Kettner Edelmetalle
07.02.2026
11:34 Uhr

Stellantis kapituliert: 22 Milliarden Euro Abschreibung markiert das Ende der E-Auto-TrÀumerei

Stellantis kapituliert: 22 Milliarden Euro Abschreibung markiert das Ende der E-Auto-TrÀumerei

Der Opel-Mutterkonzern Stellantis hat am Donnerstag einen beispiellosen Offenbarungseid geleistet. Mit Abschreibungen von sage und schreibe 22,2 Milliarden Euro und einem erwarteten Jahresverlust von bis zu 21 Milliarden Euro fĂŒr 2025 korrigiert der Automobilgigant seine Elektrostrategie in einer RadikalitĂ€t, die selbst hartgesottene Branchenkenner erschĂŒttert. Die Dividende? Gestrichen. Die Aktie? Um fast ein Viertel eingebrochen. Was fĂŒr ein Desaster.

Ein Konzernchef rÀumt ein, was viele lÀngst wussten

Konzernchef Antonio Filosa fand erstaunlich klare Worte fĂŒr das Debakel. Stellantis habe die Geschwindigkeit der sogenannten Elektrowende schlichtweg ĂŒberschĂ€tzt. „Das hat uns von den WĂŒnschen vieler AutokĂ€ufer entfernt", gestand er ein. Eine bemerkenswerte Aussage, die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte. Denn wĂ€hrend Politik und Medien jahrelang das Hohelied der ElektromobilitĂ€t sangen, haben die Konzerne offenbar vergessen, ihre Kunden zu fragen, was diese eigentlich wollen.

Besonders pikant: Filosa kritisierte die operative Umsetzung unter seinem VorgĂ€nger Carlos Tavares scharf. Doch war es nicht die gesamte Branche, die sich von ideologiegetriebenen Vorgaben aus BrĂŒssel und Berlin hat treiben lassen? Die Zeche zahlen nun AktionĂ€re, Mitarbeiter und letztlich auch die Steuerzahler.

SymboltrĂ€chtiger Ausverkauf: Ein Batteriewerk fĂŒr 100 Dollar

Die AbsurditĂ€t der Situation manifestiert sich in einem geradezu grotesken GeschĂ€ft: Stellantis verkauft seinen Anteil am kanadischen Batteriewerk NextStar Energy an LG Energy Solution – fĂŒr ganze 100 US-Dollar. Wohlgemerkt: In dieses Projekt waren ĂŒber fĂŒnf Milliarden kanadische Dollar geflossen. FĂŒnf Milliarden gegen hundert Dollar. Wenn das keine BankrotterklĂ€rung ist, was dann?

Die RĂŒckkehr der Vernunft: V8 statt Elektro-TrĂ€umerei

Die Konsequenzen sind weitreichend und sprechen BĂ€nde. Der rein elektrische Pick-up Ram 1500 wird ersatzlos gestrichen. Stattdessen kehrt der gute alte V8-Motor zurĂŒck – ein EingestĂ€ndnis, dass die Kunden eben doch nicht auf bewĂ€hrte Technologie verzichten wollen. Bei Alfa Romeo verzögern sich die ElektroplĂ€ne auf unbestimmte Zeit, Fiat bringt eine Hybridversion des 500er auf den Markt.

Und Opel? Die deutsche Traditionsmarke rĂŒckt vom ambitionierten Ziel ab, ab 2028 nur noch Elektroautos anzubieten. Ein Ziel, das von Anfang an mehr politischem Wunschdenken als wirtschaftlicher RealitĂ€t entsprach.

Amerika investiert, Europa baut ab

WĂ€hrend in Europa Stellen abgebaut werden, investiert Stellantis satte 13 Milliarden Dollar in den US-Markt und schafft dort 5.000 neue ArbeitsplĂ€tze. Der Konzern reagiert damit auf die verĂ€nderte Politik unter PrĂ€sident Trump, der die Elektroförderung konsequent gestrichen hat. Eine bittere Ironie fĂŒr den europĂ€ischen Standort: WĂ€hrend man hierzulande weiter an ideologischen Vorgaben festhĂ€lt, schafft pragmatische amerikanische Politik ArbeitsplĂ€tze.

Zur Stabilisierung genehmigte der Aufsichtsrat Hybridanleihen von bis zu fĂŒnf Milliarden Euro. Die vollstĂ€ndigen Jahreszahlen folgen am 26. Februar – man darf gespannt sein, welche weiteren Hiobsbotschaften dann ans Licht kommen.

Ein Branchentrend, der Fragen aufwirft

Stellantis steht mit seinem Kurswechsel keineswegs allein. Auch Ford, General Motors und Porsche haben ihre ElektroplĂ€ne deutlich zurĂŒckgefahren. Was sagt uns das? Vielleicht, dass die von der Politik forcierte Elektrowende nie auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament stand. Vielleicht, dass man den BĂŒrgern und Verbrauchern hĂ€tte zuhören sollen, statt ihnen vorzuschreiben, was sie zu kaufen haben.

Die Frage, die sich nun stellt: Werden die politischen EntscheidungstrĂ€ger in Berlin und BrĂŒssel aus diesem Desaster lernen? Oder werden sie weiter an einer Ideologie festhalten, die Milliarden vernichtet und ArbeitsplĂ€tze kostet? Die Antwort darauf wird zeigen, ob wirtschaftliche Vernunft oder ideologische Verblendung die Oberhand behĂ€lt.

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