
Tragödie von Crans-Montana: Ehefrau des Barbetreibers unter strenger Aufsicht

Die Nachwehen des verheerenden Silvesterbrands im schweizerischen Crans-Montana ziehen immer weitere Kreise. Nun hat das ZwangsmaĂnahmengericht in Sitten drastische Auflagen gegen Jessica Moretti verhĂ€ngt â die Ehefrau jenes Barbetreibers, in dessen Etablissement 40 Menschen in den Tod gerissen wurden.
Reiseverbot und tÀgliche Meldepflicht
Die französische StaatsbĂŒrgerin muss ihren Pass sowie sĂ€mtliche Ausweispapiere bei den Behörden hinterlegen. Ein Verlassen der Schweiz ist ihr bis auf Weiteres untersagt. Doch damit nicht genug: TĂ€glich muss sich die Frau bei einer Polizeidienststelle melden â eine MaĂnahme, die normalerweise nur bei erheblicher Fluchtgefahr angeordnet wird. ZusĂ€tzlich soll sie eine Kaution hinterlegen, deren genaue Höhe das Gericht noch festlegen wird.
Bemerkenswert ist dabei, dass die Staatsanwaltschaft im Fall von Jessica Moretti keine Untersuchungshaft beantragt hatte. Anders verhÀlt es sich bei ihrem Ehemann Jacques Moretti, der sich bereits hinter Gittern befindet. Auch er könnte jedoch gegen Hinterlegung entsprechender Sicherheiten wieder auf freien Fuà kommen.
40 Tote â ĂŒberwiegend junge Menschen
Die Dimension dieser Tragödie ist kaum zu fassen. In der Silvesternacht verloren 40 Menschen ihr Leben in der Bar âLe Constellation" â die meisten von ihnen erschreckend jung. 116 weitere Personen erlitten Verletzungen, rund 80 Opfer kĂ€mpfen noch immer in KrankenhĂ€usern mit schweren Verbrennungen. Einige von ihnen werden in deutschen Spezialkliniken behandelt.
AnwÀlte beteuern Kooperationsbereitschaft
Die RechtsbeistĂ€nde des Ehepaars Moretti werden nicht mĂŒde zu betonen, dass ihre Mandanten keinerlei Absicht hĂ€tten, sich den laufenden Ermittlungen zu entziehen. Ob diese Beteuerungen angesichts der schweren VorwĂŒrfe und der erschĂŒtternden Opferzahlen bei den Hinterbliebenen auf VerstĂ€ndnis stoĂen, darf bezweifelt werden.
Der Fall wirft einmal mehr ein grelles Schlaglicht auf die Frage der Brandschutzkontrollen in Gastronomiebetrieben. Wie konnte es geschehen, dass eine solche Katastrophe nicht verhindert wurde? Welche VersĂ€umnisse haben dazu gefĂŒhrt, dass Dutzende junger Menschen einen qualvollen Tod sterben mussten? Die Ermittlungen werden zeigen mĂŒssen, ob hier fahrlĂ€ssig oder gar vorsĂ€tzlich gehandelt wurde â und wer letztlich die Verantwortung fĂŒr dieses unfassbare UnglĂŒck trĂ€gt.










