Kettner Edelmetalle
25.08.2026
17:03 Uhr
KI-generiert

25 Jahre allein im Wald: Chinese hielt ein lÀngst vergessenes Versprechen

25 Jahre allein im Wald: Chinese hielt ein lÀngst vergessenes Versprechen
Symbolbild: KI-generiert

Ein Mann, ein Satz, ein Vierteljahrhundert: Li Guoyou aus der sĂŒdwestchinesischen Provinz Sichuan hat 25 Jahre lang eine einsame BerghĂŒtte in Nordchina bewacht – fĂŒr eine Chefin, die ihn lĂ€ngst vergessen hatte. Jetzt, mit 63 Jahren, ist er zu seinen BrĂŒdern zurĂŒckgekehrt. Seine Geschichte geht in China viral.

Vom Wanderarbeiter zum Einsiedler

Medienberichten zufolge, unter anderem der South China Morning Post, verließ Li 1987 mit 24 Jahren sein Elternhaus und ging nach Guangzhou – auf der Suche nach Arbeit, wie Millionen andere Chinesen in jenen Jahren des rasanten Booms. Der Kontakt zu seinen beiden BrĂŒdern, nach dem Tod der Eltern seine einzige Familie, riss nach und nach ab.

Ein einziges Mal, in den Neunzigern, stand er wieder vor der HaustĂŒr der Familie. Die BrĂŒder arbeiteten auswĂ€rts. Li hinterließ eine Festnetznummer – und niemand erreichte ihn je darunter.

1998 zog er weiter nach Harbin, ganz in den kalten Norden. Dort arbeitete er in einem Autobahnrestaurant. Als die Straße drei Jahre spĂ€ter gesperrt wurde, war der Job weg. Die Besitzerin bot ihm an, auf ihr Haus tief in den Bergen aufzupassen – gehen könne er jederzeit.

Mais, Vieh, Fisch – und drei Kilometer bis zum nĂ€chsten Laden

Er ging nicht. Er blieb. 25 Jahre lang. Li baute Mais an, hielt Vieh und fischte, denn der nĂ€chste Lebensmittelladen lag drei Kilometer entfernt. WĂ€hrend er die HĂŒtte hĂŒtete, machte die EigentĂŒmerin dem Bericht zufolge GeschĂ€fte in Peking und in Russland.

Erst im Mai dieses Jahres kehrte sie zurĂŒck, um die Immobilie zu verkaufen – und traf dort auf ihren einstigen Angestellten. In lokalen Medien wird sie mit den Worten zitiert:

„Ich dachte, er wĂŒrde nicht lange bleiben. Es war mein Satz, der ihn dort hielt.“

Sein Wunsch, so heißt es, sei schlicht gewesen: nach Hause gehen und die BrĂŒder wiedersehen.

Wenn der Staat entscheidet, wo man leben darf

Doch die Heimreise scheiterte fast an der BĂŒrokratie. Lis Personalausweis war 2005 abgelaufen, als China auf Dokumente mit RFID-Chip und digitaler VerschlĂŒsselung umstellte. Ohne gĂŒltige Papiere kein Ticket, ohne Geld keine Fahrt zum Melderegister in Sichuan.

Erst als die Hausbesitzerin die Polizei in Harbin und Pingtan einschaltete, kam Bewegung in die Sache. Nach 40 Stunden Zugfahrt nach Chongqing holten ihn Beamte ab und brachten ihn heim. Inzwischen hĂ€lt Li sein erneuertes Hukou-Heft in die Kamera – nach fast drei Jahrzehnten offiziell zurĂŒck.

Das Hukou-System teilt Chinas Bevölkerung in stĂ€dtisch und lĂ€ndlich registrierte Menschen ein und koppelt Bildung, Gesundheit und Sozialleistungen an den Registrierungsort. Wer als Wanderarbeiter in der Stadt lebt, fĂ€llt oft durchs Raster. Waren es 2007 geschĂ€tzt 150 bis 200 Millionen Betroffene, nennen offizielle Stellen fĂŒr 2026 bereits 357 Millionen Wanderarbeiter. Reformen laufen seit Jahren – zĂ€h.

Ein Wort, das hÀlt

FĂŒr viele Nutzer im chinesischen Netz ist Li ein Ehrenmann. Ein Beobachter schrieb sinngemĂ€ĂŸ, es sei mĂŒĂŸig zu streiten, wer wem etwas schulde: Sie habe ihm Zuflucht gegeben, er habe ihr Eigentum bewahrt.

Man muss kein Romantiker sein, um darin mehr zu sehen als eine KuriositĂ€t. In einer Welt digitaler Register, ablaufender Chips und vergesslicher Verwaltungen bleibt am Ende das, was zĂ€hlt: ein Wort, das hĂ€lt – und Werte, die man anfassen kann.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist fĂŒr eigene Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich unabhĂ€ngig informieren.

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