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22.01.2026
16:49 Uhr

Von der Leyens Doppelmoral: Warnung vor "roher Macht" nach Venezuela-Schweigen

Von der Leyens Doppelmoral: Warnung vor "roher Macht" nach Venezuela-Schweigen

Die PrĂ€sidentin der EuropĂ€ischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat vor dem EuropĂ€ischen Parlament eindringlich vor einer neuen Weltordnung gewarnt, die von "roher Macht" geprĂ€gt sei. Doch wĂ€hrend sie mit erhobenem Zeigefinger auf Washington zeigt, offenbart sich eine bemerkenswerte Scheinheiligkeit – denn beim US-Einmarsch in Venezuela herrschte in BrĂŒssel ohrenbetĂ€ubendes Schweigen.

Die EU-Chefin entdeckt plötzlich das Völkerrecht

Mit dramatischen Worten beschwor von der Leyen die versammelten Abgeordneten: "Der Wandel in der internationalen Ordnung ist nicht nur seismisch, sondern dauerhaft." Als Beispiele fĂŒhrte sie die "volatile Situation" um Grönland an, Russlands Angriffe auf die Ukraine sowie wachsende Spannungen im indopazifischen Raum. Die KommissionsprĂ€sidentin forderte eine "Abkehr von Europas traditioneller Vorsicht" und mahnte: "Wir leben jetzt in einer Welt, die von roher Macht definiert wird – ob wirtschaftlich oder militĂ€risch, technologisch oder geopolitisch."

Besonders pikant erscheint ihre Kritik an PrĂ€sident Trumps Zolldrohungen gegen europĂ€ische VerbĂŒndete, die sie als "schlichtweg falsch" bezeichnete. Eine "gefĂ€hrliche AbwĂ€rtsspirale zwischen VerbĂŒndeten" wĂŒrde nur jene Gegner ermutigen, die man gemeinsam aus der strategischen Landschaft fernhalten wolle.

Das Venezuela-Schweigen entlarvt die Heuchelei

Was von der Leyen in ihrer Rede wohlweislich verschwieg: Die EU und ihre FĂŒhrungsriege blieben beim US-MilitĂ€reinsatz in Venezuela, der zum Sturz von NicolĂĄs Maduro fĂŒhrte, nahezu stumm. Berichten zufolge forderte die Blitzaktion in Caracas mindestens 80 Opfer, darunter Zivilisten und MilitĂ€rangehörige. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas rief lediglich zu "Ruhe und ZurĂŒckhaltung aller Akteure" auf – eine explizite Verurteilung der US-MilitĂ€rintervention blieb aus.

"Es gibt kein Ende der imperialen Heuchelei der EuropÀischen Union. Sie haben den Kolonialismus nie aufgegeben; sie wurden nur zu Juniorpartnern des US-Imperiums."

Diese scharfe Kritik des unabhĂ€ngigen Journalisten Ben Norton trifft den Kern des Problems. WĂ€hrend von der Leyen nun theatralisch vor der Bedrohung durch "rohe Macht" warnt, weigert sie sich beharrlich, auch nur ein Wort ĂŒber Trumps Bombardierung Venezuelas, die EntfĂŒhrung seines PrĂ€sidenten und die angekĂŒndigte US-Kolonialbesatzung zu verlieren.

Doppelstandards als europÀische Tradition

Die Diskrepanz zwischen Rhetorik und RealitĂ€t könnte kaum grĂ¶ĂŸer sein. Wenn es um Russland geht, wird das Völkerrecht wie eine Monstranz vor sich hergetragen. Wenn jedoch der transatlantische Partner in Lateinamerika einmarschiert, herrscht betretenes Schweigen. Nur der spanische MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez wagte es, Washington offen einen Völkerrechtsbruch vorzuwerfen – bezeichnenderweise als einziger EU-Regierungschef.

Diese selektive Empörung entlarvt die vielzitierte "regelbasierte Ordnung" als das, was sie in Wahrheit ist: ein flexibles Instrument, das je nach geopolitischer OpportunitĂ€t gedehnt oder ignoriert wird. Von der Leyens moralisches Posieren mag bei den EU-Eliten in BrĂŒssel gut ankommen – fĂŒr kritische Beobachter ist es nichts weiter als hohle Rhetorik ohne jeden substanziellen Inhalt.

Die BĂŒrger Europas verdienen eine ehrliche Außenpolitik, keine performative Empörung nach Kassenlage. Doch solange Figuren wie von der Leyen die Geschicke der EU lenken, wird die GlaubwĂŒrdigkeit europĂ€ischer Wertepolitik weiter erodieren.

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