Kettner Edelmetalle
27.07.2023
10:00 Uhr

Schockierende Zahlen: Der Pflegenotstand in Deutschland verschÀrft sich

Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts sind alarmierend: Die Anzahl der Pflege-Auszubildenden sank im vergangenen Jahr um satte sieben Prozent. Nur noch 52.100 junge Menschen begannen eine Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Im Jahr zuvor waren es noch 56.300. Doch die Zahl der PflegebedĂŒrftigen steigt stetig. Aktuell sind es etwa fĂŒnf Millionen Menschen, bis 204 könnten es bis zu sieben Millionen sein.

Die Pflegekrise verschÀrft sich

Um den Anstieg der PflegebedĂŒrftigen zu bewĂ€ltigen, wĂ€ren 190.000 zusĂ€tzliche Vollzeit-PflegekrĂ€fte notwendig. Doch die RealitĂ€t sieht anders aus. Viele PflegekrĂ€fte gehen in den nĂ€chsten Jahren in Rente und mĂŒssen ersetzt werden. Das Problem: Viele Auszubildende strömen aufgrund der generalistischen Pflegeausbildung, die seit 202 eingefĂŒhrt wurde, vor allem in die Krankenpflege. Die Langzeitpflege wird zum Verlierer, der FachkrĂ€ftemangel dort immer schlimmer.

"Diese Zahlen sind ein Drama!"

So kommentiert Bernd Meurer, PrĂ€sident des Arbeitgeberverbandes bpa, die aktuelle Situation. Schon jetzt fehlen Zehntausende PflegekrĂ€fte in Deutschland, und viele stehen kurz vor der Rente. "Wenn nun die Zahlen bei den Auszubildenden in der Pflege einbrechen, klafft bald eine noch viel grĂ¶ĂŸere PersonallĂŒcke."

Notwendige Maßnahmen

Meurer fordert das Gesundheitsministerium und das Bundesministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf, umgehend mit den LĂ€ndern fĂŒr eine Absicherung und einen deutlichen Ausbau der AusbildungskapazitĂ€ten zu sorgen. DafĂŒr mĂŒssten mehr AusbildungskapazitĂ€ten durch mehr PflegepĂ€dagogen geschaffen werden. Zudem sollten niedrigschwellige Wege in die Pflegeassistenz und bundesweit einheitliche einjĂ€hrige Assistenzausbildungen etabliert werden. Eine verstĂ€rkte und deutlich beschleunigte Zuwanderung von internationalen PflegekrĂ€ften wĂ€re ebenfalls notwendig.

Bundesfamilienministerin Lisa Paus (GrĂŒne) plant KĂŒrzungen

WĂ€hrend die Pflegekrise immer weiter eskaliert, plant Bundesfamilienministerin Lisa Paus (GrĂŒne) ausgerechnet bei den Freiwilligen-Diensten KĂŒrzungen. Bis 2025 sollen die Bundesmittel fĂŒr die Freiwilligendienste um 35 Prozent sinken. Dies wird die Hilfsorganisationen in Not bringen, warnt der Chef des Arbeiter-Samariter-Bundes Knut Fleckenstein.

Die Freiwilligen sorgen fĂŒr Entlastung der hauptberuflichen Altenpfleger und Erzieher. Wenn diese UnterstĂŒtzung wegfĂ€llt, steigt die Belastung zusĂ€tzlich. "Wir sind ratlos, wie wir ohne die UnterstĂŒtzung der Freiwilligen kĂŒnftig unsere Arbeit im gleichen Umfang fortfĂŒhren sollen", so Fleckenstein.

Schlusswort

Die Pflegekrise in Deutschland verschĂ€rft sich zusehends. Es ist an der Zeit, dass die Regierung handelt und notwendige Maßnahmen ergreift, um die Pflege in Deutschland zu stĂ€rken und zu sichern. Die aktuellen Zahlen sind ein Weckruf, den wir nicht ignorieren dĂŒrfen.

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