
Lula und Modi schmieden Allianz: Der Globale SĂŒden formiert sich gegen die westliche Weltordnung
WĂ€hrend Europa mit sich selbst beschĂ€ftigt ist und die Vereinigten Staaten unter PrĂ€sident Trump eine aggressive Zollpolitik fahren, vollzieht sich auf der anderen Seite des Globus eine tektonische Verschiebung der geopolitischen KrĂ€fteverhĂ€ltnisse. Brasiliens PrĂ€sident Luiz InĂĄcio Lula da Silva weilt derzeit auf Staatsbesuch in Neu-Delhi â und die Agenda, die er im GepĂ€ck hat, dĂŒrfte so manchem westlichen Diplomaten schlaflose NĂ€chte bereiten.
KĂŒnstliche Intelligenz, Rohstoffe und das Ende der alten Ordnung
Auf Einladung von Premierminister Narendra Modi reiste Lula in die indische Hauptstadt, wo ein mehrtĂ€giges Programm auf die beiden Staatschefs wartet. Den Auftakt bildete ein Gipfel zu den Auswirkungen kĂŒnstlicher Intelligenz â ein Themenfeld, das lĂ€ngst nicht mehr nur im Silicon Valley entschieden wird. Am Samstag folgten dann die eigentlichen RegierungsgesprĂ€che, bei denen es um nichts Geringeres geht als die Neuordnung der globalen Machtarchitektur.
Das brasilianische AuĂenministerium Itamaraty lieĂ verlauten, die Vertiefung der strategischen Partnerschaft umfasse wirtschaftlich und technologisch hochsensible Bereiche: Handel und Investitionen, Verteidigung, Luftfahrt, digitale Technologien, Energiepolitik, kritische Mineralien sowie Gesundheit und Pharma. Eine bemerkenswert breite Palette, die zeigt, wie ernst es beiden Seiten mit der Emanzipation vom westlich dominierten System ist.
BRICS als Gegenpol zur westlichen Hegemonie
Brasilien und Indien gehören zu den GrĂŒndungsmitgliedern des BRICS-Staatenverbunds, der sich in den vergangenen Jahren rasant erweitert hat. Neben den ursprĂŒnglichen Mitgliedern Russland, China und SĂŒdafrika zĂ€hlen mittlerweile auch Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ăgypten, Ăthiopien und der Iran zum BĂŒndnis. Man muss kein Geostratege sein, um zu erkennen: Hier formiert sich ein Block, der den Anspruch erhebt, die Spielregeln der internationalen Politik mitzuschreiben â und zwar nicht mehr als Bittsteller, sondern auf Augenhöhe.
Besonders brisant ist die gemeinsame Forderung nach einer Reform des UN-Sicherheitsrats. Beide LĂ€nder drĂ€ngen seit Jahren darauf, dass der Globale SĂŒden stĂ€ndige Sitze in diesem mĂ€chtigsten Gremium der Vereinten Nationen erhĂ€lt. Eine Forderung, die in Washington, London und Paris traditionell auf taube Ohren stöĂt â die aber angesichts der wachsenden wirtschaftlichen Bedeutung dieser Staaten immer schwerer zu ignorieren sein dĂŒrfte.
Handelsvolumen wÀchst rasant
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Im Jahr 2025 war Indien bereits der fĂŒnftgröĂte Handelspartner Brasiliens mit einem bilateralen Handelsvolumen von 15,2 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich: Mit China, Brasiliens wichtigstem Einzelhandelspartner, lag das Volumen bei ĂŒber 150 Milliarden US-Dollar. Die Tendenz ist klar â der Handel zwischen den SchwellenlĂ€ndern boomt, wĂ€hrend Europa und die USA zunehmend an Bedeutung verlieren.
Parallel zu den bilateralen GesprĂ€chen laufen BemĂŒhungen, das PrĂ€ferenzhandelsabkommen zwischen dem sĂŒdamerikanischen Wirtschaftsblock Mercosur und Indien auszubauen. Resilientere Lieferketten, neue MĂ€rkte, weniger AbhĂ€ngigkeit vom Westen â so lautet die Devise. Lula wurde laut Itamaraty von einer hochrangigen Delegation aus Ministerinnen und Ministern sowie einer Unternehmensdelegation begleitet. Hier geht es nicht um symbolische Gesten, sondern um handfeste GeschĂ€fte.
Was bedeutet das fĂŒr Deutschland und Europa?
FĂŒr Deutschland sollte diese Entwicklung ein Weckruf sein. WĂ€hrend die neue GroĂe Koalition unter Friedrich Merz ein 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen auf den Weg bringt, das kommende Generationen mit Schulden belastet, und sich die politische Klasse in ideologischen GrabenkĂ€mpfen verliert, bauen andere Nationen pragmatisch an neuen Allianzen. Die BRICS-Staaten reprĂ€sentieren mittlerweile einen erheblichen Teil der Weltbevölkerung und der globalen Wirtschaftsleistung. Wer glaubt, die westlich geprĂ€gte Nachkriegsordnung lieĂe sich auf ewig konservieren, der irrt gewaltig.
Die AnnĂ€herung zwischen Brasilien und Indien ist dabei nur ein Mosaikstein in einem gröĂeren Bild. Die Welt wird multipolarer â ob Europa das wahrhaben will oder nicht. Und wĂ€hrend hierzulande ĂŒber Gendersprache und KlimaneutralitĂ€t bis 2045 debattiert wird, sichern sich andere Nationen den Zugang zu kritischen Rohstoffen, investieren in Zukunftstechnologien und schmieden BĂŒndnisse, die den geopolitischen Kompass des 21. Jahrhunderts neu ausrichten werden.
In Zeiten solch fundamentaler geopolitischer UmwĂ€lzungen und wachsender Unsicherheiten an den FinanzmĂ€rkten erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als verlĂ€sslicher Anker der Vermögenssicherung. Gold und Silber kennen keine geopolitischen Blöcke â sie sind universell anerkannte Wertaufbewahrungsmittel, die seit Jahrtausenden Bestand haben, ganz gleich, welche Weltordnung gerade herrscht.










