Kettner Edelmetalle
08.01.2026
14:55 Uhr

Pleitewelle überrollt Deutschland: Großinsolvenzen erreichen dramatischen Höchststand

Pleitewelle überrollt Deutschland: Großinsolvenzen erreichen dramatischen Höchststand

Die deutsche Wirtschaft taumelt von einer Krise in die nächste, und die Zahlen sprechen eine erschreckend deutliche Sprache. Mit 471 Großinsolvenzen im vergangenen Jahr verzeichnet die Bundesrepublik einen Anstieg von rund 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Betroffen sind Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über zehn Millionen Euro – das Rückgrat des deutschen Mittelstands bricht zusehends weg.

„Die Wirtschaft hat Fieber bekommen"

Was Studienautor Jonas Eckhardt von der Unternehmensberatung Falkensteg konstatiert, klingt wie eine Diagnose für einen schwerkranken Patienten: Die deutsche Wirtschaft ringe nicht mehr nur mit Kopfschmerzen, sie habe regelrechtes Fieber bekommen. Seit dem Tiefpunkt nach der Corona-Pandemie im Jahr 2021 hat sich die Zahl der Großinsolvenzen nahezu verdreifacht. Eine Entwicklung, die jeden aufmerksamen Beobachter der deutschen Wirtschaftspolitik kaum überraschen dürfte.

Die Ursachen sind vielfältig und doch erschreckend vorhersehbar: Strukturkrisen im Auto- und Maschinenbausektor, anhaltende Konsumzurückhaltung der verunsicherten Bürger und geopolitische Unsicherheiten bilden einen toxischen Cocktail, der immer mehr Unternehmen in den Abgrund reißt.

Keine Besserung in Sicht – 2026 droht noch Schlimmeres

Wer auf eine baldige Trendwende hofft, wird bitter enttäuscht. Die Experten von Falkensteg prognostizieren für das kommende Jahr einen weiteren Anstieg der Großinsolvenzen um zehn bis zwanzig Prozent auf rund 530 Fälle. Die strukturellen Bremsen, die das Land lähmen, sind längst bekannt: schleichender Wettbewerbsverlust, Fachkräftemangel, überbordende Bürokratie und stockende Investitionen.

„Für viele Mittelständler ist das keine Konjunkturdelle mehr, sondern eine Überlebensfrage. Der zyklische Abschwung entwickelt sich zum strukturellen Kollaps."

Diese Warnung von Eckhardt sollte in den Ohren der politisch Verantwortlichen klingeln. Doch Impulse aus staatlichen Infrastrukturprogrammen seien bislang kaum spürbar, heißt es in der Studie. Während die Politik mit ideologischen Projekten beschäftigt ist, kämpfen deutsche Unternehmer ums nackte Überleben.

Die Verlierer der verfehlten Wirtschaftspolitik

Besonders hart trifft es die verarbeitende Industrie. Hersteller von Metallwaren führen mit 65 Fällen erstmals das Negativranking an – ein Anstieg von mehr als 35 Prozent. Die Automobilzulieferer, einst das Aushängeschild deutscher Ingenieurskunst, verharren mit 59 Insolvenzen auf erschreckend hohem Niveau. Den dramatischsten Zuwachs verzeichneten Elektrotechnikfirmen mit einem Plus von fast 77 Prozent auf 53 Fälle.

Der für Februar erwartete neue Fünfjahresplan Chinas, der auf technologische Eigenständigkeit abzielt, dürfte den Wettbewerbsdruck auf deutsche Schlüsselbranchen weiter verschärfen. Während andere Nationen ihre Industrie stärken, scheint Deutschland seine systematisch zu demontieren.

Ein Armutszeugnis für die Wirtschaftspolitik

Die Zahlen sind ein vernichtendes Urteil über Jahre verfehlter Wirtschaftspolitik. Hohe Energiekosten, erdrückende Regulierungen und eine Bürokratie, die jeden unternehmerischen Elan erstickt, haben Deutschland an den Rand des wirtschaftlichen Abgrunds geführt. Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz steht vor einem Scherbenhaufen, den die Vorgängerregierungen hinterlassen haben.

Ob das angekündigte 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur die Wende bringen kann, bleibt fraglich. Denn neue Schulden lösen keine strukturellen Probleme – sie verschieben sie nur auf kommende Generationen. Was Deutschland braucht, sind echte Reformen: Bürokratieabbau, wettbewerbsfähige Energiepreise und eine Politik, die Unternehmer als Partner und nicht als Melkkühe betrachtet.

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