
Davos 2026: Trump dominiert das Weltwirtschaftsforum â Europa steht unter Druck

Das schweizerische Davos verwandelt sich wieder einmal in den Nabel der Welt. Vom 19. bis 23. Januar versammeln sich die MĂ€chtigen aus Politik und Wirtschaft zum alljĂ€hrlichen Weltwirtschaftsforum â und ein Mann steht dabei unĂŒbersehbar im Mittelpunkt: US-PrĂ€sident Donald Trump. Mit der gröĂten amerikanischen Delegation in der Geschichte des WEF reist der 47. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten an und zieht damit die Aufmerksamkeit der gesamten Weltöffentlichkeit auf sich.
Amerika first â auch in den Schweizer Alpen
Wenige Tage nach dem umstrittenen US-MilitĂ€reinsatz in Venezuela und erneuten AnkĂŒndigungen, Grönland den Vereinigten Staaten einzuverleiben, dĂŒrfte Trumps Rede am 21. Januar fĂŒr erhebliche Unruhe sorgen. Die Schweizer Polizei hat bereits höchste Sicherheitsstufe ausgegeben und rechnet mit zahlreichen Protestaktionen rund um den Tagungsort. Wird der amerikanische PrĂ€sident die versammelte Weltelite mit einer weiteren seiner berĂŒchtigten ĂberraschungsankĂŒndigungen konfrontieren? Die Spannung ist jedenfalls mit HĂ€nden zu greifen.
Begleitet wird Trump von AuĂenminister Marco Rubio â ein deutliches Signal, dass Washington das Forum keineswegs nur als wirtschaftliches Stelldichein betrachtet. Die geopolitischen Ambitionen der Trump-Administration sind unverkennbar, und Europa tĂ€te gut daran, diese ernst zu nehmen.
Bundeskanzler Merz zwischen InvestorengesprÀchen und Weltpolitik
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz wird am 21. und 22. Januar in Davos erwartet. Laut Bundeskanzleramt stehen GesprĂ€che mit internationalen Investoren auf dem Programm â ein dringend notwendiger Schritt angesichts der wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen Deutschland steht. Die Energiewende, die Merz selbst als âteuerste auf der ganzen Welt" bezeichnet hat, belastet den Standort Deutschland erheblich. Ob es dem Kanzler gelingt, in Davos Vertrauen bei internationalen Geldgebern zurĂŒckzugewinnen, bleibt abzuwarten.
Europa unter Zugzwang
Die europĂ€ischen Vertreter stehen in Davos vor einer schwierigen Aufgabe. EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen, der französische PrĂ€sident Emmanuel Macron und der polnische PrĂ€sident Karol Nawrocki mĂŒssen eine gemeinsame Linie finden â und das angesichts der massiven Zolldrohungen aus Washington. Trumps 20-Prozent-Zölle auf EU-Importe haben bereits einen Sondergipfel der EuropĂ€ischen Union ausgelöst. Die Frage ist: Kann Europa geschlossen auftreten, oder zerfĂ€llt die Union unter dem amerikanischen Druck in ihre Einzelteile?
Der britische Traum vom Ukraine-Frieden
Besonders ambitioniert gibt sich der britische Premierminister Keir Starmer. Er möchte in Davos einen Friedensplan fĂŒr die Ukraine âheraushĂ€mmern", wie britische Medien berichten. Ein nobles Ziel, gewiss â doch angesichts der Tatsache, dass Russland nicht einmal eingeladen wurde, erscheint dieses Vorhaben reichlich optimistisch. Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj wird zwar sprechen, aber ohne Moskau am Verhandlungstisch dĂŒrfte jeder Friedensplan Makulatur bleiben.
Wirtschaftselite in Alarmstimmung
Der im Vorfeld veröffentlichte WeltRisikoBericht 2026 zeichnet ein dĂŒsteres Bild. Geoökonomische Konfrontationen â also Handelszölle als politisches Druckmittel â werden als gröĂtes Risiko fĂŒr das laufende Jahr eingestuft. Die HĂ€lfte der befragten FĂŒhrungskrĂ€fte erwartet fĂŒr die nĂ€chsten zwei Jahre eine âturbulente" Welt. Das entspricht einem Anstieg von 14 Prozentpunkten gegenĂŒber dem Vorjahr. Nur ein Prozent der Experten rechnet mit Ruhe.
Rund 1.700 Top-Manager haben sich angemeldet, darunter Microsoft-Chef Satya Nadella, Nvidia-Chef Jensen Huang und zahlreiche Vertreter der boomenden KI-Branche. Die Wirtschaftselite sucht nach Orientierung in einer Welt, die zunehmend von politischen UnwÀgbarkeiten geprÀgt ist.
Gold und Silber als sicherer Hafen
In Zeiten solcher Unsicherheit ist es wenig verwunderlich, dass Edelmetalle weiterhin RekordstĂ€nde erklimmen. WĂ€hrend die GroĂen der Welt in Davos ĂŒber Risiken und Chancen debattieren, setzen kluge Anleger auf bewĂ€hrte Werte. Gold und Silber haben sich ĂŒber Jahrhunderte als Vermögenssicherung in turbulenten Zeiten bewĂ€hrt â eine Tatsache, die angesichts der aktuellen geopolitischen Lage relevanter denn je erscheint.
âEine neue Wettbewerbsordnung entsteht, da die GroĂmĂ€chte versuchen, ihre InteressenssphĂ€ren zu sichern."
Mit diesen Worten beschreibt der neue WEF-Vorsitzende BĂžrge Brende die aktuelle Weltlage. FĂŒr Deutschland und Europa bedeutet dies: Die Zeit der gemĂŒtlichen AbhĂ€ngigkeit von amerikanischen Sicherheitsgarantien bei gleichzeitiger wirtschaftlicher Expansion nach China könnte endgĂŒltig vorbei sein. Davos 2026 wird zeigen, ob die europĂ€ischen Staatenlenker diese neue RealitĂ€t begriffen haben â oder ob sie weiterhin in alten Denkmustern verharren.










