Kettner Edelmetalle
05.02.2026
07:16 Uhr

USA schmiedet Rohstoff-Allianz gegen China: EU, Japan und Mexiko an Bord

Die geopolitischen Karten werden neu gemischt. Washington hat einen strategischen Schachzug vollzogen, der die globale Rohstofflandschaft nachhaltig verĂ€ndern könnte. Die Vereinigten Staaten haben sich mit der EuropĂ€ischen Union, Japan und Mexiko zusammengeschlossen, um Chinas erdrĂŒckende Dominanz bei kritischen Mineralien zu brechen. Ein Vorhaben, das lĂ€ngst ĂŒberfĂ€llig war.

VizeprÀsident Vance gibt den Ton an

Bei einem hochrangigen Ministertreffen in Washington, an dem Vertreter aus ĂŒber 50 LĂ€ndern teilnahmen, machte VizeprĂ€sident JD Vance unmissverstĂ€ndlich klar, worum es geht. Der internationale Markt fĂŒr kritische Mineralien sei gescheitert, so Vance in seiner Eröffnungsrede. Konsistente Investitionen seien nahezu unmöglich, solange die Preise derart unberechenbar schwankten. Bergbau- und Verarbeitungsprojekte mussten aufgrund dieser VolatilitĂ€t bereits aufgegeben werden – ein Zustand, den die westlichen Industrienationen nicht lĂ€nger hinnehmen wollen.

Die Lösung, die Vance prĂ€sentierte, klingt so simpel wie revolutionĂ€r: Ein prĂ€ferentielles Handelszentrum fĂŒr kritische Mineralien, geschĂŒtzt vor externen Störungen. Koordinierte Preisuntergrenzen sollen Investoren die dringend benötigte Planungssicherheit geben. Denn wer investiert schon Milliarden in ein Minenprojekt, wenn Peking mit einem Federstrich die Preise in den Keller schicken kann?

Die Achse der Rohstoff-Sicherheit

US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer verkĂŒndete, dass die USA, die EuropĂ€ische Kommission und Japan gemeinsam AktionsplĂ€ne fĂŒr die WiderstandsfĂ€higkeit der Lieferketten kritischer Mineralien entwickeln werden. Innerhalb von 30 Tagen soll eine AbsichtserklĂ€rung unterzeichnet werden. Die Nationen planen koordinierte Handelspolitiken und Mechanismen wie grenzĂŒberschreitende Preisuntergrenzen, um Schwachstellen in den Lieferketten zu beseitigen.

Dies lege den Grundstein fĂŒr ein bindendes plurilaterales Abkommen ĂŒber den Handel mit kritischen Mineralien, so Greer. Man könnte auch sagen: Der Westen formiert sich endlich gegen die chinesische Rohstoff-Hegemonie.

Mexiko als strategischer Partner

Besonders bemerkenswert ist die separate Vereinbarung mit Mexiko. Ein 60-Tage-Aktionsplan soll konkrete Bergbau-, Verarbeitungs- und Fertigungsprojekte in beiden LĂ€ndern sowie in ausgewĂ€hlten Drittstaaten identifizieren. Die nordamerikanische Zusammenarbeit unterstreiche das gemeinsame Engagement, globale Marktverzerrungen zu bekĂ€mpfen, die nordamerikanische Lieferketten anfĂ€llig fĂŒr Störungen gemacht hĂ€tten, erklĂ€rte Greer.

Pikant dabei: Kanada, dessen Ressourcenminister Tim Hodgson ebenfalls am Treffen teilnahm, wurde in der AnkĂŒndigung nicht erwĂ€hnt. Dies geschieht nur Monate vor der obligatorischen ÜberprĂŒfung des US-Mexiko-Kanada-Handelsabkommens. Ein Fingerzeig nach Ottawa?

Trumps 12-Milliarden-Dollar-Vorratslager

Die AnkĂŒndigungen bauen auf PrĂ€sident Trumps PlĂ€nen vom Montag auf, ein strategisches Vorratslager fĂŒr kritische Mineralien im Wert von fast 12 Milliarden Dollar anzulegen. Ein massiver Schritt zur StĂ€rkung der heimischen Lieferkette, der zeigt, dass Washington die AbhĂ€ngigkeit von China als existenzielle Bedrohung betrachtet.

Seltene Erden, Lithium, Kobalt – diese Materialien sind das RĂŒckgrat moderner Technologie. Vom Elektrofahrzeug bis zum Kampfjet, vom Smartphone bis zum Halbleiter: Ohne diese Rohstoffe steht die westliche Industrie still. Und genau hier liegt Chinas Druckmittel, das Peking in der Vergangenheit bereits mehrfach eingesetzt hat.

Was bedeutet das fĂŒr Anleger?

Die geopolitische Neuordnung der RohstoffmĂ€rkte dĂŒrfte weitreichende Konsequenzen haben. Investitionen außerhalb Chinas werden attraktiver, Bergbauprojekte in verbĂŒndeten Nationen könnten einen Boom erleben. Gleichzeitig bleibt die VolatilitĂ€t ein Risikofaktor, den auch koordinierte Preisuntergrenzen nicht vollstĂ€ndig eliminieren können.

In Zeiten derartiger UmwÀlzungen erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlÀsslicher Anker im Portfolio. Gold und Silber sind nicht nur von geopolitischen Spannungen weitgehend unabhÀngig, sondern profitieren historisch betrachtet sogar von Unsicherheiten auf den WeltmÀrkten. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Anlageportfolio bieten sie eine bewÀhrte Absicherung gegen die UnwÀgbarkeiten einer sich rasant verÀndernden Weltwirtschaftsordnung.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist selbst fĂŒr seine Investitionsentscheidungen verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchfĂŒhren oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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