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09.01.2026
17:17 Uhr

Macron knickt vor Trump ein: G-7-Gipfel weicht Käfigkampf-Spektakel

Macron knickt vor Trump ein: G-7-Gipfel weicht Käfigkampf-Spektakel

Was für ein Schauspiel der besonderen Art! Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat den diesjährigen G-7-Gipfel kurzerhand um einen Tag verschoben – und der Grund dafür dürfte selbst hartgesottene Beobachter der internationalen Politik verblüffen. Es ist nicht etwa eine diplomatische Krise, kein Naturereignis und auch keine Sicherheitsbedenken. Nein, es ist ein Käfigkampf im Garten des Weißen Hauses.

Trumps Geburtstag schlägt Weltpolitik

Ursprünglich sollte das Treffen der mächtigsten Industrienationen vom 14. bis zum 16. Juni im französischen Evian stattfinden. Doch am 14. Juni feiert US-Präsident Donald Trump seinen 80. Geburtstag – und der Mann, der das Weiße Haus erneut erobert hat, weiß offenbar, wie man feiert. Eine "große UFC-Veranstaltung" hat er angekündigt, einen Kampf im Käfig, bei dem fast alles erlaubt ist. Bis zu 5000 Gäste werden auf dem South Lawn erwartet, wie UFC-Chef Dana White dem Sender CBS News bestätigte.

Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Die vermeintlich wichtigste Zusammenkunft westlicher Staats- und Regierungschefs wird verschoben, weil der amerikanische Präsident lieber zusieht, wie sich zwei Kämpfer in einem Oktagon prügeln. Und Macron? Der einst so selbstbewusste Europäer, der sich gerne als Gegenpol zu Trump inszenierte, fügt sich artig.

Die neue Weltordnung zeigt ihr wahres Gesicht

Das Büro von Emmanuel Macron erklärte diplomatisch verklausuliert, der neue Zeitplan sei "das Ergebnis von Konsultationen mit unseren G-7-Partnern". Eine bemerkenswerte Formulierung, die kaum verhüllen kann, wer hier den Ton angibt. Der Gipfel soll nun vom 15. bis zum 17. Juni stattfinden – einen Tag später, damit der amerikanische Präsident ungestört seinen Geburtstag mit Blut, Schweiß und Tränen im Käfig feiern kann.

Für viele Beobachter ist dieser Vorgang symptomatisch für die veränderten Machtverhältnisse in der westlichen Welt. Trump, der im Januar 2025 seine zweite Amtszeit antrat, hat mit seinen massiven Zollerhöhungen und seiner "America First"-Politik bereits deutlich gemacht, dass er auf europäische Befindlichkeiten wenig Rücksicht nimmt. Die 20-prozentigen Zölle auf EU-Importe sprechen eine deutliche Sprache.

Europa zwischen Anpassung und Ohnmacht

Während in Deutschland die neue Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz noch versucht, ihren außenpolitischen Kurs zu finden, demonstriert dieser Vorfall einmal mehr die Schwäche der europäischen Position. Statt geschlossen aufzutreten und auf dem ursprünglichen Termin zu bestehen, beugt man sich den Wünschen aus Washington.

Die Ironie der Geschichte: Ausgerechnet Macron, der sich stets als Verfechter europäischer Souveränität gerierte, muss nun klein beigeben. Ob die Gespräche in Evian dadurch konstruktiver verlaufen werden, darf bezweifelt werden. Denn eines hat dieser Vorfall unmissverständlich klargemacht – wer in der G-7 wirklich das Sagen hat, steht längst fest. Und er feiert seinen Geburtstag eben lieber mit einem Käfigkampf als mit seinen europäischen Partnern.

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