Kettner Edelmetalle
20.02.2026
10:24 Uhr

Mogelpackung auf vier RĂ€dern: Plug-in-Hybride verbrauchen bis zu viermal mehr Sprit als versprochen

Mogelpackung auf vier RĂ€dern: Plug-in-Hybride verbrauchen bis zu viermal mehr Sprit als versprochen

Es ist eine jener EnthĂŒllungen, die man eigentlich hĂ€tte kommen sehen mĂŒssen – und die dennoch wie ein Paukenschlag wirkt. Plug-in-Hybridfahrzeuge, jahrelang als grĂŒnes Wundermittel der Automobilindustrie angepriesen und von der Politik mit großzĂŒgigen Subventionen bedacht, entpuppen sich als kolossale Mogelpackung. Eine umfangreiche Untersuchung unter Beteiligung des renommierten Fraunhofer-Instituts fĂŒr System- und Innovationsforschung (ISI) offenbart nun das ganze Ausmaß der TĂ€uschung.

Knapp sechs Liter statt anderthalb – die bittere RealitĂ€t

Die Zahlen sind ernĂŒchternd, ja geradezu beschĂ€mend. WĂ€hrend die Hersteller im Rahmen der EU-Typgenehmigung nach dem WLTP-Verfahren Traumwerte von ein bis zwei Litern pro hundert Kilometer versprechen, liegt der tatsĂ€chliche Durchschnittsverbrauch der untersuchten Fahrzeuge bei knapp sechs Litern Kraftstoff. Das entspricht einer Abweichung von rund 300 Prozent. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der reale Verbrauch ĂŒbersteigt die offiziellen Angaben um das Vierfache.

FĂŒr die Studie wurden Daten von etwa einer Million Fahrzeugen verschiedener Hersteller aus den Baujahren 2021 bis 2023 ausgewertet. Keine kleine Stichprobe also, kein statistischer Ausreißer. Die Daten stammten direkt aus den Fahrzeugen selbst, die ihre Verbrauchswerte regelmĂ€ĂŸig per Funk ĂŒbermitteln. Manipulationsspielraum? Praktisch null.

Selbst im Elektromodus schluckt der Motor Benzin

Besonders pikant: Selbst im sogenannten „Entlademodus" – also jenem Betriebszustand, in dem das Fahrzeug eigentlich rein elektrisch fahren sollte – werden im Schnitt etwa drei Liter Kraftstoff verbraucht. Bislang ging man davon aus, dass in diesem Modus kaum oder gar kein Benzin benötigt werde. Patrick Plötz vom Fraunhofer ISI bezeichnete dieses Ergebnis gegenĂŒber der Tagesschau als regelrechten „Schock".

Doch warum springt der Verbrennungsmotor an, wenn eigentlich der Elektromotor die Arbeit verrichten soll? Die Antwort ist so simpel wie entlarvend: Die Elektromotoren vieler Plug-in-Hybride sind schlicht nicht leistungsfĂ€hig genug. Bei hohen Geschwindigkeiten, an Steigungen oder bei starker Beschleunigung – also genau in jenen Situationen, die den deutschen Autofahrer im Alltag stĂ€ndig begleiten – reicht die Kraft des E-Motors nicht aus. Der Verbrenner muss einspringen. Hinzu kommen Nebenverbraucher wie Batterieheizung und Klimaanlage, die zusĂ€tzlich am Energiehaushalt zehren.

Deutsche Premiumhersteller besonders auffÀllig

Wer nun glaubt, dass wenigstens die deutschen Premiummarken mit ihrer vielgerĂŒhmten Ingenieurskunst besser abschneiden, wird bitter enttĂ€uscht. Das Gegenteil ist der Fall. Ausgerechnet Porsche fĂ€llt mit besonders desaströsen Werten auf: Die Hybridmodelle des Stuttgarter Luxusautobauers verbrauchen im Entlademodus sage und schreibe rund sieben Liter Kraftstoff. Sieben Liter – wohlgemerkt in einem Modus, der eigentlich nahezu emissionsfrei sein sollte. Die besten Werte erzielten hingegen Fahrzeuge von Kia, Toyota, Ford und Renault, die teils deutlich unter einem Liter pro hundert Kilometer blieben.

Das Gewichtsproblem und die Ladedisziplin

Ein weiterer Faktor, der die Misere verschĂ€rft, ist das schiere Gewicht dieser technologischen Zwitterwesen. Die komplexen Hybridsysteme mit ihren immer grĂ¶ĂŸeren Batterien treiben das Fahrzeuggewicht um mehrere hundert Kilogramm in die Höhe. Was im Elektrobetrieb durch Rekuperation teilweise kompensiert werden kann, schlĂ€gt im Verbrennermodus gnadenlos zu Buche. Mehr Gewicht bedeutet mehr Verbrauch – eine physikalische GesetzmĂ€ĂŸigkeit, die sich auch durch noch so kreative MarketingbroschĂŒren nicht außer Kraft setzen lĂ€sst.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Besitzer ihre Plug-in-Hybride offenbar nur selten oder gar nicht extern aufladen. Der rein elektrische Fahranteil lag im Durchschnitt bei mageren 25 Prozent. Drei Viertel der Fahrleistung werden also vom Verbrennungsmotor erbracht – in einem Fahrzeug, das eigentlich als BrĂŒckentechnologie zur ElektromobilitĂ€t dienen sollte. Man könnte auch sagen: Viele dieser Fahrzeuge sind nichts anderes als ĂŒberteuerte, ĂŒbergewichtige Verbrenner mit einem dekorativen Elektromotor.

Ein Symptom ideologiegetriebener Verkehrspolitik

Diese Erkenntnisse werfen einmal mehr ein grelles Schlaglicht auf die AbsurditĂ€t einer Verkehrs- und Klimapolitik, die sich jahrelang von Wunschdenken statt von Fakten leiten ließ. Plug-in-Hybride wurden mit ĂŒppigen KaufprĂ€mien subventioniert, ihre geschönten Verbrauchswerte flossen in die CO₂-Flottenbilanzen der Hersteller ein und halfen diesen, die strengen EU-Grenzwerte auf dem Papier einzuhalten. Ein perfektes System – perfekt allerdings nur fĂŒr die Bilanzen der Konzerne und die SelbstbeweihrĂ€ucherung grĂŒner Verkehrspolitiker.

Der deutsche Steuerzahler hingegen durfte die Zeche begleichen. Milliarden an Fördergeldern flossen in eine Technologie, die ihre Versprechen nie einlösen konnte. Und die Umwelt? Die hat von diesem politisch orchestrierten Etikettenschwindel am allerwenigsten profitiert. Wer sechs Liter auf hundert Kilometer verbraucht, rettet kein Klima – egal wie viele grĂŒne Plaketten auf der Windschutzscheibe kleben.

Es wĂ€re an der Zeit, dass die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz aus diesem Debakel die richtigen SchlĂŒsse zieht. Statt weiterhin ideologisch motivierte Technologievorgaben zu machen, sollte man den Ingenieuren und dem Markt die Entscheidung ĂŒberlassen, welche Antriebsform tatsĂ€chlich effizient und zukunftsfĂ€hig ist. Denn eines hat diese Studie eindrucksvoll bewiesen: Politische Wunschzettel ersetzen keine physikalischen Gesetze.

Wissenswertes zum Thema