Kettner Edelmetalle
11.11.2025
18:28 Uhr

AfD im Chaos: Weidel droht eigenen Abgeordneten mit Parteiausschluss wegen Russland-Reise

Die Alternative fĂŒr Deutschland zeigt sich einmal mehr als zerrissene Partei, die ihre eigenen Reihen nicht im Griff hat. Alice Weidel, die sich gerne als starke FĂŒhrungsfigur inszeniert, muss nun mit harten Bandagen gegen ihre eigenen Leute vorgehen. Der Grund: Eine geplante Russland-Reise zweier Bundestagsabgeordneter, die offenbar ohne Absprache mit der ParteifĂŒhrung organisiert wurde.

EigenmĂ€chtige Außenpolitik sorgt fĂŒr Eklat

Die AfD-Abgeordneten Steffen KotrĂ© und Rainer Rothfuß planten eine Delegationsreise in die russische Schwarzmeerstadt Sotschi. Dort sollte es nach vorliegenden Informationen sogar zu einem Treffen mit Dmitri Medwedew kommen, dem ehemaligen russischen PrĂ€sidenten und heutigen Vizechef des Sicherheitsrates. Ein Vorhaben, das Weidel als "unsinnig" brandmarkte und mit ungewöhnlicher SchĂ€rfe kritisierte.

"Ich kann nicht nachvollziehen, was man dort eigentlich will", echauffierte sich die AfD-Chefin am Dienstag in Berlin. Sie selbst wĂŒrde eine solche Reise "weder unternehmen noch empfehlen". Deutliche Worte, die zeigen, wie sehr die Partei in der Russland-Frage gespalten ist.

Drohung mit dem Parteiausschluss

Besonders brisant: Weidel scheute nicht davor zurĂŒck, mit den hĂ€rtesten Konsequenzen zu drohen. "Wer sich nicht an die vereinbarten Vorgaben hĂ€lt, muss mit Konsequenzen rechnen bis hin zum Parteiausschluss", stellte sie unmissverstĂ€ndlich klar. Eine bemerkenswerte Drohung, die verdeutlicht, wie ernst die Lage innerhalb der AfD ist.

"Viele Kolleginnen und Kollegen verstehen schlicht nicht, welchen Zweck diese Reisen haben sollen"

WĂ€hrend Rothfuß nach intensiven GesprĂ€chen mit Kollegen offenbar eingelenkt habe und auf die Teilnahme verzichte, halte KotrĂ© weiterhin an seinen PlĂ€nen fest. Ein Affront gegen die ParteifĂŒhrung, der Konsequenzen haben könnte.

Kontrollverlust in der Fraktion

Die Episode offenbart ein grundsĂ€tzliches Problem der AfD: Die ParteifĂŒhrung hat ihre eigenen Abgeordneten nicht unter Kontrolle. Die Entscheidung ĂŒber die Reise sei im zustĂ€ndigen Arbeitskreis gefallen, der Parteivorstand jedoch kaum eingebunden gewesen. Ein Armutszeugnis fĂŒr eine Partei, die sich gerne als Alternative zum etablierten Politikbetrieb prĂ€sentiert.

Weidel kĂŒndigte nun an, die Regeln fĂŒr Auslandsreisen zu verschĂ€rfen. KĂŒnftig solle die FraktionsfĂŒhrung stĂ€rker eingebunden werden. "Das Thema steht ganz oben auf der Agenda unserer nĂ€chsten Vorstandsklausur", versprach sie. Man könne es sich nicht leisten, dass Abgeordnete "auf eigene Faust" handelten.

ZwiespÀltige Haltung zu Russland

Interessant ist Weidels zwiespĂ€ltige Position in der Russland-Frage. Einerseits betonte sie, es sei wichtig, den Dialog mit Russland nicht abreißen zu lassen. "Frieden in Europa wird es nur mit Russland geben, nicht gegen Russland", sagte sie - eine Position, die durchaus vernĂŒnftig klingt. Andererseits distanzierte sie sich scharf von konkreten Kontakten ihrer Abgeordneten.

Diese WidersprĂŒchlichkeit zeigt das Dilemma der AfD: Man möchte sich als friedenspolitische Alternative prĂ€sentieren, gleichzeitig aber nicht zu sehr in die NĂ€he Russlands gerĂŒckt werden. Ein Spagat, der offenbar nicht allen Parteimitgliedern gelingt.

Ein Symptom fĂŒr tiefere Probleme

Der Vorfall ist symptomatisch fĂŒr die strukturellen Probleme der AfD. Eine Partei, die sich als bĂŒrgerliche Alternative gibt, aber immer wieder durch interne Querelen und eigenmĂ€chtige AlleingĂ€nge auffĂ€llt. WĂ€hrend die etablierten Parteien trotz aller Kritik zumindest ihre internen Prozesse im Griff haben, zeigt die AfD hier erhebliche Defizite.

Es bleibt abzuwarten, ob Weidel ihre Drohungen wahrmacht und tatsĂ€chlich gegen KotrĂ© vorgeht, sollte dieser an seiner Reise festhalten. Ein Parteiausschlussverfahren wĂŒrde die internen GrĂ€ben nur noch weiter vertiefen und der Partei weiteren Schaden zufĂŒgen.

Die Episode zeigt einmal mehr: Die AfD mag in Umfragen stark sein, doch intern herrscht Chaos statt klarer FĂŒhrung. Eine Partei, die ihre eigenen Abgeordneten mit Parteiausschluss bedrohen muss, ist weit davon entfernt, regierungsfĂ€hig zu sein.

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