Kettner Edelmetalle
29.06.2026
06:08 Uhr

Bluttat in Wien: Box-Promoterin erstochen – Verdächtiger auf der Flucht

Bluttat in Wien: Box-Promoterin erstochen – Verdächtiger auf der Flucht

Es ist eine jener Geschichten, die uns vor Augen führen, wie zerbrechlich das Leben in europäischen Metropolen geworden ist. In einer Dachgeschosswohnung unweit des Wiener Naschmarkts wurde die deutsche Box-Promoterin Etchika Pollex leblos aufgefunden – mit mehreren Messerstichen getötet. Die österreichischen Behörden fahnden nun nach einem jungen Mann, bei dem es sich nach bisherigen Erkenntnissen um einen Tschetschenen handeln soll, der als Boxer oder MMA-Kämpfer aktiv gewesen sei. Es soll sich um den letzten Lebensgefährten der 70-Jährigen gehandelt haben.

Eine Tat, die viele Fragen aufwirft

Freunde der gebürtigen Deutschen hätten sie über einen längeren Zeitraum nicht erreichen können und seien daraufhin zu ihrer Wohnung geeilt – dort fanden sie die schreckliche Gewissheit. Der Verdächtige soll kurz nach der Tat geflüchtet sein. Zeugen wollen laut Berichten beobachtet haben, wie ein junger Mann mit einem Koffer eilig in Richtung U-Bahnstation verschwunden sei. Die Fahndung läuft inzwischen weit über die Grenzen Österreichs hinaus.

Was an diesem Fall besonders ins Auge fällt, ist die Tatsache, dass das Opfer und der mutmaßliche Täter sich offenbar nahestanden. In den Tagen vor ihrem Tod hatte Pollex auf TikTok über eine Krise mit ihrem Lebenspartner gesprochen. „Ich bin mit einem Mann zusammen, dessen Leben ich schützen muss“, soll sie ihren Followern mitgeteilt haben, kurz bevor sie ihren Rückzug aus der Öffentlichkeit ankündigte.

„Ich habe eine schwierige Situation zu bewältigen, die meinen Lebenspartner betrifft“ – Worte, die im Nachhinein wie eine düstere Vorahnung klingen.

Vom DDR-Flüchtling zur schillernden Boxszene-Figur

Die Lebensgeschichte von Etchika Pollex liest sich wie ein Roman. Geboren als Mann in der DDR unter dem Namen Olaf, soll sie nach eigener Darstellung vor dem Mauerfall im Kofferraum eines Wagens aus Ost-Berlin geflohen sein. Im Westen baute sie zunächst ein Unternehmen in der Pflegebranche auf, ehe sie als Box-Promoterin bekannt wurde. Erst jenseits der 60 begann sie, als Frau zu leben, und siedelte später nach Wien über. In der Boxszene löste der gewaltsame Tod tiefe Bestürzung aus. Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer, beschrieb sie als „schillernde Persönlichkeit“, die jedoch auch „auf die falschen Leute reingefallen“ sei.

Ein Muster, das man nicht länger ignorieren darf

So tragisch dieser Einzelfall auch sein mag, er reiht sich ein in eine erschreckende Entwicklung, die wir in nahezu jeder europäischen Großstadt beobachten müssen. Messergewalt, oft im Umfeld von Personen, die unter teils zweifelhaften Umständen in unsere Gesellschaften gelangt sind, ist zur traurigen Normalität geworden. Die Behörden stehen reihenweise vor zerschlagenen Familien, vor Opfern, deren Schicksal wenige Tage später schon wieder vergessen scheint. Es ist die bittere Realität einer Politik, die jahrelang weggesehen hat – und es ist nicht allein die Meinung unserer Redaktion, dass ein Großteil der Bevölkerung dieses Versagen längst nicht mehr hinnehmen will.

Wer ein Land sicher führen will, muss bereit sein, unbequeme Fragen zu stellen: Wer kommt zu uns? Wer hält sich bei uns auf? Und wie schützen wir jene Menschen, die in ihren eigenen vier Wänden nicht mehr sicher sind? Solange diese Fragen tabuisiert statt beantwortet werden, bleiben Schlagzeilen wie diese ein wiederkehrendes Echo eines politischen Scheiterns. Deutschland und Österreich brauchen Verantwortliche, die endlich für ihre Bürger regieren – und nicht gegen sie.

Die Ermittlungen dauern an. Bislang handelt es sich um Verdachtsmomente, ein rechtskräftiges Urteil steht aus. Für den mutmaßlichen Täter gilt bis dahin die Unschuldsvermutung.

Wissenswertes zum Thema