Kettner Edelmetalle
28.06.2025
18:53 Uhr

Atomare Abschreckung: Spahn fordert deutschen Zugriff auf Nuklearwaffen

Die sicherheitspolitische Lage Europas hat sich fundamental gewandelt. WĂ€hrend die Ampel-Koalition jahrelang auf Appeasement und Dialogbereitschaft setzte, zeigt die russische Aggression gegen die Ukraine schonungslos die SchwĂ€chen deutscher Verteidigungspolitik auf. Unionsfraktionschef Jens Spahn zieht nun die ĂŒberfĂ€lligen Konsequenzen und fordert, was viele in Berlin noch immer fĂŒr undenkbar halten: Deutschland brauche unmittelbaren Zugriff auf Atomwaffen.

Die bittere RealitÀt der deutschen Wehrlosigkeit

„Die russische Aggression ist eine ganz neue Bedrohungslage", konstatierte Spahn gegenĂŒber der „Welt am Sonntag". Eine Erkenntnis, die in ihrer Schlichtheit erschreckend ist – hĂ€tte sie doch spĂ€testens seit der Krim-Annexion 2014 zur politischen Grundausstattung gehören mĂŒssen. Doch wĂ€hrend man in Berlin von Friedensdividenden trĂ€umte und die Bundeswehr systematisch kaputtsparte, rĂŒstete Moskau auf.

Die wenigen US-Atombomben im rheinland-pfĂ€lzischen BĂŒchel, auf die Deutschland im Rahmen der nuklearen Teilhabe theoretisch Zugriff hĂ€tte, reichten „auf Dauer nicht", so Spahn. Eine schonungslose Analyse, die das Versagen deutscher Sicherheitspolitik der vergangenen Jahrzehnte offenlegt.

EuropĂ€ische Nuklearmacht – mit deutscher FĂŒhrung

Spahns Vorstoß geht weit ĂŒber kosmetische Korrekturen hinaus. Der CDU-Politiker fordere eine Debatte ĂŒber einen „eigenstĂ€ndigen europĂ€ischen nuklearen Schutzschirm" – und dieser funktioniere „nur mit deutscher FĂŒhrung". Ein Tabubruch in einem Land, das sich seit Jahrzehnten in pazifistischen Illusionen sonnt.

„Wer nicht nuklear abschrecken kann, wird zum Spielball der Weltpolitik."

Diese Worte Spahns treffen den Kern deutscher NaivitĂ€t. WĂ€hrend China, Russland und selbst Nordkorea ihre Nukleararsenale ausbauen, diskutiert man hierzulande lieber ĂŒber Gendersternchen und KlimaneutralitĂ€t. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur aufgelegt – doch was nĂŒtzt die schönste Autobahn, wenn sie im Ernstfall von feindlichen Raketen zerstört werden könnte?

Kreative Lösungen fĂŒr ein heikles Problem

Spahn prĂ€sentierte konkrete Ideen fĂŒr eine europĂ€ische Atommacht. So könne die ZustĂ€ndigkeit zwischen den Mitgliedsstaaten „nach dem Zufallsprinzip rotieren" – ein Konzept, das potenzielle Gegner im Ungewissen ließe. Ob Frankreich bereit wĂ€re, seinen nuklearen Schatz zu teilen, bleibt fraglich. Doch die Alternative – dauerhaft von amerikanischem Wohlwollen abhĂ€ngig zu bleiben – erscheint angesichts der UnwĂ€gbarkeiten transatlantischer Politik zunehmend riskant.

Die historische Dimension der nuklearen Teilhabe

Das Konzept der „nuklearen Teilhabe" stammt aus den 1950er Jahren, als der Kalte Krieg Europa teilte. Damals demonstrierten die USA ihre Bereitschaft, ihre europĂ€ischen Partner mit eigenen Atomwaffen zu schĂŒtzen. Heute, da Donald Trump in seiner zweiten Amtszeit massive Zölle gegen EU-Importe verhĂ€ngt hat und die transatlantischen Beziehungen auf einem historischen Tiefpunkt angelangt sind, wirkt dieses Versprechen zunehmend hohl.

Die Bundeswehr könnte zwar theoretisch im Ernstfall US-Atomwaffen einsetzen – doch die Entscheidung darĂŒber lĂ€ge letztlich in Washington. Ein Zustand, der Deutschland de facto zum Bittsteller in existenziellen Sicherheitsfragen degradiert.

Der Preis der Freiheit

„Wer Schutz will, muss ihn eben auch finanzieren", mahnte Spahn. Eine Binsenweisheit, die in Deutschland jahrzehntelang ignoriert wurde. WĂ€hrend man lieber Milliarden in fragwĂŒrdige Klimaprojekte pumpte und die Energiewende zur Staatsreligion erhob, verrottete die Bundeswehr. Nun rĂ€cht sich diese PrioritĂ€tensetzung bitter.

Die Vorbehalte gegen eine deutsche Atommacht seien ihm bewusst, rĂ€umte Spahn ein. Doch die Alternative – als wehrloser Spielball zwischen den GroßmĂ€chten zu enden – könne keine Option sein. Es ist höchste Zeit, dass Deutschland erwachsen wird und Verantwortung fĂŒr die eigene Sicherheit ĂŒbernimmt.

Die neue sicherheitspolitische RealitĂ€t erfordert neue Antworten. Spahns Vorstoß mag unbequem sein, doch er stellt die richtigen Fragen. In einer Welt, in der autoritĂ€re Regime aufrĂŒsten und internationale Ordnungen erodieren, kann sich Europa den Luxus pazifistischer TrĂ€umereien nicht lĂ€nger leisten. Gold und Silber mögen als KrisenwĂ€hrung dienen – doch ohne glaubwĂŒrdige militĂ€rische Abschreckung werden auch sie im Ernstfall wenig nĂŒtzen.

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