Kettner Edelmetalle
11.07.2024
06:42 Uhr

Ukraine soll noch diesen Sommer F-16-Kampfjets erhalten

Nach monatelangen Verzögerungen haben die NATO-Partner endlich mit der Lieferung von F-16-Kampfjets an die Ukraine begonnen. Die USA, die Niederlande und DĂ€nemark kĂŒndigten am Rande des NATO-Gipfels in Washington an, dass die Lieferung der Jets bereits im Gange sei. „WĂ€hrend wir hier miteinander sprechen, lĂ€uft die Verlegung von F-16-Flugzeugen“, erklĂ€rte US-Außenminister Antony Blinken.

Hintergrund der Lieferung

Eine Koalition um die Niederlande und DĂ€nemark hatte Kiew die Kampfjets bereits im vergangenen Jahr in Aussicht gestellt, jedoch verzögerte sich die Lieferung immer weiter. Wie viele Maschinen nun unterwegs sind, wurde von Blinken nicht spezifiziert. Die neue niederlĂ€ndische Regierung hatte Kiew am Wochenende eine „unverzĂŒgliche“ Lieferung versprochen.

Selenskyjs Forderungen und Vergleiche

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj hatte die westlichen VerbĂŒndeten am Rande des Gipfels um eine hohe StĂŒckzahl an Kampfjets gebeten. Bei einer Rede in der Ronald-Reagan-Stiftung in Washington Ă€ußerte er die Hoffnung, dass die Ukraine noch in diesem Sommer die ersten F-16-Maschinen erhalten werde. Dabei betonte er, dass sein Land mindestens 128 Kampfflugzeuge benötige, wĂ€hrend Russland tĂ€glich bis zu 300 Flugzeuge fĂŒr Angriffe auf die Ukraine einsetzen könne.

„Wissen Sie, wir warten immer. So wie meine Mutter frĂŒher nach der Schule auf mich gewartet hat, und ich immer einen Grund fand, spĂ€ter zu kommen. Das ist dasselbe, nur viel ernster“, sagte Selenskyj laut ukrainischen Medienberichten.

Ziele der F-16-Lieferung

Die F-16-Kampfjets sollen vor allem die ungehinderten BombenabwĂŒrfe russischer Flugzeuge verhindern. Beim G-7-Gipfel in Japan im Mai 2023 hatten die USA den Weg dafĂŒr freigemacht, dass andere LĂ€nder Jets dieses Typs an die Ukraine liefern können. DĂ€nemark und die Niederlande erklĂ€rten sich daraufhin bereit. Die Ausbildung ukrainischer Piloten und Bodenmannschaften fĂŒr diesen Flugzeugtyp lĂ€uft bereits seit Monaten.

NATO und die Ukraine: Ein „unumkehrbarer Weg“

Die NATO-LĂ€nder haben sich in Washington auch auf eine stĂ€rkere Formulierung zu einem möglichen NATO-Beitritt der Ukraine geeinigt. Nach Diplomatenangaben sehen die VerbĂŒndeten die Ukraine nun auf einem „unumkehrbaren Weg zur vollstĂ€ndigen Euro-Atlantischen Integration, einschließlich der NATO-Mitgliedschaft“. Der finnische PrĂ€sident Alexander Stubb begrĂŒĂŸte die Einigung auf den neuen Text, fĂŒr den vor allem die osteuropĂ€ischen BĂŒndnispartner geworben hatten.

Eine von der Ukraine erhoffte Beitrittseinladung wird es jedoch auch in Washington nicht geben. Als Hauptgrund gilt die Furcht der USA und Deutschlands vor einer direkten Konfrontation mit Russland. Die VerbĂŒndeten bekrĂ€ftigen jedoch, dass sie eine Beitrittseinladung an Kiew aussprechen wollen, „wenn die VerbĂŒndeten sich einig und die Voraussetzungen erfĂŒllt sind“. Diese Formel war bereits beim NATO-Gipfel in Vilnius im vergangenen Jahr beschlossen worden.

Fazit

Die geplanten GipfelbeschlĂŒsse zugunsten von Kiew sollen laut dem neuen Text „eine BrĂŒcke zur Mitgliedschaft der Ukraine“ darstellen. Diese Formulierung hatten die USA vorgeschlagen. Deutschland, das zu Beginn der Debatte im FrĂŒhjahr noch gegen die VerĂ€nderung der Zusage von Vilnius war, stimmte schließlich zu.

Die Lieferung der F-16-Kampfjets markiert einen wichtigen Schritt in der UnterstĂŒtzung der Ukraine durch die westlichen VerbĂŒndeten. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese militĂ€rische UnterstĂŒtzung auf den Verlauf des Konflikts und die geopolitischen Spannungen auswirken wird.

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