Kettner Edelmetalle
22.12.2025
16:45 Uhr

Machtkampf in der CDU: Kramp-Karrenbauer demĂŒtigt Merz bei Stiftungswahl

Es ist eine Ohrfeige, die sitzt. Ausgerechnet Annegret Kramp-Karrenbauer, jene Frau, die Friedrich Merz bereits 2018 den Parteivorsitz vor der Nase wegschnappte, triumphiert erneut ĂŒber den amtierenden Bundeskanzler. In einer historischen Kampfabstimmung setzte sich die frĂŒhere Verteidigungsministerin mit 28 zu 21 Stimmen gegen GĂŒnter Krings durch – den handverlesenen Wunschkandidaten von Merz. Die ehemalige saarlĂ€ndische MinisterprĂ€sidentin wird damit neue Vorsitzende der einflussreichen Konrad-Adenauer-Stiftung.

Ein beispielloser Vorgang in der Geschichte der Stiftung

Was diese Niederlage fĂŒr Merz besonders bitter macht: Zum ersten Mal in der Geschichte der CDU-nahen Stiftung musste der Vorsitz ĂŒberhaupt in einer offenen Abstimmung entschieden werden. Bislang wurden derartige Personalien stets im Konsens geregelt – ein ungeschriebenes Gesetz, das nun gebrochen wurde. Kramp-Karrenbauer folgt auf Norbert Lammert, der das prestigetrĂ€chtige Amt acht Jahre lang bekleidete und nicht erneut kandidierte.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist keine unbedeutende Einrichtung. Mit einem Jahresbudget von ĂŒber 200 Millionen Euro gehört sie zu den mĂ€chtigsten politischen Stiftungen Deutschlands. Ihre Vorsitzenden waren traditionell hochkarĂ€tige Unionspolitiker – von Hans-Gert Pöttering, dem frĂŒheren PrĂ€sidenten des EuropĂ€ischen Parlaments, bis eben zu Lammert.

Merz' taktisches Versagen

Wie konnte es zu dieser Blamage kommen? Die Antwort liegt im zögerlichen Agieren des Kanzlers. GĂŒnter Krings, Vorsitzender der nordrhein-westfĂ€lischen Landesgruppe im Bundestag, war bei der Kabinettsbildung leer ausgegangen. Der Stiftungsvorsitz sollte offenbar als Trostpflaster dienen – eine Kompensation fĂŒr den verpassten Ministerposten. Doch Merz wartete zu lange. Erst in letzter Minute instruierte er seinen GeneralsekretĂ€r Carsten Linnemann, fĂŒr Krings Stimmen zu sammeln. Vergeblich.

Das Erbe Merkels lebt weiter

FĂŒr kritische Beobachter ist diese Personalie mehr als nur eine innerparteiliche Machtprobe. Kramp-Karrenbauer gilt als treue Gefolgsfrau der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ihre Karriere – von der MinisterprĂ€sidentin ĂŒber die Parteivorsitzende bis zur Verteidigungsministerin – verdankt sie maßgeblich der Förderung durch Merkel. Dass ausgerechnet sie nun einen weiteren einflussreichen Posten besetzt, wĂ€hrend Merz' Kandidat scheitert, wirft Fragen auf.

Erinnern wir uns: Als Verteidigungsministerin hinterließ Kramp-Karrenbauer keine Glanzleistung. Die Bundeswehr, die sie angeblich sanieren sollte, befindet sich bis heute in einem desolaten Zustand. Kritiker verliehen ihr damals den wenig schmeichelhaften Spitznamen "Krampf-Schmarrenbauer". Nun also die Adenauer-Stiftung – ein Posten, der weniger operative Verantwortung, dafĂŒr aber erheblichen politischen Einfluss mit sich bringt.

Was bedeutet das fĂŒr die CDU?

Diese Niederlage offenbart die Bruchlinien innerhalb der Union. Friedrich Merz, der als Kanzler eigentlich die unumstrittene FĂŒhrungsfigur seiner Partei sein sollte, kann sich nicht einmal bei einer Stiftungswahl durchsetzen. Die alte Garde um Merkel behĂ€lt ihre Machtpositionen – und damit ihren Einfluss auf die strategische Ausrichtung der Partei.

FĂŒr viele konservative WĂ€hler, die sich von Merz eine echte Kurskorrektur erhofft hatten, ist dies ein weiteres Warnsignal. Die CDU scheint gefangen zwischen dem Anspruch auf Erneuerung und der RealitĂ€t einer Partei, in der die Netzwerke der Vergangenheit nach wie vor die FĂ€den ziehen. Ob Merz die Kraft aufbringt, sich aus diesem Geflecht zu befreien, bleibt abzuwarten. Die Abstimmung ĂŒber den Stiftungsvorsitz jedenfalls hat gezeigt: Der Kanzler ist in seiner eigenen Partei lĂ€ngst nicht so mĂ€chtig, wie er gerne wĂ€re.

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