Kettner Edelmetalle
14.07.2025
07:29 Uhr

Arbeiten bis zum Umfallen? DIHK-Chef will uns den Pfingstmontag klauen

WĂ€hrend die hart arbeitenden Deutschen sich nach jedem freien Tag sehnen, hat der PrĂ€sident der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Peter Adrian, eine besonders charmante Idee: Er möchte den Pfingstmontag als Feiertag abschaffen. Die BegrĂŒndung? Die Deutschen wĂŒrden zu wenig arbeiten. Eine Aussage, die bei genauerer Betrachtung so löchrig ist wie ein Schweizer KĂ€se.

Die MĂ€r von den faulen Deutschen

Adrian behauptet gegenĂŒber der "Bild am Sonntag", die deutsche ArbeitsproduktivitĂ€t stagniere. Im OECD-Vergleich wĂŒrden BeschĂ€ftigte hierzulande durchschnittlich nur 1.350 Stunden im Jahr arbeiten, wĂ€hrend der OECD-Durchschnitt bei 1.750 Stunden liege. Ein Delta von 400 Stunden, an das man "ran mĂŒsse". Doch diese Zahlen sind so aussagekrĂ€ftig wie ein Wetterbericht fĂŒr den Mars.

Was Adrian verschweigt: Die OECD selbst warnt davor, diese Statistik fĂŒr LĂ€ndervergleiche zu verwenden. Der Grund ist simpel und entlarvend zugleich. In dieser Erhebung zĂ€hlt ein VollzeitbeschĂ€ftigter genauso viel wie jemand, der nur 15 Stunden pro Woche arbeitet. Ein statistischer Taschenspielertrick, der die RealitĂ€t völlig verzerrt.

Wenn Statistik zur Farce wird

Ein Beispiel verdeutlicht den Irrsinn: Arbeitet in einer Familie der Mann 38,5 Wochenstunden an 45 Arbeitswochen, wĂ€hrend die Frau nicht erwerbstĂ€tig ist, ergibt das 1.732,5 Stunden – fast genau den OECD-Schnitt. Erhöht er nun seine Arbeitszeit auf 40 Stunden und nimmt seine Frau eine TeilzeitbeschĂ€ftigung mit 20 Wochenstunden auf, arbeiten beide durchschnittlich 30 Stunden – statistisch gesehen weniger, obwohl in der Familie insgesamt mehr gearbeitet wird. Absurder geht es kaum.

Will Deutschland also den OECD-Anschluss schaffen, mĂŒssten paradoxerweise alle TeilzeitbeschĂ€ftigten zu Hause bleiben. Eine Logik, die selbst Kafka nicht besser hĂ€tte erfinden können.

Die wahre Agenda hinter der Forderung

Besonders pikant wird Adrians Vorstoß, wenn man bedenkt, dass er ausgerechnet Frauen verstĂ€rkt in die Vollzeitarbeit drĂ€ngen möchte. NatĂŒrlich nur mit "guter Kinderbetreuung", wie er betont. Doch wer soll sich um die Kinder kĂŒmmern, wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten? Die Antwort liegt auf der Hand: Der Staat soll es richten. Noch mehr staatliche Einmischung in die Familien, noch mehr Entfremdung zwischen Eltern und Kindern.

Es ist bezeichnend fĂŒr den Zustand unserer Gesellschaft, dass Wirtschaftsvertreter nicht etwa fordern, die ProduktivitĂ€t durch bessere Arbeitsbedingungen, modernere Technologie oder effizientere Prozesse zu steigern. Nein, die Lösung soll darin bestehen, den Menschen ihre wenigen Erholungstage zu nehmen und sie noch lĂ€nger an die Werkbank zu ketten.

Der Pfingstmontag als Symbol

Der Pfingstmontag ist mehr als nur ein freier Tag. Er ist Teil unserer christlich-abendlÀndischen Tradition, ein kulturelles Erbe, das Generationen geprÀgt hat. Dass ausgerechnet dieser Feiertag zur Disposition gestellt wird, zeigt, wie weit sich unsere Eliten bereits von den Wurzeln unserer Gesellschaft entfernt haben.

WĂ€hrend in anderen LĂ€ndern die Work-Life-Balance zunehmend in den Fokus rĂŒckt, sollen die Deutschen offenbar zu willenlosen Arbeitsmaschinen degradiert werden. Die Ironie dabei: Studien zeigen immer wieder, dass ausgeruhte und zufriedene Mitarbeiter produktiver sind als ausgebrannte Arbeitssklaven.

Zeit fĂŒr echte Lösungen

Statt den Menschen ihre wohlverdienten Feiertage zu stehlen, sollten sich Wirtschaftsvertreter wie Adrian lieber fragen, warum die deutsche ProduktivitĂ€t tatsĂ€chlich stagniert. Könnte es vielleicht an der ausufernden BĂŒrokratie liegen? An den weltweit höchsten Steuern und Abgaben? An einer verfehlten Energiepolitik, die unsere Industrie in die Knie zwingt?

Die wahren Probleme unserer Wirtschaft löst man nicht, indem man den BĂŒrgern ihre Feiertage nimmt. Man löst sie durch eine vernĂŒnftige Politik, die Unternehmen entlastet, Innovationen fördert und den Menschen wieder Perspektiven bietet. Doch davon ist unter der aktuellen Großen Koalition wenig zu spĂŒren.

Es bleibt zu hoffen, dass die Deutschen sich nicht ihre hart erkĂ€mpften Errungenschaften nehmen lassen. Der Pfingstmontag gehört uns – und das soll auch so bleiben. Wer meint, die Lösung fĂŒr wirtschaftliche Probleme lĂ€ge darin, die Menschen noch mehr auszupressen, hat den Schuss nicht gehört. Es ist Zeit, dass wir uns wieder auf das besinnen, was wirklich zĂ€hlt: Familie, Tradition und ein Leben, das mehr ist als nur Arbeit.

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Wer ist: Dirk MĂŒller

Dirk MĂŒller ist als Börsenmakler das Gesicht der Frankfurter Börse im Fernsehen und mittlerweile auch in Social Media. ZufĂ€llig immer im Bild unter der Kursanzeige auf dem Börsenparkett gewesen, wurd