Kettner Edelmetalle
05.07.2026
17:06 Uhr

LNG-Rausch statt Energie-Souveränität: Deutschland macht sich zum Vasallen amerikanischer Gaslieferanten

LNG-Rausch statt Energie-Souveränität: Deutschland macht sich zum Vasallen amerikanischer Gaslieferanten

Während im Nahen Osten die Raketen fliegen und die Straße von Hormus zum geopolitischen Nadelöhr wird, feiert man in Berlin still und leise einen fragwürdigen Erfolg: Der Anteil des über deutsche LNG-Terminals importierten Erdgases steigt und steigt. Doch was auf den ersten Blick nach kluger Diversifizierung aussieht, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als das, was es wirklich ist – eine neue, teure Abhängigkeit.

Die Zahlen: Ein Trend mit Beigeschmack

Nach Angaben der Bundesnetzagentur erreichte der LNG-Anteil an den gesamten deutschen Gasimporten im ersten Halbjahr rund zwölf Prozent. Zum Vergleich: 2025 seien es noch rund zehn Prozent gewesen, 2024 gar erst acht Prozent. Von insgesamt etwa 551 Terawattstunden importiertem Gas kamen demnach rund 67 Terawattstunden als verflüssigtes Erdgas per Schiff an – nach lediglich 39 Terawattstunden im Vorjahreszeitraum.

Die Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Sassnitz mausern sich damit zu tragenden Säulen der deutschen Energieversorgung. Nur: Zu welchem Preis?

Iran-Konflikt trifft Katar – Deutschland zuckt kaum

Der eskalierende Iran-Konflikt hat die katarische LNG-Produktion und den Handelsweg durch die Straße von Hormus empfindlich gestört. Durch diese Meerenge werden normalerweise rund zwanzig Prozent des weltweiten Flüssigerdgases geschleust. Ein Ausfall dieser Dimension müsste eigentlich jede exportabhängige Industrienation in Alarmbereitschaft versetzen.

Doch die Bundesnetzagentur gab sich betont gelassen. Gas vom Persischen Golf spiele für die deutsche Versorgung keine wesentliche Rolle, hieß es, da Deutschland seine LNG-Lieferungen derzeit aus den USA beziehe. Und genau hier liegt der Hund begraben.

Wer sich aus einer Abhängigkeit befreien will, indem er sich in die nächste begibt, hat aus der Vergangenheit rein gar nichts gelernt.

Vom russischen Regen in die amerikanische Traufe

Erinnern wir uns: Jahrelang hing Deutschland am Tropf des billigen russischen Pipeline-Gases. Nach dem Bruch mit Moskau sollte alles besser werden – souveräner, unabhängiger, sicherer. Was ist daraus geworden? Statt günstiger Pipeline-Energie kauft die Bundesrepublik nun teures amerikanisches Fracking-Gas, verflüssigt, um die halbe Welt verschifft und mit einem gewaltigen ökologischen wie finanziellen Fußabdruck versehen.

Man stelle sich die Ironie vor: Dieselben politischen Kräfte, die das umweltschädliche Fracking im eigenen Land vehement ablehnen, haben nichts dagegen, das Gas aus genau diesem Verfahren über den Atlantik zu importieren. Die Doppelmoral könnte kaum offensichtlicher sein.

Ein energiepolitisches Kartenhaus

Die weltweite Verflüssigungsmenge habe im Mai 2026 bereits wieder das Vorjahresniveau erreicht oder sogar leicht übertroffen, so die Behörde beschwichtigend. Doch was passiert, wenn Präsident Trump in seiner zweiten Amtszeit – bekannt für seine harte Zollpolitik und sein transaktionales Verständnis internationaler Beziehungen – den Gashahn als politisches Druckmittel entdeckt? Deutschland hätte sich dann von einem Abhängigkeitsverhältnis ins nächste manövriert.

Eine wirklich souveräne Energiepolitik sähe anders aus. Sie würde auf Vielfalt setzen, auf technologieoffene Lösungen, auf verlässliche und bezahlbare Grundlastversorgung – statt ideologiegetriebene Verbote mit teuren Notimporten zu kaschieren. Der deutsche Bürger und die deutsche Industrie zahlen am Ende die Zeche für diese energiepolitische Kurzsichtigkeit.

Was bleibt: Sachwerte als Fels in der Brandung

In Zeiten, in denen die Energieversorgung zum geopolitischen Spielball wird, die Inflation durch schuldenfinanzierte Milliardenprogramme weiter angeheizt wird und die Verlässlichkeit von Lieferketten schwindet, gewinnt die Frage nach echter Vermögenssicherung an Bedeutung. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie unabhängig von politischen Wirren und Energiekrisen ihren Wert bewahren. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen können sie ein Anker sein, den keine Straße von Hormus blockieren und kein Politiker per Federstrich entwerten kann.


Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier geäußerten Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für steuerliche oder rechtliche Fragen wenden Sie sich bitte an einen entsprechenden Fachberater – wir bieten weder Steuer- noch Rechtsberatung an.

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