
Politiker-Ranking offenbart das ganze Elend der deutschen Parteienlandschaft

Das jĂŒngste Politiker-Ranking des Meinungsforschungsinstituts Insa liest sich wie ein Fieberthermometer der politischen Kultur in Deutschland â und die Temperatur steigt bedenklich. WĂ€hrend Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) mit 5,3 Punkten unangefochten an der Spitze thront, vollzieht sich in den hinteren RĂ€ngen ein bemerkenswerter Platztausch, der tief blicken lĂ€sst.
Linkspartei-Chefin ĂŒberholt Wagenknecht â ein fragwĂŒrdiger Triumph
Heidi Reichinnek, die Fraktionsvorsitzende der Linkspartei, kletterte um drei PlĂ€tze nach oben und belegt nun mit 3,5 Punkten Rang zwölf. Im Gegenzug stĂŒrzte Sahra Wagenknecht vom BĂŒndnis Sahra Wagenknecht (BSW) von eben jenem zwölften Platz auf Rang 15 ab â ihre Bewertung sank von 3,6 auf magere 3,4 Punkte. Die beiden Politikerinnen tauschten also exakt ihre Positionen. Man könnte fast meinen, es handle sich um ein kommunizierendes Röhrensystem des linken Spektrums: Was die eine gewinnt, verliert die andere.
Dass ausgerechnet Reichinnek â eine Politikerin, die sich durch ideologische Verbissenheit und identitĂ€tspolitische GrabenkĂ€mpfe einen Namen gemacht hat â an Beliebtheit zulegt, dĂŒrfte konservative Beobachter mit Sorge erfĂŒllen. Doch bei nĂŒchterner Betrachtung relativiert sich der vermeintliche Aufstieg schnell: 3,5 Punkte sind alles andere als ein Ruhmesblatt. Es handelt sich eher um ein Verschieben der LiegestĂŒhle auf der Titanic des linken Lagers.
Pistorius dominiert â Merz dĂŒmpelt im Mittelfeld
An der Spitze des Rankings herrscht derweil bemerkenswerte StabilitĂ€t. Boris Pistorius fĂŒhrt die Liste unverĂ€ndert an. Auf den PlĂ€tzen zwei und drei folgen Nordrhein-Westfalens MinisterprĂ€sident Hendrik WĂŒst (CDU) mit 4,2 Punkten und Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) mit 4,1 Punkten. Dass die beiden LĂ€nderchefs den Bundeskanzler derart deutlich ĂŒberflĂŒgeln, spricht BĂ€nde.
Denn Friedrich Merz selbst â immerhin der Mann, der Deutschland regiert â rangiert auf einem geradezu beschĂ€menden Platz 17. Zwar verbesserte er sich um zwei Positionen, doch seine Bewertung verharrte bei dĂŒrftigen 3,4 Punkten. Ein Bundeskanzler, der im Beliebtheitsranking hinter Dutzenden Politikern liegt und sich auf Augenhöhe mit Sahra Wagenknecht wiederfindet â das ist kein Zeichen von StĂ€rke, sondern ein Alarmsignal. Offenbar honorieren die BĂŒrger weder das vollmundige Versprechen einer soliden Haushaltspolitik, das lĂ€ngst durch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen ad absurdum gefĂŒhrt wurde, noch die zögerliche Haltung in der Migrationsfrage.
Finanzminister Klingbeil und Innenminister Dobrindt im Aufwind
Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) konnte sich auf Rang vier vorarbeiten und erreichte 3,9 Punkte. Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) rutschte hingegen auf Platz fĂŒnf ab, kam aber ebenfalls auf 3,9 Punkte. Dahinter reihten sich BundestagsprĂ€sidentin Julia Klöckner (CDU) und Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU) mit jeweils 3,8 Punkten ein.
Die GrĂŒnen: Nicht einmal die eigenen WĂ€hler sind begeistert
Besonders entlarvend ist der Blick auf die einzelnen WĂ€hlergruppen. In nahezu allen politischen Lagern fĂŒhrte jeweils ein Politiker der eigenen Partei das interne Ranking an â mit einer bemerkenswerten Ausnahme: den GrĂŒnen. Bei deren WĂ€hlern lag nicht etwa Parteichefin Franziska Brantner vorne, sondern der SPD-Mann Pistorius. Auf Platz zwei folgte Klingbeil, auf Platz drei Reichinnek von der Linkspartei. Brantner schaffte es bei ihren eigenen AnhĂ€ngern gerade einmal auf Rang vier.
Wenn selbst die treuesten UnterstĂŒtzer einer Partei deren FĂŒhrungsfigur nicht auf das Treppchen wĂ€hlen, dann ist das mehr als nur ein Schönheitsfehler â es ist ein Offenbarungseid. Die GrĂŒnen, einst Lieblinge des medialen Mainstreams, scheinen in einer IdentitĂ€tskrise zu stecken, die weit ĂŒber personelle Fragen hinausgeht. Jahre der ideologiegetriebenen Politik, des Genderns und der Bevormundung haben offenbar auch bei der eigenen Klientel Spuren hinterlassen.
AfD zeigt gespaltenes Bild
Bei der AfD ergab sich ein zweigeteiltes Bild. WĂ€hrend Parteichefin Alice Weidel ihren elften Platz stabil hielt, rutschte Co-Parteichef Tino Chrupalla auf Rang 19 ab. Den letzten Platz im gesamten Ranking belegte â wenig ĂŒberraschend â Unionsfraktionschef Jens Spahn mit lediglich 3,0 Punkten. Ein Mann, der es schafft, sowohl die eigene Basis als auch den politischen Gegner gleichermaĂen zu verprellen, verdient diesen zweifelhaften Rekord wohl durchaus.
Was bleibt als Fazit dieses Rankings? Die Deutschen sehnen sich offenkundig nach Politikern, die StĂ€rke und Entschlossenheit ausstrahlen â Pistorius als Verteidigungsminister verkörpert das in Zeiten geopolitischer Unsicherheit. Gleichzeitig offenbart die Umfrage eine tiefe Unzufriedenheit mit der politischen FĂŒhrung des Landes. Ein Kanzler auf Platz 17, eine GrĂŒnen-Chefin, die nicht einmal ihre eigenen WĂ€hler ĂŒberzeugt, und ein linkes Lager, das sich gegenseitig die Punkte abjagt â das ist kein Bild einer funktionierenden Demokratie, sondern das PortrĂ€t einer politischen Klasse, die den Kontakt zu den BĂŒrgern zunehmend verliert.










