
Beben im Nordosten: CDU droht Wahl zwischen Linken und AfD

Am 20. September wählt Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Landtag – und der Ausgang könnte das Land politisch lähmen. Die AfD liegt in Umfragen bei rund 36 Prozent, die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei 29 Prozent. Für eine Regierungsbildung reicht das keiner Seite. Am Ende könnte ausgerechnet die geschrumpfte CDU zum Zünglein an der Waage werden.
Vom Volkspartei-Status ins Zehn-Prozent-Loch
Die Zahlen sind für die Christdemokraten brutal. Aktuelle Erhebungen sehen die CDU bei etwa 10 Prozent – die Linke liegt mit rund 11 Prozent sogar knapp davor. Zum Vergleich: 2021 holte die CDU noch 13,3 Prozent, die AfD damals 16,7.
Innerhalb von fünf Jahren hat sich die politische Statik im Nordosten also komplett verschoben. Die SPD stürzte von fast 40 Prozent ab, die AfD verdoppelte sich mehr als. Spitzenkandidat Daniel Peters versucht laut Medienberichten, mit einer betont volksnahen Kampagne rund um Fischbrötchen gegenzuhalten – ein Ansatz, den Beobachter angesichts der Lage für reichlich unterdimensioniert halten.
Warum die Wut im Land wächst
Der Frust hat handfeste Gründe. Mecklenburg-Vorpommern gehört bei Einkommen und Vermögen seit Jahrzehnten zu den Schlusslichtern der Republik – und trifft nun auf massiv gestiegene Lebenshaltungskosten. Wo die Rücklagen dünn sind, schlägt jede Preisrunde doppelt durch.
Dazu kommt die Energiefrage. Schwesig galt jahrelang als Fürsprecherin enger Beziehungen zu Moskau und trieb den Bau der Nord-Stream-Pipelines voran. Nach Kriegsbeginn vollzog sie die Kehrtwende – und wird dem Bericht zufolge im Land nun genau dafür kritisiert, nicht etwa für ihre frühere Russlandpolitik. Die AfD greift diese Stimmung auf und fordert unter anderem eine Öffnung der Pipelines sowie ein Ende der Ukrainehilfen.
Auch das Thema Migration bringt der Partei weiter Zulauf – obwohl die Zugangszahlen zuletzt gesunken sind. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt das: Vertrauen, das über Jahre verspielt wurde, kehrt nicht zurück, nur weil eine Statistik sich dreht.
Das Patt-Szenario – und ein Präzedenzfall für Berlin
Entscheidend werden die kleinen Parteien. Grüne (5 Prozent) und BSW (4 Prozent) zittern um den Einzug; die Grünen kämpfen zusätzlich mit Vorwürfen des Machtmissbrauchs gegen eine frühere Fraktionsvorsitzende. Scheitern beide an der Fünfprozenthürde, wird die Rechnung eng:
- Die AfD kann nach jetzigem Stand nicht allein regieren.
- SPD und Linke allein hätten keine Mehrheit.
- Bliebe ein Bündnis aus SPD, Linken – und CDU.
Nur: Der Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU verbietet die Zusammenarbeit sowohl mit der Linken als auch mit der AfD. Die Partei müsste sich also zwischen zwei Türen entscheiden, die sie selbst verriegelt hat. Dass die Wahl im konservativen Landesverband automatisch zugunsten der Linken ausfällt, gilt keineswegs als ausgemacht.
Damit wird der 20. September zum Testfall weit über Schwerin hinaus – auch für die Große Koalition in Berlin. Politische Blockaden dieser Größenordnung sind selten folgenlos. Wer sein Vermögen gegen politische und wirtschaftliche Unwägbarkeiten absichern will, setzt traditionell auf Sachwerte: Physisches Gold und Silber haben sich über Generationen als krisenfeste Beimischung eines breit gestreuten Vermögens bewährt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger trifft seine Entscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst umfassend informieren.










