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04.02.2026
05:48 Uhr

Vereinte Nationen am Abgrund: Trump als Retter in der Not – doch zu welchem Preis?

Vereinte Nationen am Abgrund: Trump als Retter in der Not – doch zu welchem Preis?

Die Weltorganisation steht vor dem finanziellen Kollaps. WĂ€hrend UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres in dramatischen Worten vor dem Zusammenbruch warnt, bietet ausgerechnet Donald Trump seine Hilfe an. Der US-PrĂ€sident, der die Vereinten Nationen in der Vergangenheit scharf kritisierte, sieht plötzlich „gewaltiges Potenzial" – fordert aber im Gegenzug fundamentale Reformen.

1,87 Milliarden Dollar AußenstĂ€nde: Die UNO als zahlungsunfĂ€higer Riese

Die Zahlen sprechen eine unmissverstĂ€ndliche Sprache. Zum 30. September 2025 beliefen sich die offenen Forderungen der Vereinten Nationen auf sage und schreibe 1,87 Milliarden US-Dollar. Davon entfallen allein 1,5 Milliarden auf die Vereinigten Staaten. Die „New York Times" berichtete unter Berufung auf hochrangige UNO-FunktionĂ€re, dass der Organisation bereits im Juli das Geld ausgehen könnte. Ein Szenario, das noch vor wenigen Jahren undenkbar schien.

Guterres hatte in einem Schreiben an die Mitgliedstaaten Ende Januar auf die prekĂ€re Lage hingewiesen. Viele LĂ€nder hĂ€tten ihre BeitrĂ€ge nicht vollstĂ€ndig oder rechtzeitig entrichtet. Die Konsequenzen sind bereits spĂŒrbar: Im Vorjahr musste die UNO ihren Mitarbeiterstab von 13.809 auf 11.594 Personen reduzieren – ein Aderlass von ĂŒber 2.200 Stellen.

Trumps Angebot: Hilfe ja, aber nur mit Bedingungen

Der US-PrĂ€sident reagierte auf die Berichte mit einer fĂŒr ihn typischen Mischung aus Selbstbewusstsein und Pragmatismus. GegenĂŒber „Politico" erklĂ€rte er, ihm sei nicht bewusst gewesen, dass die USA der UNO noch Geld schulden wĂŒrden. Das Problem könne er jedoch „sehr leicht" lösen:

„KĂ€men sie zu Trump und sagten es ihm, wĂŒrde ich alle dazu bringen, zu zahlen, genauso wie ich die NATO dazu gebracht habe. Alles, was ich tun muss, ist, diese LĂ€nder anzurufen. Sie wĂŒrden innerhalb von Minuten Schecks schicken."

TatsĂ€chlich hatte Trump im vergangenen Jahr erheblichen Druck auf die NATO-BĂŒndnispartner ausgeĂŒbt. Mit Erfolg: Im Juni stimmten alle Mitglieder außer Spanien zu, ihre Verteidigungsausgaben bis 2035 auf fĂŒnf Prozent zu erhöhen. Ein Verhandlungserfolg, den ihm selbst Kritiker nicht absprechen können.

Die ultralinke Agenda als Kernproblem

Doch die US-Regierung hat sich in den vergangenen Monaten deutlich von der Agenda der Vereinten Nationen distanziert. Am 7. Januar erging ein Memorandum, das allen zustĂ€ndigen Stellen die Anordnung erteilte, Teilnahme und Finanzierung von 31 UNO-Organisationen sowie 35 weiteren internationalen Einrichtungen einzustellen. Die BegrĂŒndung: Diese agierten kontrĂ€r zu nationalen Interessen, Sicherheit, wirtschaftlicher ProsperitĂ€t und SouverĂ€nitĂ€t der USA.

Hillel Neuer, Chef der Organisation UN Watch, brachte das Problem auf den Punkt. Weite Teile der UNO hĂ€tten sich eine „ultralinke Agenda" zu eigen gemacht, die von der RealitĂ€t abgehoben und gegenĂŒber Widerspruch intolerant sei:

„Das hat nicht nur PrĂ€sident Trump, sondern viele demokratische Regierungen entfremdet. Die UNO war als Forum und nicht als politische Bewegung gedacht."

Reformdruck und personelle Neuausrichtung

Die Amtszeit von Guterres endet im Dezember. Als Favorit fĂŒr die Nachfolge gilt derzeit Rafael Mariano Grossi, der Leiter der Internationalen Atomenergieorganisation. Dieser bekannte sich bereits zu einer „gezielten, leistungsorientierten Erneuerung" und versprach mehr Effizienz.

Ob das ausreicht, um die Vereinten Nationen wieder auf Kurs zu bringen, bleibt fraglich. Die USA haben im Vorjahr auch die Auslandshilfsorganisation USAID aufgelöst. Außenminister Marco Rubio begrĂŒndete dies mit ernĂŒchternden Worten: Entwicklungsziele seien selten erreicht worden, die InstabilitĂ€t habe sich oft verschĂ€rft, und die antiamerikanische Stimmung sei nur gewachsen.

Die Krise der Vereinten Nationen ist symptomatisch fĂŒr den Zustand vieler internationaler Organisationen. AufgeblĂ€ht, ideologisch verblendet und zunehmend ineffizient haben sie das Vertrauen ihrer wichtigsten Geldgeber verspielt. Dass ausgerechnet Trump nun als potenzieller Retter auftritt, entbehrt nicht einer gewissen Ironie – zeigt aber auch, wie weit sich die UNO von ihrem ursprĂŒnglichen Auftrag entfernt hat.

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