Kettner Edelmetalle
05.02.2026
15:05 Uhr

Berlins Eiszeit: Wenn grĂŒne Ideologie zur Rutschpartie wird

Es ist ein Schauspiel, das man sich nicht hĂ€tte ausdenken können – und doch spielt es sich in der deutschen Hauptstadt ab, als wĂ€re es die normalste Sache der Welt. Einen Tag nachdem das Verwaltungsgericht auf Betreiben einer Umwelt-NGO das Tausalzverbot wieder in Kraft gesetzt hat, versinkt Berlin erneut im winterlichen Chaos. Die Straßen gleichen Eisbahnen, die Gehwege sind zu Hindernisparcours mutiert, und die Politik? Die schaut zu, als ginge sie das alles nichts an.

Eine Stadt im WĂŒrgegriff des Winters

Was sich am Donnerstagmorgen in Berlin abspielte, spottet jeder Beschreibung. Eisregen in der Nacht, gefolgt von Schneefall, hat die Millionenmetropole unter einer dicken Schicht aus gefrorenem Matsch begraben. Straßenmarkierungen? Nicht mehr zu erkennen. RĂ€umfahrzeuge? Offenbar ĂŒberfordert oder schlicht nicht vorhanden. Stattdessen wurde an vielen Stellen Sand auf den Schnee gekippt – ohne diesen vorher zu rĂ€umen. Das Ergebnis ist ein brauner, rutschiger Brei, der das Autofahren zum russischen Roulette macht.

Die Unfallstatistik spricht BĂ€nde: Zwischen vier und acht Uhr morgens registrierte die Polizei 42 UnfĂ€lle – fast doppelt so viele wie am Donnerstag der Vorwoche. Die A115 musste zeitweise vollstĂ€ndig gesperrt werden, die Sperrung dauerte drei Stunden. Auf der A100 bildeten sich Staus von mindestens 30 Minuten. Und wer glaubte, auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen zu können, wurde ebenfalls bitter enttĂ€uscht.

Wenn selbst die U-Bahn kapituliert

Die Berliner Verkehrsgesellschaft hatte sich nach eigenen Angaben auf die Wetterlage vorbereitet. Nachtfahrten wurden durchgefĂŒhrt, Spezialfahrzeuge eingesetzt. Doch der Kommentar des Verkehrsunternehmens klingt wie eine KapitulationserklĂ€rung: „Der Eisregen war stellenweise schneller als die ZĂŒge fahren konnten." Die U-Bahnlinien U2 und U3 fielen aus, nachdem bereits in der Vorwoche die Straßenbahnen wegen vereister Oberleitungen den Betrieb einstellen mussten.

Man fragt sich unwillkĂŒrlich: Wie haben es frĂŒhere Generationen nur geschafft, mit Winter umzugehen? Die Antwort ist simpel – sie haben Streusalz verwendet. Doch dieses bewĂ€hrte Mittel ist in Berlin zum Politikum geworden, zum Spielball ideologischer GrabenkĂ€mpfe zwischen Umweltaktivisten und dem gesunden Menschenverstand.

Der NABU als Herr ĂŒber Berlins Straßen

Es war der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der vor Gericht gegen die AllgemeinverfĂŒgung des Senats klagte, die den Einsatz von Tausalz ermöglicht hatte. Und das Gericht gab der Umweltorganisation recht. Nun herrscht wieder das Verbot – und mit ihm das Chaos. Die schwarz-rote Landesregierung unter BĂŒrgermeister Kai Wegner möchte zwar eine Neuregelung durch das Abgeordnetenhaus bringen, lĂ€sst sich dafĂŒr aber voraussichtlich noch bis Ende Februar Zeit.

Ende Februar! Als ob der Winter bis dahin höflich warten wĂŒrde. Die Wetterprognosen verheißen nichts Gutes: Positive Temperaturen und Sonnenschein kommen in den meisten Modellen fĂŒr die nĂ€chsten ein bis zwei Wochen allenfalls punktuell vor. Frostfreie Tage sind nicht in Sicht – genau wie eine adĂ€quate Reaktion der Politik.

Die Frage der VorrÀte

Ob die Berliner Stadtreinigungsbetriebe ĂŒberhaupt noch ĂŒber ausreichend Streusalz verfĂŒgen, bleibt unklar. Seit Wochen halten SchneefĂ€lle und Eisregen an, und die BSR scheinen darauf nicht vorbereitet gewesen zu sein. Die Abgabe von Streusalz an Privatleute wurde mit dem Argument abgelehnt, dann stĂŒnde nicht mehr genug fĂŒr die Straßen zur VerfĂŒgung. Eine bemerkenswerte Logik, wenn man bedenkt, dass die Straßen ohnehin kaum gerĂ€umt werden.

Selbstverschuldete UnmĂŒndigkeit

Was wir hier erleben, ist mehr als nur ein Winterchaos. Es ist das Symptom einer tiefgreifenden Fehlentwicklung in der deutschen Politik. Eine Millionenstadt, die es nicht schafft, ihre BĂŒrger vor den ganz normalen Widrigkeiten eines Winters zu schĂŒtzen. Eine Regierung, die sich von NGOs am Nasenring durch die Arena fĂŒhren lĂ€sst. Und ein Rechtssystem, das es ermöglicht, dass Verbandsklagerechte die Sicherheit der Bevölkerung gefĂ€hrden.

Der Philosoph Immanuel Kant beschrieb einst die „selbstverschuldete UnmĂŒndigkeit" als das Unvermögen, den eigenen Verstand ohne Anleitung anderer zu nutzen. Das war 1784. In Berlin gilt es offenbar bis heute – nur dass die Anleitung nun von UmweltverbĂ€nden kommt, deren Ideologie wichtiger zu sein scheint als die Gesundheit der BĂŒrger.

Die Berliner haben es in der Hand, bei der nĂ€chsten Wahl Konsequenzen zu ziehen. Doch die Erfahrung lehrt: SpĂ€testens zwei Wochen nach dem Tauwetter wird das Chaos vergessen sein – und dieselben Parteien werden wieder gewĂ€hlt, die fĂŒr dieses Desaster verantwortlich sind.

Es bleibt die bittere Erkenntnis: Wer grĂŒn wĂ€hlt, bekommt grĂŒne Politik. Und die bedeutet offenbar, dass man im Winter auf HĂ€nden und Knien zur Arbeit kriechen darf – sofern man nicht vorher auf dem Eis ausrutscht und sich den Arm bricht. Aber Hauptsache, die Kröten im Berliner Umland werden nicht durch Streusalz belĂ€stigt.

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