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20.01.2026
05:56 Uhr

Merz bleibt hart: Deutschlands Krankenstand ist ein Symptom des Niedergangs

Merz bleibt hart: Deutschlands Krankenstand ist ein Symptom des Niedergangs

Der frischgebackene Bundeskanzler Friedrich Merz lĂ€sst sich nicht beirren. Nach seiner aufsehenerregenden Kritik am hohen Krankenstand in Deutschland legt der CDU-Chef nun nach – und nimmt dabei auch den aufgeblĂ€hten öffentlichen Dienst ins Visier. Eine ĂŒberfĂ€llige Debatte, die den Finger in eine offene Wunde legt.

Die erschreckenden Zahlen sprechen fĂŒr sich

Was Merz bei einer Wahlkampfveranstaltung in Bad Rappenau ansprach, ist keine Lappalie: Durchschnittlich 14,5 Krankentage pro Arbeitnehmer – und dabei sind die kurzfristigen Krankmeldungen von ein oder zwei Tagen noch nicht einmal eingerechnet. Die tatsĂ€chliche Zahl dĂŒrfte also noch deutlich höher liegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren es 2024 sogar 14,8 Arbeitstage – ein Anstieg um satte 3,6 Tage im Vergleich zu 2021.

Fast drei Wochen im Jahr, in denen die deutsche Wirtschaft auf ihre ArbeitskrÀfte verzichten muss. In Zeiten, in denen Deutschland ohnehin mit einer schwÀchelnden Konjunktur, einer maroden Infrastruktur und einer explodierenden Staatsverschuldung kÀmpft, ist dies ein Luxus, den sich das Land schlichtweg nicht mehr leisten kann.

Die telefonische Krankschreibung als Einfallstor fĂŒr Missbrauch

Merz identifiziert einen der Hauptschuldigen: die telefonische Krankschreibung, die seit 2021 möglich ist. Was wĂ€hrend der Corona-Pandemie als pragmatische Notlösung eingefĂŒhrt wurde, hat sich lĂ€ngst zu einem bequemen Freifahrtschein entwickelt. Selbst KassenĂ€rzteverband-Chef Andreas Gassen gibt dem Kanzler recht und konstatiert nĂŒchtern: „Am Telefon kann doch niemand zuverlĂ€ssig beurteilen, ob jemand wirklich arbeitsunfĂ€hig ist oder nicht."

Die Union drĂ€ngt folgerichtig auf eine Abschaffung dieser Regelung. Im Koalitionsvertrag mit der SPD ist zumindest von „Korrekturen" die Rede, um Missbrauch kĂŒnftig auszuschließen. Ob dies ausreicht, darf bezweifelt werden.

Die ĂŒblichen VerdĂ€chtigen melden sich zu Wort

NatĂŒrlich ließen die Reaktionen aus dem linken Lager nicht lange auf sich warten. Der frĂŒhere Gesundheitsminister Karl Lauterbach, dessen Amtszeit nicht gerade von durchschlagenden Erfolgen geprĂ€gt war, plĂ€diert stattdessen fĂŒr „Vorbeugemedizin" und warnt vor einer „GĂ€ngelei der Kranken". Der Linken-BundesgeschĂ€ftsfĂŒhrer Janis Ehling faselt erwartungsgemĂ€ĂŸ von „krankmachenden Arbeitsbedingungen" und „Überlastung".

Besonders bezeichnend ist die Reaktion von GrĂŒnen-Chefin Franziska Brantner, die zwar einrĂ€umt, dass Deutschland mehr arbeiten mĂŒsse, aber sogleich nach „verlĂ€sslicher Kinderbetreuung" ruft. Als ob der Staat fĂŒr alles und jeden zustĂ€ndig wĂ€re – eine typisch grĂŒne Reflexreaktion, die das eigentliche Problem elegant umschifft.

Auch der öffentliche Dienst muss sich hinterfragen

Bemerkenswert ist, dass Merz seine Kritik ausdrĂŒcklich auch auf den öffentlichen Dienst ausweitet. Dort, wo Arbeitsplatzsicherheit praktisch garantiert ist und Leistungsanreize oft Mangelware sind, dĂŒrfte der Krankenstand besonders ĂŒppig ausfallen. Es ist höchste Zeit, dass auch in den Amtsstuben der Republik ein Umdenken einsetzt.

Die Debatte, die Merz angestoßen hat, ist unbequem – aber notwendig. Deutschland braucht eine höhere volkswirtschaftliche Leistung, wie der Kanzler richtig feststellt. Wer das Land wieder auf Kurs bringen will, muss auch unangenehme Wahrheiten aussprechen. Dass Merz dafĂŒr „sehr viel Zustimmung" erhalten hat, wie er selbst berichtet, zeigt: Die schweigende Mehrheit der Deutschen hat lĂ€ngst erkannt, dass es so nicht weitergehen kann.

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