennt, dem dĂŒrfte bei diesen Belehrungen ein gewisses Unbehagen aufsteigen. Als junger Mann war der heutige MinisterprĂ€sident Mitglied im Kommunistischen Bund Westdeutschlands und bezeichnete sich offen als AnhĂ€nger Maos – jenes Diktators, der fĂŒr den Tod von Millionen Menschen verantwortlich war. Dass ausgerechnet ein ehemaliger Maoist nun anderen Parteien den Extremismus-Stempel aufdrĂŒckt, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Es ist, als wĂŒrde ein pensionierter Brandstifter VortrĂ€ge ĂŒber Feuerschutz halten.

Doch jenseits der biografischen Pikanterie stellt sich eine viel grundlegendere Frage: Sind die GrĂŒnen selbst eigentlich weniger extremistisch als die Linkspartei? Wer die Politik der vergangenen Jahre Revue passieren lĂ€sst – die ideologiegetriebene Energiewende, die Deindustrialisierung ganzer Wirtschaftszweige, die GĂ€ngelung der BĂŒrger durch immer neue Vorschriften und Verbote –, der könnte durchaus zu dem Schluss kommen, dass die GrĂŒnen in Sachen gesellschaftlicher Radikalismus der Linkspartei in nichts nachstehen.

Realismus statt Wunschdenken – aber erst zum Abschied

Bemerkenswert ist auch Kretschmanns Kritik am linken FlĂŒgel seiner eigenen Partei. Dieser stecke sich immer grĂ¶ĂŸere Ziele, ohne ausreichend ĂŒber deren Umsetzung nachzudenken. Politik mĂŒsse „vom Ende her gedacht werden", mahnte er. Ein Satz, den man sich in den vergangenen Jahren von den GrĂŒnen deutlich hĂ€ufiger gewĂŒnscht hĂ€tte – etwa bei der ĂŒberstĂŒrzten Abschaltung der Kernkraftwerke, beim Heizungsgesetz oder bei der unkontrollierten Migrationspolitik, die Deutschland vor massive Herausforderungen stellt.

Es ist ein bekanntes Muster in der deutschen Politik: Erst wenn die Karriere zu Ende geht, wenn kein WĂ€hler mehr umworben und kein Parteitag mehr ĂŒberstanden werden muss, finden Politiker plötzlich den Mut zur Wahrheit. Kretschmann rĂ€t seiner Partei, die „gesamte Bevölkerung" anzusprechen, statt nur das eigene Milieu zu mobilisieren. Mit „linken SprĂŒchen" könne man die Linkspartei ohnehin nicht ĂŒberholen. Eine Erkenntnis, die so banal wie richtig ist – und die man sich deutlich frĂŒher gewĂŒnscht hĂ€tte.

Ein Symptom der grĂŒnen Orientierungslosigkeit

Kretschmanns Warnung kommt in einer Phase, in der die GrĂŒnen bundesweit in einer tiefen strategischen Krise stecken. Nach dem Scheitern der Ampelkoalition im November 2024 und den desaströsen Ergebnissen bei den vorgezogenen Bundestagswahlen im Februar 2025 sucht die Partei verzweifelt nach einer neuen IdentitĂ€t. In mehreren BundeslĂ€ndern stehen Koalitionsfragen zur Debatte, und die Versuchung, sich nach links zu orientieren, ist offenkundig groß.

Dass der einzige grĂŒne MinisterprĂ€sident Deutschlands seine Partei ausgerechnet jetzt vor diesem Weg warnt, zeigt, wie tief die Risse innerhalb der GrĂŒnen mittlerweile verlaufen. Die Partei, die sich jahrelang als moralische Instanz der Republik inszenierte, steht vor einem Scherbenhaufen. Und wĂ€hrend Kretschmann zum Abschied weise RatschlĂ€ge verteilt, darf man sich fragen: Wo war dieser Realismus in den vergangenen vierzehn Jahren seiner Amtszeit?

Die deutschen BĂŒrger haben lĂ€ngst erkannt, was viele Politiker erst am Ende ihrer Laufbahn begreifen: Ideologie ersetzt keine vernĂŒnftige Politik. Und wer jahrelang selbst Teil des Problems war, sollte sich mit Belehrungen vielleicht etwas zurĂŒckhalten. Denn wie ein altes Sprichwort so treffend sagt: Die grĂ¶ĂŸten Kritiker der Elche waren frĂŒher selber welche.

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