Kettner Edelmetalle
09.01.2026
17:17 Uhr

Russlands Oreschnik-Rakete schlägt nahe Lemberg ein: Moskaus unmissverständliche Warnung an den Westen

Russlands Oreschnik-Rakete schlägt nahe Lemberg ein: Moskaus unmissverständliche Warnung an den Westen

Zum erst zweiten Mal seit Beginn des Konflikts hat Russland seine gefürchtete Hyperschallrakete Oreschnik gegen Ziele in der Ukraine eingesetzt. Der Angriff auf Einrichtungen nahe der westukrainischen Stadt Lemberg ist weit mehr als eine militärische Operation – er ist eine kalkulierte Botschaft an die NATO und ihre Verbündeten, die offenbar nicht verstehen wollen, mit welchem Feuer sie spielen.

Die dreifache Botschaft aus Moskau

Die Wahl des Ziels war kein Zufall. Lemberg liegt gerade einmal achtzig Kilometer von der polnischen Grenze entfernt – und damit in unmittelbarer Nähe zu NATO-Territorium. Die Symbolik könnte kaum deutlicher sein: Wir können euch treffen, wann immer wir wollen.

Doch damit nicht genug. Die Oreschnik-Rakete, die mit Hyperschallgeschwindigkeit fliegt und daher praktisch nicht abzufangen ist, kann mit nuklearen Sprengköpfen bestückt werden. Sie ähnelt in ihrer Bauweise einer Interkontinentalrakete. Bei ihrem ersten Einsatz hatte Moskau Washington im Voraus gewarnt, um zu verhindern, dass der Start als Beginn eines atomaren Weltkrieges interpretiert werden könnte. Ob auch diesmal eine solche Warnung erfolgte, ist nicht bekannt. Die Botschaft an den Westen lautet unmissverständlich: Spielt nicht mit dem Feuer.

Warum ausgerechnet jetzt?

Offiziell begründet Moskau den Angriff als Vergeltung für einen mutmaßlichen ukrainischen Drohnenangriff auf eine Residenz Präsident Putins. Doch die wahren Gründe dürften tiefer liegen – und sie sollten jeden besonnenen Beobachter zutiefst beunruhigen.

Frankreich und Großbritannien haben angekündigt, Truppen für die Ukraine stellen zu wollen. Der britische Premierminister Starmer hat dabei unmissverständlich klargestellt, dass diese Soldaten auch auf russische Streitkräfte schießen würden. Man muss sich diese Aussage auf der Zunge zergehen lassen: Ein NATO-Mitglied kündigt offen an, seine Soldaten in einen direkten Konflikt mit einer Atommacht zu schicken. Wo bleibt der Aufschrei der Friedensbewegung? Wo bleiben die mahnenden Stimmen der deutschen Politik?

Hinzu kommt die Übernahme eines unter russischer Flagge fahrenden Tankers durch US-Streitkräfte in internationalen Gewässern. Ein Vorgang, der Moskau einen empfindlichen Gesichtsverlust bescherte und eine Reaktion geradezu erzwang.

Der Westen eskaliert – und nennt es Verteidigung

Was wir derzeit erleben, ist ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, bei dem der sogenannte "Wertewesten" keineswegs die Rolle des unschuldigen Opfers spielt, die er sich so gerne zuschreibt. Bereits 2022 sabotierte der damalige britische Premierminister Boris Johnson vielversprechende Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine. Seitdem zieht sich diese Linie der Eskalation wie ein roter Faden durch die westliche Politik.

Anstatt über einen Frieden zu reden, wird kräftig weiter eskaliert.

Die Frage, wer hier eigentlich die Kriegstreiber sind, beantwortet sich bei nüchterner Betrachtung von selbst. Es ist nicht Russland, das seine Truppen an die Grenzen westlicher Staaten verlegt. Es ist nicht Moskau, das ankündigt, Soldaten in einen direkten Konflikt mit NATO-Staaten zu schicken.

Deutschland zwischen allen Stühlen

Für Deutschland und Europa sind dies keine guten Nachrichten. Die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz steht vor der Herausforderung, einen besonnenen Kurs zwischen amerikanischen Interessen und europäischer Sicherheit zu finden. Die bisherige Politik der bedingungslosen Gefolgschaft gegenüber Washington hat Europa an den Rand eines Konflikts geführt, dessen Konsequenzen vor allem die europäischen Völker zu tragen hätten.

Es wird höchste Zeit, dass sich in Berlin und anderen europäischen Hauptstädten die Erkenntnis durchsetzt: Frieden wird nicht durch immer neue Waffenlieferungen und Truppenentsendungen erreicht, sondern durch Diplomatie und Verhandlungen. Die Alternative – ein direkter militärischer Konflikt zwischen NATO und Russland – wäre eine Katastrophe, die sich niemand wünschen kann, der noch bei klarem Verstand ist.

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