
Venezuelas Vizepräsidentin verriet Maduro an die CIA – und wurde dafür zur Präsidentin
Was sich in den vergangenen Tagen in Venezuela abgespielt hat, liest sich wie das Drehbuch eines Hollywood-Thrillers – nur dass die Realität einmal mehr die Fiktion übertrifft. Nicolás Maduro, der sozialistische Langzeitherrscher des ölreichen südamerikanischen Landes, wurde von US-Spezialeinheiten in einer nächtlichen Operation aus Caracas entführt und sitzt nun in einem New Yorker Gefängnis. Doch der eigentliche Skandal liegt nicht in der brachialen Militäraktion selbst, sondern in der Frage: Wer hat den Diktator verraten?
Die eigene Vizepräsidentin als CIA-Informantin
Das Wall Street Journal enthüllte am Montagabend, was viele Beobachter bereits vermutet hatten: Delcy Rodríguez, Maduros langjährige Vizepräsidentin und engste Vertraute, soll mit der CIA kooperiert haben, um ihren Chef zu stürzen. Eine geheime Analyse des amerikanischen Geheimdienstes kam offenbar zu dem Schluss, dass hochrangige Mitglieder des Maduro-Regimes – allen voran Rodríguez – am besten geeignet wären, eine Übergangsregierung zu führen und kurzfristige Stabilität zu gewährleisten.
Diese Einschätzung wurde Präsident Trump persönlich vorgetragen und nur einem kleinen Kreis hochrangiger Regierungsbeamter mitgeteilt. Sie war maßgeblich für Trumps Entscheidung, Maduros Vizepräsidentin zu unterstützen – und nicht etwa die Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado. Ein klassischer Fall von Realpolitik, bei dem demokratische Prinzipien offenbar weniger zählen als strategische Interessen.
Maduro vor Gericht: "Ich bin ein Kriegsgefangener"
Vor dem Bundesgericht in Lower Manhattan spielten sich am Montag dramatische Szenen ab. Maduro und seine Frau Cilia Flores wurden unter massivem Sicherheitsaufgebot vorgeführt. Beide plädierten auf nicht schuldig in den Anklagepunkten, die von Drogenhandel bis hin zu Narko-Terrorismus reichen.
"Ich bin unschuldig. Ich bin ein anständiger Mann. Ich bin der Präsident von Venezuela. Ich betrachte mich als Kriegsgefangenen."
So die trotzigen Worte Maduros vor dem Richter, der den nächsten Verhandlungstermin auf den 17. März festsetzte. Draußen vor dem Gerichtsgebäude prallten derweil zwei Welten aufeinander: Venezolanische Exilanten, die den Sturz des Diktators feierten, standen Demonstranten gegenüber, die "USA Hände weg von Venezuela" skandierten. Die Zusammenstöße zwischen beiden Lagern verdeutlichen die tiefe Spaltung – nicht nur innerhalb der venezolanischen Gemeinschaft, sondern auch in der amerikanischen Gesellschaft selbst.
Rodríguez bietet Washington Kooperation an
Die frisch vereidigte Interimspräsidentin Delcy Rodríguez verschwendete keine Zeit. Noch während ihr ehemaliger Chef in Brooklyn hinter Gittern saß, streckte sie Washington die Hand entgegen. "Wir betrachten es als Priorität, auf eine ausgewogene und respektvolle Beziehung zwischen den USA und Venezuela hinzuarbeiten", schrieb sie auf Telegram. Eine bemerkenswerte Kehrtwende für eine Politikerin, die jahrelang als glühende Sozialistin und treue Maduro-Gefolgsfrau galt.
Ihre Worte klingen fast unterwürfig: "Wir laden die US-Regierung ein, gemeinsam an einer Kooperationsagenda zu arbeiten, die auf gemeinsame Entwicklung im Rahmen des Völkerrechts ausgerichtet ist." Man könnte auch sagen: Sie beugt das Knie vor der Macht des Pentagon, dessen Marineblockade noch immer vor der lateinamerikanischen Küste liegt.
Trump droht mit zweitem Militärschlag
Präsident Trump machte unterdessen unmissverständlich klar, dass die USA nicht zögern würden, erneut militärisch einzugreifen, sollte Venezuela nicht kooperieren. In einem Interview mit NBC News erklärte er, man müsse Venezuela erst "reparieren", bevor Wahlen stattfinden könnten. Eine Aussage, die bei kritischen Beobachtern Erinnerungen an die desaströsen Regime-Change-Operationen im Irak und in Libyen weckt.
Besonders brisant: Trump deutete auch eine mögliche Operation gegen Kolumbien an und bezeichnete dessen Präsidenten als "kranken Mann", der nicht mehr lange im Amt bleiben werde. Kolumbien hat daraufhin eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats beantragt, unterstützt von China und Russland.
Die Schweiz friert Vermögenswerte ein
Während die geopolitischen Schachzüge weitergehen, hat die Schweizer Regierung bereits Fakten geschaffen und sämtliche Vermögenswerte Maduros und seiner Verbündeten mit sofortiger Wirkung eingefroren. Sollten künftige Gerichtsverfahren ergeben, dass die Gelder unrechtmäßig erworben wurden, wolle man sicherstellen, dass sie dem venezolanischen Volk zugutekommen, so die offizielle Begründung aus Bern.
Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack. Die USA haben einmal mehr demonstriert, dass sie bereit sind, mit militärischer Gewalt in souveräne Staaten einzugreifen – diesmal nicht unter dem Banner der Demokratieförderung, sondern ganz offen im Interesse der Kontrolle über Ölreserven. Und die neue Präsidentin Venezuelas? Sie verdankt ihr Amt offenbar nicht dem Willen des Volkes, sondern der Kooperation mit einem ausländischen Geheimdienst. Ob das die Stabilität bringt, die sich Washington erhofft, darf bezweifelt werden.










