Kettner Edelmetalle
23.08.2026
21:00 Uhr
KI-generiert

34 Millionen Euro Schaden: Wer die Schmierereien der Bahn bezahlt

34 Millionen Euro Schaden: Wer die Schmierereien der Bahn bezahlt
Symbolbild: KI-generiert

Zerkratzte Fensterscheiben, aufgeschlitzte Sitze, gestohlene Kupferkabel: Vandalismus hat die Deutsche Bahn im vergangenen Jahr rund 34 Millionen Euro gekostet. Das geht aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine schriftliche Frage aus der AfD-Bundestagsfraktion hervor, ĂŒber die mehrere Medien berichten. Der grĂ¶ĂŸte Brocken entfĂ€llt auf die Infrastruktur.

Die Rechnung im Detail

Allein 19,6 Millionen Euro entstanden laut der Ministeriumsantwort an Gleisen, Anlagen und Bahnhöfen. Der Diebstahl von Buntmetall schlug demnach mit 5,5 Millionen Euro zu Buche, die Beseitigung von Graffiti an Bahnanlagen mit 3,7 Millionen Euro. Weitere 6,8 Millionen Euro laufen schlicht unter der Sammelkategorie „Vandalismus“.

Im Regionalverkehr summierten sich die Kosten auf rund zwölf Millionen Euro – der Großteil davon fĂŒr das Entfernen von Farbschmierereien. Der Fernverkehr kam vergleichsweise glimpflich davon: etwa 2,25 Millionen Euro.

Die nackten Zahlen dahinter: 657 Graffitidelikte und 220 SachbeschĂ€digungen an oder in Fahrzeugen wurden registriert. Die Behörde nennt dabei ausdrĂŒcklich das sogenannte Scratching an Fensterscheiben, Aufkleber sowie BeschĂ€digungen der Inneneinrichtung.

Ein Staatskonzern – und der BĂŒrger zahlt mit

Man darf nicht vergessen, wem dieses Unternehmen gehört: Die Deutsche Bahn steht vollstĂ€ndig im Eigentum des Bundes. Jede SprĂŒhdose, jedes gekappte Signalkabel, jeder zerschnittene Sitzbezug landet damit am Ende auf einer Rechnung, die der Steuerzahler mittrĂ€gt.

FĂŒr viele Pendler ist das doppelt bitter. Denn 34 Millionen Euro sind nicht nur eine abstrakte Zahl in einer Bilanz – es ist Geld, das fĂŒr pĂŒnktlichere ZĂŒge, saubere Bahnhöfe oder neue Weichen fehlt. Der Konzern hat Medienberichten zufolge zuletzt erstmals seit sieben Jahren wieder schwarze Zahlen geschrieben. Umso Ă€rgerlicher, wenn ein zweistelliger Millionenbetrag im Farbnebel verpufft.

Kabelklau: das lukrative GeschÀft mit Buntmetall

Besonders perfide ist der Metalldiebstahl. Kupfer und andere Buntmetalle sind gefragte Industrierohstoffe – wer Signalkabel aus dem Boden reißt, legt nicht selten den Verkehr ganzer Strecken lahm. Der wirtschaftliche Folgeschaden durch VerspĂ€tungen und AusfĂ€lle taucht in den 5,5 Millionen Euro noch gar nicht auf.

Handwerkertrupps gegen die SprĂŒhdose

Die Bahn versucht gegenzuhalten. Mehr als 40 mobile Handwerkerteams sollen sich um Reparaturen und die Beseitigung von Graffiti kĂŒmmern, zu Jahresbeginn gab es an deutlich mehr Bahnhöfen als zuvor einen groß angelegten FrĂŒhjahrsputz.

Aus Sicht unserer Redaktion kuriert das allerdings vor allem Symptome. Solange SachbeschĂ€digung im öffentlichen Raum als Kavaliersdelikt durchgeht und die AufklĂ€rungsquote ĂŒberschaubar bleibt, wird jeder frisch geputzte Bahnhof binnen Wochen wieder besprĂŒht. VerschĂ€rfend kommt hinzu: Berichten zufolge fordert die Bahngewerkschaft EVG mehr Schutz fĂŒr das Zugpersonal, das mit Pöbeleien und Übergriffen konfrontiert sei.

Es ist eine Frage der PrioritÀten. Wer Milliarden in Sondervermögen und Prestigeprojekte lenkt, sollte zuerst das SelbstverstÀndliche sichern: dass Infrastruktur, die alle bezahlen, auch von allen respektiert wird.

Was bleibt, wenn Sachwerte verschwinden

Der Fall zeigt nebenbei, wie wertvoll physische Rohstoffe geworden sind – Kupferkabel werden aus dem Boden gerissen, weil Metall bares Geld bedeutet. Wer sein Vermögen langfristig absichern will, setzt seit jeher auch auf greifbare Werte wie Gold und Silber, als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenstĂ€ndig zu informieren, und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Entscheidungen selbst.

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