Kettner Edelmetalle
29.12.2025
09:16 Uhr

Arbeitsmarkt-Desaster: Fast die Hälfte aller Wirtschaftsverbände erwartet Stellenabbau für 2026

Die deutsche Wirtschaft taumelt weiter von einer Krise in die nächste. Eine aktuelle Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeichnet ein düsteres Bild für den Arbeitsmarkt im kommenden Jahr: Von 46 befragten Wirtschaftsverbänden rechnen sage und schreibe 22 mit einem Stellenabbau. Lediglich neun Verbände blicken optimistisch in die Zukunft und erwarten Neueinstellungen. Der Rest verharrt in einer Art Schockstarre und geht von stagnierender Beschäftigung aus.

Die üblichen Verdächtigen: Protektionismus und Standortschwäche

Was sind die Ursachen für dieses wirtschaftliche Trauerspiel? Die Antwort ist so vorhersehbar wie ernüchternd: Der weltweit zunehmende Protektionismus, eine chronische Exportschwäche und horrende Standortkosten treiben die deutsche Wirtschaft in die Enge. Besonders die einst so stolze Industrie leidet unter diesen Bedingungen. Automobilhersteller, Papierproduzenten und Textilunternehmen – sie alle erwarten Produktionsrückgänge im neuen Jahr.

Die preisliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands erodiert zusehends. Während andere Länder ihre Industrien mit günstigen Energiepreisen und schlanken Bürokratien locken, erstickt der Standort Deutschland unter einer Last aus Regulierungen, Steuern und ideologisch motivierten Energiepreisen. Die Quittung dafür erhalten nun die Arbeitnehmer.

Ein Hoffnungsschimmer – oder doch nur Strohfeuer?

Immerhin: Die Geschäftsaussichten haben sich gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert. 19 von 46 Verbänden erwarten eine höhere Produktion als 2025, nur neun rechnen mit einem weiteren Rückgang. Der Erwartungssaldo ist damit erstmals seit Jahren positiv. Doch bevor jemand in Jubel ausbricht, sollte man genauer hinschauen.

„Wer auf ein baldiges und umfassendes Ende der Wirtschaftskrise gehofft hat, wird auch 2026 enttäuscht", warnt IW-Direktor Michael Hüther unmissverständlich.

Hinter der vermeintlichen Aufhellung stecke häufig keine echte wirtschaftliche Dynamik. Die deutsche Wirtschaft stabilisiere sich lediglich auf niedrigerem Niveau – ein Euphemismus für das, was man auch als kontrollierten Absturz bezeichnen könnte.

Investitionsflaute als Alarmsignal

Besonders besorgniserregend ist die anhaltende Investitionsschwäche. Nur elf Branchenverbände rechnen mit steigenden Investitionen, während 14 einen Rückgang erwarten. Die Mehrheit von 21 Verbänden geht von stagnierenden Investitionen aus – wohlgemerkt auf bereits niedrigem Niveau. Wer nicht investiert, baut keine Zukunft. So einfach ist das.

Gewinner gibt es auch – dank Staatsgeldern

Zu den wenigen Aufsteigern gehören Branchen, die vom sogenannten Sondervermögen oder den gestiegenen Verteidigungsausgaben profitieren. Luft- und Raumfahrt, Schiffbau und Teile des Baugewerbes können sich über volle Auftragsbücher freuen. Doch diese Entwicklung offenbart ein grundlegendes Problem: Wachstum findet nur noch dort statt, wo der Staat mit Steuergeldern nachhelfen muss.

Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat mit ihrem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen zwar kurzfristig einige Branchen beflügelt, doch diese schuldenfinanzierte Konjunkturspritze wird kommende Generationen noch lange belasten. Von einer nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung kann keine Rede sein.

Die Politik muss endlich handeln

„Wenn wir wieder auf Wachstumskurs zurückkehren wollen, hat die Politik noch viel Arbeit vor sich", mahnt Hüther. Eine Untertreibung sondergleichen. Deutschland braucht dringend strukturelle Reformen: niedrigere Energiekosten, weniger Bürokratie, eine wettbewerbsfähige Steuerpolitik und eine Rückbesinnung auf wirtschaftliche Vernunft statt ideologischer Experimente.

Die Zeichen stehen auf Sturm. Und während andere Volkswirtschaften längst wieder Fahrt aufnehmen, droht Deutschland endgültig den Anschluss zu verlieren. Die Leidtragenden sind am Ende immer dieselben: die fleißigen Arbeitnehmer, die um ihre Jobs bangen müssen.

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