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17.10.2026
10:34 Uhr
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Nach Krebs-OP: Papst Leo XIV. verlässt schon nach vier Tagen die Klinik!

Nach Krebs-OP: Papst Leo XIV. verlässt schon nach vier Tagen die Klinik!
Symbolbild: KI-generiert

Nur vier Tage nach der Entfernung eines bösartigen Lungentumors kehrt Papst Leo XIV. am Samstag in den Vatikan zurück. Das teilte der Heilige Stuhl mit. Am Sonntag will der 71-Jährige vom Fenster seiner Wohnung aus das Angelus-Gebet sprechen. Ob der Krebs damit besiegt ist, kann aber noch niemand sagen.

Ein Lungenlappen weg, der Alltag zurück

Operiert wurde am Dienstag in der römischen Gemelli-Klinik. Ein Ärzteteam unter Leitung des Chirurgen Stefano Margaritora entfernte medizinischen Angaben zufolge in etwa 90 Minuten den unteren Lappen des rechten Lungenflügels. Darin saß ein Lungenadenokarzinom, eine der häufigsten Formen von Lungenkrebs. Der Eingriff soll ohne Komplikationen verlaufen sein.

Seitdem zeigen Blutwerte und Röntgenbilder des Brustkorbs laut Vatikan eine anhaltende Besserung. Leo XIV. erhält Atem-Physiotherapie. Das Bulletin hält fest, er bewältige seinen Tagesablauf wieder vollständig ohne fremde Hilfe.

Mit welcher Disziplin er das tut, zeigen die Tage in der Klinik. Gemeinsam mit Mitarbeitern des Krankenhauses feierte er eine Messe. Und am Freitag telefonierte er mit Wladimir Putin, um ihn zu einer Waffenruhe in Oleschky zu drängen. Die Frontstadt im Süden der Ukraine ist von russischen Truppen besetzt.

Die entscheidende Frage bleibt offen

So erfreulich die Entlassung ist: Sie ist ein Zwischenstand, keine Entwarnung. Der Vatikan hat bisher nicht mitgeteilt, wie groß der Tumor war und ob es weitere Knoten gab. Auch zu einem möglichen Befall der Lymphknoten schweigt das Bulletin.

An diesen Befunden hängt alles. Erst sie zeigen, ob regelmäßige Kontrollen genügen oder ob zusätzlich Chemotherapie oder Bestrahlung nötig werden. Den Knoten hatte der Papst übrigens selbst öffentlich gemacht: Beim Angelus am vergangenen Sonntag sprach er von einem Befund aus einer Kontrolluntersuchung, der in einem „sehr frühen Stadium“ entdeckt worden sei. Zwei Tage danach lag er auf dem OP-Tisch.

Was Lungenärzte sagen

Fachleute sind vorsichtig optimistisch. Jürgen Behr, Pneumologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München, sagt, ohne einen Lungenlappen sinke die Lungenleistung typischerweise um 10 bis 20 Prozent. Im Alltag merke man das oft kaum. Torsten Bauer, Chefarzt der Pneumologie am Berliner Helios Klinikum Emil von Behring, glaubt ebenfalls nicht an eine spürbare Einschränkung, sofern die Lunge vor der Operation normal gearbeitet habe.

Dafür spricht einiges. Bisher waren beim ersten US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri keine Gesundheitsprobleme bekannt. Er gilt als Nichtraucher und hält sich mit Tennis, Schwimmen und regelmäßigem Training fit.

Ganz anders als bei Franziskus

Viele Gläubige dürften an das Frühjahr 2025 denken. Leos Vorgänger Franziskus lag damals mit einer schweren Lungenentzündung 38 Tage im Papst-Trakt im zehnten Stock der Gemelli-Klinik. Lange gab der Vatikan nur spärlich Auskunft. Wenige Wochen nach der Entlassung starb Franziskus mit 88 Jahren.

Leo XIV. geht offener mit seiner Krankheit um. Eine Diagnose selbst öffentlich zu machen und die Genesung über regelmäßige Bulletins zu begleiten, zeugt von Gelassenheit, vielleicht auch von amerikanischem Pragmatismus. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wünschte ihm über die Katholische Nachrichten-Agentur eine baldige und vollständige Genesung.

Südamerika-Reise steht auf der Kippe

Alle öffentlichen Termine bis zum 20. Oktober hat der Vatikan bereits abgesagt. Für November ist eine fast zweiwöchige Reise nach Südamerika geplant. Ob Leo XIV. sie antreten kann, hängt von den ausstehenden Befunden und vom Verlauf der Nachsorge ab.

Das Angelus-Gebet am Sonntag zeigt vor allem eines: Der Papst will Präsenz zeigen. Wie belastbar er auf Dauer ist, lässt sich daraus aber nicht ablesen. Die Antwort darauf werden die nächsten Wochen geben.

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