
Trumps Aufrüstungsoffensive: 1,5 Billionen Dollar für das US-Militär
Während Europa noch immer über seine Verteidigungsfähigkeit debattiert und Deutschland sich in bürokratischen Windungen verliert, setzt US-Präsident Donald Trump ein unmissverständliches Zeichen: Die amerikanischen Militärausgaben sollen bis 2027 um satte 50 Prozent steigen. Von einer Billion auf 1,5 Billionen Dollar – eine Summe, die selbst hartgesottene Verteidigungsexperten schlucken lässt.
Das „Traum-Militär" als Antwort auf globale Bedrohungen
„Nach langen und schwierigen Verhandlungen" mit Kongressmitgliedern und Ministern sei er zu diesem Schluss gekommen, verkündete Trump auf seiner Plattform Truth Social. Die Begründung klingt dabei so simpel wie einleuchtend: „Unruhige und gefährliche Zeiten" erforderten ein Militär, das „Sicherheit und Schutz bietet, egal vor welchem Feind". Man mag von Trump halten, was man will – aber diese Klarheit in der Kommunikation sucht man bei europäischen Politikern oft vergeblich.
Die Finanzierung? Kein Problem, so der US-Präsident. Die umfassenden Zölle, die er seit seiner Rückkehr ins Amt Anfang 2025 verhängt hat, würden die nötigen Einnahmen generieren. Eine bemerkenswerte Strategie: Protektionismus als Mittel zur militärischen Aufrüstung. Die USA geben bereits jetzt weltweit mit Abstand am meisten für ihr Militär aus – weit vor China und Russland.
Scharfe Kritik an der Rüstungsindustrie
Doch Trump wäre nicht Trump, wenn er nicht auch der eigenen Industrie die Leviten lesen würde. Die Rüstungskonzerne hätten „massive" Dividenden ausgeschüttet und „massive Aktienrückkäufe" getätigt – auf Kosten von Investitionen in Anlagen und Ausrüstung. Die Vergütungspakete für Führungskräfte seien schlicht „exorbitant und ungerechtfertigt".
Seine Forderung: Eine Gehaltsobergrenze von fünf Millionen Dollar für Manager in der Rüstungsindustrie. Aktienrückkäufe und Dividendenzahlungen will er „bis zur Behebung dieser Probleme" verbieten. Wie genau er das durchsetzen will, ließ er offen – aber allein die Ankündigung dürfte in den Vorstandsetagen von Lockheed Martin und Raytheon für nervöses Räuspern sorgen.
Die NATO unter Druck
Wenige Stunden vor seiner Aufrüstungsankündigung hatte Trump erneut Zweifel an der Bündnistreue der NATO-Verbündeten geäußert. Er frage sich, ob die Alliierten „für uns da wären, wenn wir sie wirklich brauchen". Eine rhetorische Frage, die sitzt. Denn während die USA ihre Verteidigungsausgaben in astronomische Höhen schrauben, hinken viele europäische Staaten – allen voran Deutschland – den vereinbarten Zielen hinterher.
Die NATO-Staaten haben sich im vergangenen Juni verpflichtet, 3,5 Prozent ihres BIP für Verteidigung auszugeben. Deutschland kratzt gerade einmal an der Zwei-Prozent-Marke. Trumps Botschaft ist unmissverständlich: Wer sich auf den amerikanischen Schutzschirm verlässt, sollte auch seinen Teil beitragen.
Ein Weckruf für Europa?
Während die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur plant und die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz verankert, zeigt Trump, wo seine Prioritäten liegen: bei der Sicherheit seines Landes. Man muss kein Militarist sein, um anzuerkennen, dass in einer Welt mit einem aggressiven Russland, einem aufstrebenden China und unzähligen regionalen Konflikten militärische Stärke kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit ist.
Die Frage, die sich Europa – und insbesondere Deutschland – stellen muss, ist simpel: Wie lange können wir uns noch auf andere verlassen? Trumps Aufrüstungsoffensive ist auch ein Signal an die Verbündeten: Die Zeit des gemütlichen Trittbrettfahrens könnte bald vorbei sein.










