
Chaos-Nacht in Frankreich: Synagoge verwüstet, Rathaus in Flammen!

Frankreich hat am Samstag, dem 17. Oktober, einen der gewalttätigsten Protesttage seiner jüngeren Geschichte erlebt. Während der landesweiten Krawalle wurde in Paris eine Synagoge verwüstet. In Marseille sollen nach Zeugenaussagen gezielt jüdische Geschäfte angegriffen worden sein. Und in Limoges brannte ein 143 Jahre altes Rathaus fast vollständig aus.
Heilige Bücher auf dem Boden
Am Sonntag veröffentlichte die Organisation „Combat Antisemitism Movement“ Videoaufnahmen aus einem Gebetshaus im 19. Pariser Arrondissement. Zu sehen sind umgestürzte Tische und ein geöffneter Toraschrein. Bücher und religiöse Gegenstände liegen überall auf dem Boden verstreut. Medienberichten zufolge soll auch das Büro des Rabbiners durchwühlt worden sein. Verletzt wurde niemand.
Der Geschäftsführer der Organisation, Sacha Roitman, wählte gegenüber der israelischen Zeitung y-net drastische Worte:
„Wenn Chaos und Gewalt die Straßen beherrschen, sind Synagogen die ersten, die angegriffen werden.“
Für ihn ist die Verwüstung ein unübersehbares Warnsignal. Was sich gegen Juden richte, höre niemals dort auf, so Roitman.
Antisemitismus oder Einbruch?
Ob hinter der Tat ein antisemitisches Motiv steckt, ist bislang offen. Wer die Täter waren, ebenfalls. Ein Gemeindemitglied sprach laut Berichten eher von einem versuchten Diebstahl, die Torarollen seien unberührt geblieben. Auch der jüdische Dachverband CRIF erklärte, bislang deute nichts auf einen antisemitischen Angriff hin. Man bleibe aber in höchster Alarmbereitschaft.
Beruhigend ist das trotzdem nicht. Bei den Protesten in Paris trugen viele junge Teilnehmer Palästinenserflaggen. Dass eine Synagoge ausgerechnet in einer Krawallnacht zum Ziel wird, kann man kaum als Zufall abtun.
Schwere Vorwürfe aus Marseille
Noch weiter reichen Berichte aus dem Süden des Landes. Das jüdische Nachrichtenportal IsraJ meldet unter Berufung auf Zeugen, in Paris und Marseille seien gezielt jüdische Geschäfte attackiert worden. Der französische Journalist Paul Amar sagte am Sonntag im Nachrichtensender CNews, in einer Straße in Marseille seien sämtliche Läden jüdischer Inhaber in Brand gesetzt worden, die von Muslimen geführten dagegen nicht.
Amar vermutet, die Randalierer seien vorbereitet gewesen und hätten zuvor recherchierte Adressen angesteuert. Unabhängig bestätigt ist das bislang nicht. Der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Marseille forderte Berichten zufolge dennoch den Ausnahmezustand und den Einsatz der Armee.
Vom Schulprotest zum Flächenbrand
Begonnen hatten die Proteste im September mit Unmut über die Zustände an französischen Schulen. Daraus wurde eine landesweite Bewegung gegen hohe Lebenshaltungskosten und marode öffentliche Dienste. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez gingen am Samstag rund 550.000 Menschen auf die Straße, die Gewerkschaft CGT spricht von 800.000.
Die große Mehrheit protestierte friedlich. Gewalttätige Gruppen nutzten den Tag aber für Plünderungen, Brandstiftungen und Angriffe auf Polizisten. Medienberichten zufolge wurden rund 1.200 Menschen festgenommen und mehr als 150 Beamte verletzt. Auch in Lyon und Lille gingen Gebäude und Geschäfte zu Bruch. Premierminister Sébastien Lecornu machte die „Ultralinke“ und Kriminelle verantwortlich. Präsident Emmanuel Macron kündigte harte Strafen an.
Ein Wahrzeichen stürzt ein
Das stärkste Bild des Tages kommt aus Limoges. Vermummte setzten das 1883 erbaute Rathaus in Brand, dabei stürzte auch der berühmte Glockenturm ein. Der zuständige Präfekt sprach von einer „Katastrophe für das Kulturerbe“.
Ein Weckruf auch für Berlin
Aus Sicht unserer Redaktion sollte man diese Nacht in Deutschland genau studieren. Frankreich zeigt, wie schnell legitimer Protest kippen kann, wenn der Staat die Kontrolle über die Straße verliert. Und es zeigt, dass jüdisches Leben als Erstes unter Druck gerät, sobald die Ordnung bricht.
Auch hierzulande müssen Synagogen seit Jahren wie Festungen bewacht werden. Viele Bürger fragen sich zu Recht, ob die Politik die Lage wirklich im Griff hat. Frankreich ist uns oft ein paar Jahre voraus. Diesmal sollte Berlin die Warnung ernst nehmen, bevor es auch bei uns brennt.
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