
Abwasserkrise auf dem teuersten Kriegsschiff der Welt: Die USS Gerald Ford versinkt im eigenen Dreck
Man könnte es sich kaum besser ausdenken: Das mächtigste und teuerste Kriegsschiff, das je gebaut wurde – ein 13 Milliarden Dollar schwerer Flugzeugträger der US-Navy – kämpft nicht etwa gegen feindliche Hyperschallraketen oder asymmetrische Kriegsführung. Nein. Er kämpft gegen verstopfte Toiletten. Was wie eine Satire klingt, ist bittere Realität an Bord der USS Gerald R. Ford, die derzeit im Mittelmeer kreuzt und offenbar als nächstes den israelischen Hafen von Haifa anlaufen soll.
240 Tage auf See – und kein Ende in Sicht
Der Supercarrier befindet sich seit über 240 Tagen auf See. Das macht diesen Einsatz zu einem der längsten in der modernen Marinegeschichte. Ursprünglich war das Schiff vor Venezuela im Einsatz, bevor es auf Anordnung ins Zuständigkeitsgebiet des Central Command (CENTCOM) verlegt wurde – mitten hinein in die brodelnde Konfrontation zwischen den USA und dem Iran. Über 4.500 Besatzungsmitglieder befinden sich an Bord. Und die Moral? Sie bröckelt.
Laut Berichten des Wall Street Journal und anderer renommierter Militärquellen habe Präsident Trump den Einsatz des Flugzeugträgers bereits zum zweiten Mal verlängert. Die Konsequenzen seien gravierend: Matrosen hätten den Tod von Familienangehörigen verpasst, eine Soldatin erwäge, die Navy zu verlassen, weil sie seit fast einem Jahr von ihrer kleinen Tochter getrennt sei. Die menschlichen Kosten dieser endlosen Verlängerungen werden zunehmend sichtbar.
Ein Vakuumsystem am Limit
Doch es sind nicht nur die seelischen Belastungen, die der Besatzung zusetzen. Das Abwassersystem des erst vor einem Jahrzehnt in Dienst gestellten Schiffes versagt chronisch. Rund 650 Toiletten an Bord werden über ein hochkomplexes Vakuumsystem betrieben – und dieses System produziert im Schnitt einen Wartungseinsatz pro Tag. Bereits im Januar waren zahlreiche Toiletten außer Betrieb, wie der Sender NPR erstmals berichtete.
Die US-Navy bestätigte die Probleme gegenüber dem Wall Street Journal, spielte deren Bedeutung jedoch herunter. Die Situation verbessere sich, und die Einsatzfähigkeit des Trägers sei nicht beeinträchtigt, so ein Marineoffizier. Man darf sich fragen, wie ernst eine solche Beschwichtigung zu nehmen ist, wenn Matrosen selbst berichten, dass die sanitären Zustände an Bord unhaltbar seien.
Spott und berechtigte Kritik
Kritiker der aggressiven US-Haltung gegenüber dem Iran haben die Situation genüsslich aufgegriffen. In den sozialen Medien wurde spöttisch kommentiert, Washington spreche von „Shock and Awe" – doch die USS Gerald Ford liefere derzeit vor allem „Schock und Gestank". Ein 13-Milliarden-Dollar-Kriegsschiff, das für die Konfrontation mit einer Regionalmacht positioniert werde und nicht einmal seine eigene Kanalisation im Griff habe – das ist ein Bild, das mehr über den Zustand der amerikanischen Militärmaschinerie aussagt als jede Strategieanalyse.
Symptom eines tieferliegenden Problems
Was hier zum Vorschein kommt, ist mehr als eine peinliche Anekdote. Es ist ein Symptom. Die westlichen Streitkräfte – und das gilt keineswegs nur für die USA – investieren Unsummen in immer komplexere Waffensysteme, deren Wartung und Instandhaltung die Kapazitäten zunehmend übersteigt. Die USS Gerald Ford, das Flaggschiff der US-Navy, wurde mit massiven Kostenüberschreitungen und jahrelangen Verzögerungen fertiggestellt. Dass nun, kaum ein Jahrzehnt nach der Indienststellung, grundlegende Infrastruktur versagt, wirft ernste Fragen auf.
Berichten zufolge könnten die hartnäckigen Sanitärprobleme erst dann grundlegend behoben werden, wenn der Träger in einen US-Heimathafen zurückkehrt und eine umfassende Wartung durchläuft. Wann das sein wird, steht angesichts der geopolitischen Lage im Nahen Osten in den Sternen. Die Schiffsführung habe die Besatzung derweil daran erinnert, dass sie genau dafür unterschrieben hätten – und dass sie ihren Auftrag zu erfüllen hätten, wenn das Land rufe.
Washington spricht von „Shock and Awe". Die USS Gerald R. Ford liefert derzeit vor allem Schock – über den Zustand der eigenen Infrastruktur.
Für Europa und insbesondere Deutschland sollte diese Episode ein Weckruf sein. Wer sich in Sicherheitsfragen nahezu vollständig auf den amerikanischen Verbündeten verlässt, dessen Flaggschiff nicht einmal funktionierende Toiletten garantieren kann, der sollte seine eigene Verteidigungsfähigkeit dringend überdenken. Doch statt in eine schlagkräftige Bundeswehr zu investieren, versenkt die neue Große Koalition unter Friedrich Merz lieber 500 Milliarden Euro in ein nebulöses „Sondervermögen", dessen tatsächlicher Nutzen für die Landesverteidigung mehr als fraglich bleibt. Die Rechnung dafür werden – wie immer – die deutschen Steuerzahler begleichen. Generationen von ihnen.
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