
US-Wirtschaft im Sinkflug: Shutdown und Inflation setzen Amerika unter Druck
Die gröĂte Volkswirtschaft der Welt schwĂ€chelt â und das deutlicher als erwartet. Im vierten Quartal wuchs das amerikanische Bruttoinlandsprodukt lediglich um annualisierte 1,4 Prozent, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Analysten hatten mit einem Wachstum von 3,0 Prozent gerechnet. Nach einem robusten dritten Quartal mit 4,4 Prozent Wachstum ist das ein regelrechter Absturz â und die GrĂŒnde dafĂŒr sind so vielfĂ€ltig wie beunruhigend.
Der Shutdown als wirtschaftlicher Bremsklotz
Hauptverantwortlich fĂŒr den dramatischen Einbruch war der 43-tĂ€gige Government Shutdown, der die Staatsausgaben auf Bundesebene um satte 16,6 Prozent einbrechen lieĂ â der stĂ€rkste RĂŒckgang seit dem dritten Quartal 1972. Weniger öffentliche Dienstleistungen, geringere Ausgaben fĂŒr GĂŒter und eine vorĂŒbergehende KĂŒrzung von Sozialleistungen schlugen voll auf die Wirtschaftsleistung durch. Allein die reduzierten Bundesausgaben kosteten das BIP-Wachstum 1,15 Prozentpunkte â so viel wie seit 1994 nicht mehr.
PrĂ€sident Trump selbst machte den Shutdown fĂŒr den Wachstumseinbruch verantwortlich und forderte auf seinen sozialen Medien niedrigere Zinsen. âDer Shutdown hat die USA mindestens zwei Punkte beim BIP gekostet", schrieb er. Doch sein Wunsch nach Zinssenkungen dĂŒrfte vorerst ein frommer bleiben.
Inflation auf dem Vormarsch â Fed in der ZwickmĂŒhle
Denn wĂ€hrend die Wirtschaft schwĂ€chelt, zieht die Inflation krĂ€ftig an. Der Preisindex fĂŒr inlĂ€ndische KĂ€ufe stieg im vierten Quartal um 3,7 Prozent â der schnellste Anstieg seit drei Jahren. Die sogenannte Kern-PCE-Inflation, jene MessgröĂe, die die Federal Reserve besonders aufmerksam verfolgt, kletterte im Dezember auf 3,0 Prozent im Jahresvergleich, nach 2,8 Prozent im November. Auf Monatsbasis betrug der Anstieg 0,4 Prozent â doppelt so viel wie im Vormonat.
Besonders brisant: Ăkonomen schĂ€tzen, dass die Kern-PCE-Inflation im Januar auf 3,1 Prozent im Jahresvergleich steigen könnte. Von einer Zinssenkung vor der Fed-Sitzung am 16. und 17. Juni geht praktisch niemand mehr aus. Die Notenbank steckt in einem klassischen Dilemma â nachlassendes Wachstum bei gleichzeitig steigenden Preisen. Ein Szenario, das unangenehm an die Stagflation der 1970er Jahre erinnert.
Trumps Zollpolitik heizt die Preise weiter an
Einen nicht unerheblichen Anteil an der Inflationsdynamik haben Trumps aggressive Importzölle. Die Kosten fĂŒr Waren stiegen im Dezember um 0,4 Prozent, angetrieben durch höhere Preise fĂŒr FreizeitgĂŒter, Fahrzeuge, Bekleidung und HaushaltsgegenstĂ€nde. Auch die Dienstleistungspreise legten zu â Restaurantbesuche und HotelĂŒbernachtungen verteuerten sich um 0,9 Prozent, der stĂ€rkste Anstieg seit Oktober 2023.
Dass der Oberste Gerichtshof der USA am selben Tag Trumps unter dem Notstandsgesetz verhĂ€ngte Zölle als verfassungswidrig kippte, sorgte zwar kurzzeitig fĂŒr Erleichterung an den Börsen. Doch Trump reagierte prompt und ordnete einen vorĂŒbergehenden globalen Zoll von 10 Prozent an, der die aufgehobenen Abgaben ersetzen soll. Das Hin und Her in der Handelspolitik schafft genau jene Unsicherheit, die Gift fĂŒr Investitionen und Verbrauchervertrauen ist.
Der Konsument hĂ€lt die Wirtschaft am Laufen â noch
Trotz aller Widrigkeiten zeigte sich der amerikanische Konsument erstaunlich widerstandsfĂ€hig. Die privaten Konsumausgaben, die mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen, wuchsen um 2,4 Prozent. Das ist zwar deutlich weniger als die 3,5 Prozent des Vorquartals, aber immer noch solide. Allerdings gibt es besorgniserregende Risse unter der OberflĂ€che: Die Sparquote fiel von 4,2 auf 3,6 Prozent, das inflationsbereinigte verfĂŒgbare Einkommen stagnierte. Der Konsum wird zunehmend von wohlhabenderen Haushalten getragen â auf Kosten der Ersparnisse.
FĂŒr einkommensschwĂ€chere Haushalte wird die Lage immer prekĂ€rer. Die Inflation frisst die Kaufkraft auf, wĂ€hrend die Ersparnisse schwinden. Ein Muster, das man auch in Deutschland nur allzu gut kennt, wo die BĂŒrger unter der Last steigender Lebenshaltungskosten und einer Politik Ă€chzen, die Milliarden fĂŒr ideologische Projekte ausgibt, statt die wirtschaftliche Basis zu stĂ€rken.
KĂŒnstliche Intelligenz als Lichtblick
Einen Hoffnungsschimmer lieferten die Unternehmensinvestitionen in geistiges Eigentum, die um 7,4 Prozent zulegten â hauptsĂ€chlich getrieben durch Forschung und Entwicklung im Bereich der KĂŒnstlichen Intelligenz. Doch auch hier zeigt sich ein gespaltenes Bild: Investitionen in FabrikgebĂ€ude und Strukturen schrumpften zum achten Mal in Folge, und das Wachstum bei AusrĂŒstungsinvestitionen verlangsamte sich ebenfalls.
Was bedeutet das fĂŒr Anleger?
Die Kombination aus schwĂ€chelndem Wachstum, hartnĂ€ckiger Inflation und politischer Unsicherheit durch die erratische Zollpolitik der Trump-Administration schafft ein Umfeld, in dem traditionelle Anlageklassen wie Aktien und Anleihen unter erheblichem Druck stehen. Die Aussicht auf eine lĂ€ngere Phase erhöhter Zinsen belastet ImmobilienmĂ€rkte und wachstumsorientierte Aktien gleichermaĂen.
In solchen Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und steigender Inflation erweisen sich physische Edelmetalle wie Gold und Silber einmal mehr als verlÀsslicher Anker im Portfolio. Sie bieten Schutz vor Kaufkraftverlust und dienen als bewÀhrte Absicherung gegen genau jene Szenarien, die sich derzeit sowohl in den USA als auch in Europa abzeichnen: eine schleichende Entwertung des Geldes bei gleichzeitig nachlassendem Wirtschaftswachstum.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener, grĂŒndlicher Recherche basieren. Wir empfehlen, vor Investitionsentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater zu konsultieren. FĂŒr etwaige finanzielle Verluste, die aus Anlageentscheidungen auf Grundlage dieses Artikels resultieren, ĂŒbernehmen wir keinerlei Haftung.










