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08.01.2026
16:20 Uhr

Trump stellt NATO-Bündnis infrage: Ohne Amerika nur ein Papiertiger

Trump stellt NATO-Bündnis infrage: Ohne Amerika nur ein Papiertiger

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat erneut die Grundfesten des transatlantischen Bündnisses erschüttert. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social stellte er unmissverständlich klar, was viele europäische Politiker seit Jahren nicht wahrhaben wollen: Ohne die Vereinigten Staaten wäre die NATO nichts weiter als ein zahnloser Tiger – eine Allianz, die nur noch auf dem Papier existiert.

Russland und China fürchten die NATO nicht

Mit gewohnt scharfer Zunge formulierte Trump seine Einschätzung der geopolitischen Realität. Russland und China hätten "null Angst vor der NATO", solange die USA nicht Teil des Bündnisses seien. Eine Aussage, die zwar unbequem klingen mag, aber den Nagel auf den Kopf trifft. Denn was wäre das westliche Verteidigungsbündnis ohne die amerikanische Militärmacht? Eine Ansammlung europäischer Staaten, die seit Jahrzehnten ihre Verteidigungsausgaben vernachlässigt haben und sich bequem unter dem amerikanischen Schutzschirm ausgeruht haben.

Besonders pikant erscheint Trumps Zweifel daran, ob die NATO-Partner den USA im Ernstfall beistehen würden. "Wir werden immer für die NATO da sein, auch wenn sie nicht für uns da sein werden", so der Präsident. Diese Skepsis ist keineswegs unbegründet, wenn man bedenkt, wie zögerlich viele europäische Verbündete in der Vergangenheit auf amerikanische Hilferufe reagiert haben.

Der Ukraine-Konflikt als Beweis amerikanischer Stärke

Trump verwies in seinem Beitrag auch auf seine Rolle im Ukraine-Konflikt. Ohne sein Engagement, so der Präsident, hätte Russland längst die gesamte Ukraine unter Kontrolle. Eine gewagte These, die jedoch unterstreicht, wie zentral die amerikanische Unterstützung für die Verteidigung europäischer Interessen ist. Der fast vier Jahre andauernde Krieg hat unmissverständlich gezeigt, dass Europa ohne Washington militärisch kaum handlungsfähig wäre.

Grönland-Debatte offenbart europäische Schwäche

Die aktuelle Kontroverse um Grönland verdeutlicht die Machtverhältnisse innerhalb der NATO auf geradezu schmerzhafte Weise. Stephen Miller, einer von Trumps engsten Beratern, brachte es auf den Punkt: Die USA seien die eigentliche Macht der NATO. Um die arktische Region zu sichern und die Interessen des Bündnisses zu schützen, sollte Grönland Teil der Vereinigten Staaten werden.

Diese Aussage mag europäische Diplomaten in Aufruhr versetzen, doch sie offenbart eine unbequeme Wahrheit: Ohne amerikanische Führung und militärische Kapazitäten wäre die NATO bestenfalls eine "EU-Armee" – ein Konstrukt ohne echte Schlagkraft.

Die dunkle Bilanz der NATO-Interventionen

Was in der aktuellen Debatte oft verschwiegen wird, ist die fragwürdige Erfolgsbilanz der NATO bei ihren Auslandseinsätzen. Von Belgrad 1999 über den Regimewechsel in Libyen bis hin zum endlosen Afghanistan-Krieg hat das Bündnis eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Libyen, einst als Erfolg der "Schutzverantwortung" gefeiert, ist heute in mindestens drei rivalisierende Machtzentren zersplittert. Der Islamische Staat konnte dort Fuß fassen, wo er zuvor nicht existierte.

Trumps Kritik an der NATO mag für europäische Ohren unbequem klingen. Doch sie zwingt die Verbündeten endlich dazu, sich einer Realität zu stellen, die sie allzu lange verdrängt haben: Ohne substanzielle eigene Verteidigungsanstrengungen bleibt Europa von amerikanischem Wohlwollen abhängig – und dieses Wohlwollen ist unter einem unberechenbaren Präsidenten Trump keine Selbstverständlichkeit mehr.

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