
CDU-Wirtschaftsrat fordert radikalen Sozialabbau: Zahnarzt bald nur noch fĂŒr Gutverdiener?

WĂ€hrend die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz noch dabei ist, sich warmzulaufen, prescht der CDU-Wirtschaftsrat bereits mit einem Forderungskatalog vor, der es in sich hat. Die Lobbyorganisation mit ĂŒber 13.000 Mitgliedern verlangt nichts Geringeres als eine fundamentale Umgestaltung des deutschen Sozialsystems â natĂŒrlich zulasten der arbeitenden Bevölkerung.
Die âAgenda fĂŒr Arbeitnehmer" â ein Euphemismus der Extraklasse
Was der Wirtschaftsrat unter der wohlklingenden Bezeichnung âAgenda fĂŒr Arbeitnehmer" verkauft, entpuppt sich bei nĂ€herer Betrachtung als klassisches Umverteilungsprogramm von unten nach oben. GeneralsekretĂ€r Wolfgang Steiger begrĂŒndet die Forderungen mit den mehr als drei Millionen Arbeitslosen in Deutschland und spricht davon, âWachstumskrĂ€fte zu entfesseln". Doch wer genau von dieser Entfesselung profitieren soll, wird schnell deutlich.
Auf der einen Seite stehen groĂzĂŒgige Steuererleichterungen: Die Anhebung des Grundfreibetrags, ein spĂ€teres Einsetzen des Spitzensteuersatzes, die vollstĂ€ndige Abschaffung des SolidaritĂ€tszuschlags â auch fĂŒr Gutverdiener â sowie eine Senkung der Unternehmenssteuer auf 25 Prozent. Klingt zunĂ€chst verlockend, doch die Rechnung muss schlieĂlich jemand bezahlen.
Sozialleistungen auf der Streichliste
Und hier wird es fĂŒr den normalen BĂŒrger bitter. Das Arbeitslosengeld soll kĂŒnftig nur noch ein Jahr lang gezahlt werden. Die MĂŒtterrente, die Rente mit 63 und die Grundrente stehen zur Disposition. Besonders pikant: Das Renteneintrittsalter soll an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden â eine elegante Formulierung dafĂŒr, dass die Menschen kĂŒnftig noch lĂ€nger arbeiten mĂŒssen, bevor sie in den wohlverdienten Ruhestand gehen dĂŒrfen.
âVerschiedene Leistungen, etwa Zahnarztbehandlungen, lassen sich generell gut privat absichern und sollten nicht lĂ€nger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen."
Diese Aussage aus dem Reformvorschlag offenbart die ganze AbsurditĂ€t des Vorhabens. Der Gang zum Zahnarzt soll kĂŒnftig nicht mehr von der gesetzlichen Krankenversicherung ĂŒbernommen werden. Wer sich keine private Zusatzversicherung leisten kann, muss dann wohl mit schlechten ZĂ€hnen leben â oder tief in die eigene Tasche greifen. Auch UnfĂ€lle auf dem Arbeitsweg sollen nicht mehr ĂŒber die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert sein.
Lobbyismus im Parteigewand
Es ist wichtig zu verstehen, was der CDU-Wirtschaftsrat tatsĂ€chlich ist: keine Organisation innerhalb der CDU, sondern eine parteinahe Lobbyorganisation, die lediglich mit Genehmigung der Partei deren Namen fĂŒhren darf. Die Interessen, die hier vertreten werden, sind primĂ€r die der Unternehmer und Gutverdiener â nicht die des durchschnittlichen Arbeitnehmers, fĂŒr den die âAgenda" angeblich gedacht ist.
Ein gefÀhrlicher Trend
Die Forderungen des Wirtschaftsrats reihen sich ein in einen besorgniserregenden Trend. WĂ€hrend die Lebenshaltungskosten steigen, die Inflation den BĂŒrgern das Geld aus der Tasche zieht und die neue Bundesregierung bereits ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen plant, das kĂŒnftige Generationen belasten wird, sollen ausgerechnet die Sozialleistungen gekĂŒrzt werden. Die Logik dahinter erschlieĂt sich dem normalen BĂŒrger nicht.
Statt die wirklichen Probleme anzugehen â eine ĂŒberbordende BĂŒrokratie, eine verfehlte Energiepolitik der VorgĂ€ngerregierung und eine Migrationspolitik, die den Sozialstaat zusĂ€tzlich belastet â wird der Rotstift bei denjenigen angesetzt, die ohnehin schon am wenigsten haben. Das ist keine Politik fĂŒr Deutschland, sondern eine Politik gegen die arbeitende Bevölkerung.
Die Frage, die sich stellt: Wird die neue Regierung unter Friedrich Merz diesen Forderungen nachgeben? Die Antwort darauf wird zeigen, ob die CDU tatsĂ€chlich die Interessen der breiten Bevölkerung vertritt â oder ob sie sich von Lobbyorganisationen vor den Karren spannen lĂ€sst, die unter dem Deckmantel der Wirtschaftsförderung den Sozialstaat demontieren wollen.










