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26.08.2026
05:41 Uhr
KI-generiert

Was ist eine Frau? WNBA kippt zwei Ex-NBA-Profis aus dem Draft

Was ist eine Frau? WNBA kippt zwei Ex-NBA-Profis aus dem Draft
Symbolbild: KI-generiert

Zwei ehemalige NBA-Profis wollten sich fĂŒr den Draft der US-Frauen-Basketballliga WNBA 2027 anmelden – als Frauen. Am Montag zogen die Verantwortlichen die Reißleine: Enes Kanter Freedom und Royce White seien nicht spielberechtigt, berichteten ĂŒbereinstimmend mehrere US-Medien unter Berufung auf Ligakreise. Eine offizielle BegrĂŒndung? Fehlanzeige.

Ein ProvokationsstĂŒck mit Ansage

Beide MĂ€nner hatten in den vergangenen Wochen erklĂ€rt, sie identifizierten sich als Frauen und wĂŒrden deshalb am Draft 2027 teilnehmen. Kanter Freedom argumentierte auf X, er erfĂŒlle sĂ€mtliche Voraussetzungen – jedenfalls dann, wenn die reine Selbstidentifikation als Frau ausreiche.

Ligaquellen bezeichneten die AnkĂŒndigungen laut Medienberichten als reine PR-Aktionen. Man werde BemĂŒhungen, die Liga lĂ€cherlich zu machen oder andere herabzuwĂŒrdigen, keinen Sauerstoff geben, hieß es sinngemĂ€ĂŸ. Und weiter: Äußerer Druck und kĂŒnstlich erzeugte Kontroversen wĂŒrden die AblĂ€ufe der Liga nicht bestimmen.

Der Knackpunkt: Der Tarifvertrag schweigt

Das Pikante an der Sache: Der Tarifvertrag der WNBA beschrĂ€nkt die Liga zwar auf Frauen – doch eine Definition, wer als Frau gilt, sucht man Berichten zufolge vergeblich. Kein Wort zu GeschlechtsidentitĂ€t, kein Wort zum biologischen Geschlecht bei Geburt.

Eine eigens eingesetzte Arbeitsgruppe der Liga konnte sich zuletzt auf keine Zulassungskriterien einigen. Genau diese LĂŒcke haben die beiden Ex-Profis mit chirurgischer PrĂ€zision aufgestoßen. Wer keine Regel formuliert, darf sich nicht wundern, wenn andere sie interpretieren.

Wie der Streit ins Rollen kam

Ausgelöst hatte die Debatte die Spielerin Sophie Cunningham von Indiana Fever. In einem ESPN-PortrĂ€t hatte sie erklĂ€rt, sie halte nichts davon, dass MĂ€dchen und Frauen im Sport gegen biologische MĂ€nner antreten mĂŒssten. Die Reaktion: HĂ€me, Empörung, Spott – unter anderem als „MAGA-Barbie“ wurde sie verunglimpft.

Kurz darauf prĂ€sentierte das kanadische Team Toronto Tempo ausgerechnet im Spiel gegen Cunninghams Mannschaft ein „nicht-binĂ€res“ Maskottchen mit den Pronomen „she/they“. Eine Schildkröte als Symbol im Kulturkampf – man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen.

Eskalation am Spielfeldrand

Am Sonntag eskalierte es dann in Chicago. Kanter Freedom saß mit einem T-Shirt in der Halle, auf dem laut Berichten stand: „WOMAN noun. adult human female“ – Frau, Substantiv, erwachsener weiblicher Mensch. Nach einem verbalen Schlagabtausch mit Sky-Spielerin Natasha Cloud wurde er aus der Arena begleitet.

„I just got kicked out of a WNBA game for supporting WOMEN!“

So schilderte es Kanter Freedom anschließend auf X. Cloud wiederum stellte sich in sozialen Netzwerken demonstrativ hinter trans Personen und versicherte ihnen ihren Schutz.

Was das mit Deutschland zu tun hat

Man mag die Aktion der beiden MĂ€nner fĂŒr einen billigen Stunt halten. Sie legt aber einen Widerspruch offen, der auch hierzulande gilt: Wer Geschlecht ausschließlich zur Frage des Selbstempfindens erklĂ€rt, kann anschließend kaum begrĂŒnden, warum ein Schutzraum fĂŒr Frauen im Sport ĂŒberhaupt noch existieren sollte.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall vor allem eines: Eine Organisation, die sich vor einer klaren Definition drĂŒckt, verliert am Ende die Kontrolle ĂŒber ihre eigenen Regeln. Die WNBA hat entschieden – erklĂ€rt hat sie bislang nichts. Und genau das dĂŒrfte die Debatte eher befeuern als beenden.

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