Kettner Edelmetalle
13.02.2026
07:34 Uhr

Rente mit 70 und darĂŒber hinaus? Spahn bereitet Deutsche auf bittere Wahrheit vor

Rente mit 70 und darĂŒber hinaus? Spahn bereitet Deutsche auf bittere Wahrheit vor

WĂ€hrend die neue Große Koalition kaum im Amt ist, zeichnet sich bereits der nĂ€chste sozialpolitische Sprengstoff ab. Unionsfraktionschef Jens Spahn hat in einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe unmissverstĂ€ndlich klargemacht, wohin die Reise beim Renteneintrittsalter gehen dĂŒrfte: steil nach oben. Seine BegrĂŒndung klingt so simpel wie schmerzhaft – wer hundert Jahre alt werde, könne nicht mit Mitte 60 aufhören zu arbeiten.

Die Rechnung, die niemand hören will

Spahn stĂŒtzt seine Argumentation auf die steigende Lebenserwartung. Jedes zweite heute neugeborene MĂ€dchen werde mit hoher Wahrscheinlichkeit das biblische Alter von 100 Jahren erreichen, so der CDU-Politiker. Die Schlussfolgerung liegt auf der Hand: Wenn Menschen immer lĂ€nger leben, mĂŒssen sie auch lĂ€nger arbeiten – oder das Rentensystem kollabiert unter seiner eigenen Last.

Doch wie realistisch ist dieses Szenario wirklich? Die nĂŒchternen Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeichnen ein differenzierteres Bild. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt lag 2024 fĂŒr Frauen bei 83,5 Jahren und fĂŒr MĂ€nner bei 78,9 Jahren. Vor der Pandemie nahm die Lebenserwartung pro Jahr um gerade einmal 0,1 Jahre zu. Rechnet man diesen Trend fort, wĂŒrde es bei Frauen rund 165 Jahre und bei MĂ€nnern sogar 212 Jahre dauern, bis die durchschnittliche Lebenserwartung tatsĂ€chlich die magische 100-Jahre-Marke erreicht. Von einer unmittelbar bevorstehenden HundertjĂ€hrigen-Gesellschaft kann also kaum die Rede sein.

Die Rentenkommission als Vollstrecker

Dennoch geht Spahn davon aus, dass die eingesetzte Rentenkommission konkrete VorschlĂ€ge fĂŒr eine Erhöhung des Renteneintrittsalters und der Lebensarbeitszeit vorlegen werde. Derzeit wird die Altersgrenze fĂŒr die Regelaltersrente ohne AbschlĂ€ge schrittweise auf 67 Jahre angehoben – ein Prozess, der fĂŒr viele Arbeitnehmer bereits jetzt eine erhebliche Belastung darstellt. Dass es dabei nicht bleiben soll, dĂŒrfte bei Millionen von BĂŒrgern fĂŒr ErnĂŒchterung sorgen.

Man muss sich das einmal vergegenwĂ€rtigen: Der deutsche Arbeitnehmer zahlt sein Leben lang in ein System ein, das ihm im Gegenzug immer weniger zurĂŒckgibt. Die Renten sinken real, das Eintrittsalter steigt, und die BeitrĂ€ge klettern unaufhörlich. Gleichzeitig werden Milliarden fĂŒr ideologische Projekte verpulvert, ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur aufgelegt und die Staatsverschuldung auf ein Niveau getrieben, das kommende Generationen erdrĂŒcken wird.

Keine neuen Schulden fĂŒr die Sozialkassen – aber wofĂŒr dann?

Immerhin: Auf die Frage, ob die Bundesregierung die Schuldenbremse erneut lockern könnte, um die Sozialkassen zu stabilisieren, erteilte Spahn eine klare Absage. Er sehe „keinerlei Spielraum fĂŒr weitere Schulden". Eine bemerkenswerte Aussage aus den Reihen einer Partei, die erst kĂŒrzlich das grĂ¶ĂŸte Schuldenpaket der deutschen Nachkriegsgeschichte mitgetragen hat. FĂŒr Panzer und Autobahnen finden sich offenbar Hunderte Milliarden – fĂŒr die Altersvorsorge der eigenen Bevölkerung hingegen nicht.

Die bittere Wahrheit ist: Jahrzehnte verfehlter Familienpolitik, eine demographische Katastrophe in Zeitlupe und ein aufgeblĂ€hter Sozialstaat, der an allen Ecken und Enden Geld verschlingt, haben das deutsche Rentensystem an den Rand des Abgrunds gefĂŒhrt. Statt die Ursachen zu bekĂ€mpfen – etwa durch eine echte Förderung von Familien mit Kindern und eine RĂŒckkehr zu traditionellen Werten, die eine stabile Bevölkerungsentwicklung gewĂ€hrleisten –, wird einmal mehr an den Symptomen herumgedoktert.

Wer angesichts solcher Entwicklungen seine Altersvorsorge allein dem Staat ĂŒberlĂ€sst, handelt fahrlĂ€ssig. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber können in einem breit diversifizierten Portfolio einen wertvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten – unabhĂ€ngig von politischen Entscheidungen, die sich alle paar Jahre Ă€ndern, und unabhĂ€ngig von einem Rentensystem, dessen Versprechen zunehmend auf tönernen FĂŒĂŸen stehen.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Investitionsentscheidung sollte auf eigener, sorgfĂ€ltiger Recherche basieren. Wir ĂŒbernehmen keine Haftung fĂŒr individuelle Anlageentscheidungen, die auf Grundlage dieses Beitrags getroffen werden.

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