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18.01.2026
14:24 Uhr

Linksextreme Vulkangruppe: 15 Jahre Terror und der Staat schaut zu

Linksextreme Vulkangruppe: 15 Jahre Terror und der Staat schaut zu

Dreizehn AnschlĂ€ge in knapp fĂŒnfzehn Jahren, zehntausende betroffene Haushalte, MillionenschĂ€den – und nicht eine einzige Festnahme. Die Bilanz der Ermittlungsbehörden im Kampf gegen die linksextreme „Vulkangruppe" liest sich wie ein Armutszeugnis staatlicher HandlungsfĂ€higkeit. Nun will Bundesinnenminister Alexander Dobrindt mit einer GeldprĂ€mie fĂŒr Hinweise aus der Bevölkerung das Ruder herumreißen. Doch kommt diese Initiative nicht reichlich spĂ€t?

Dobrindt setzt auf das Portemonnaie der BĂŒrger

Nach dem jĂŒngsten Sabotageakt auf die Berliner Stromversorgung Anfang Januar 2026, bei dem bis zu 45.000 Haushalte und rund 2.200 Unternehmen tagelang ohne Strom auskamen, greift der CSU-Politiker zu einem bewĂ€hrten Mittel: Geld. Eine Belohnung im sechs- oder gar siebenstelligen Bereich soll neue Impulse fĂŒr die seit Jahren ergebnislos verlaufende Fahndung bringen.

„Ich finde es schlichtweg nicht akzeptabel, dass der Staat an manchen Stellen immer noch blind ist gegenĂŒber Extremisten", erklĂ€rte Dobrindt bei der Jahrestagung des Deutschen Beamtenbundes. Man wolle mit „den gleichen Mitteln zurĂŒckschlagen" und die Ermittlungsbefugnisse erhöhen. Zudem kĂŒndigte er eine personelle Aufstockung des Verfassungsschutzes an.

Eine erschreckende Chronik des Versagens

Die Liste der AnschlĂ€ge, die das Bundesinnenministerium auf Anfrage zusammenstellte, offenbart das ganze Ausmaß des Problems. Seit dem 23. Mai 2011 verĂŒbte die Vulkangruppe ausschließlich BrandanschlĂ€ge – auf Baustellen, Gleisanlagen, KabelschĂ€chte, Sendemasten und Stromversorgungseinrichtungen. Der Angriff auf einen Strommast in GrĂŒnheide im MĂ€rz 2024 legte sogar die Produktion des Tesla-Werkes fĂŒr eine ganze Woche lahm.

Besonders brisant: Über die Strukturen der Gruppierung wissen die Behörden nach eigenen Angaben praktisch nichts. Die Formulierung des Ministeriums, wonach sich „Vulkangruppen" zu den Taten bekannt hĂ€tten, deutet auf eine völlig unklare Personenlage hin. Wie viele TĂ€ter agieren? Unbekannt. Welchen monetĂ€ren Schaden die AnschlĂ€ge verursacht haben? LĂ€sst sich angeblich nicht beziffern.

AfD spricht Klartext: Systemisches Versagen

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Hess fand in der Bundestagssitzung vom 14. Januar deutliche Worte. Er bezeichnete die Tatsache, dass es innerhalb von fast fĂŒnfzehn Jahren keine Verhaftungen oder Anklagen gegeben habe, als „sicherheitspolitischen Skandal". Die AfD habe „vor genau dieser Entwicklung" wiederholt gewarnt und unzĂ€hlige AntrĂ€ge zur intensiveren BekĂ€mpfung des Linksextremismus eingebracht – die von den etablierten Parteien allesamt abgelehnt worden seien.

„Der Anschlag hat ein systemisches Versagen des Staates auf erschreckende Weise offengelegt."

Die wirre Ideologie der Brandstifter

Das Bekennerschreiben der Vulkangruppe, veröffentlicht auf der linksextremen Plattform „indymedia", gewĂ€hrt Einblicke in die krude Gedankenwelt der TĂ€ter. „Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten", heißt es dort. Die Erde werde „ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört". Den Anschlag bezeichnen die Verfasser zynisch als „gemeinwohlorientierte Aktion" und „Akt der Notwehr".

Bei den „weniger wohlhabenden Menschen", die vom Stromausfall betroffen waren, entschuldige man sich – eine Verhöhnung der Opfer, die tagelang ohne Heizung und Strom ausharren mussten. Dass man „zu jedem Zeitpunkt die GefĂ€hrdung von Menschenleben ausgeschlossen" habe, klingt angesichts der RealitĂ€t wie blanker Hohn.

Ein Staat, der mit zweierlei Maß misst

Die jahrelange Erfolglosigkeit der Behörden wirft unbequeme Fragen auf. WĂ€hrend der „Kampf gegen Rechts" mit MillionenbetrĂ€gen gefördert wird, scheint der Linksextremismus in Deutschland ein Schattendasein zu fĂŒhren – zumindest was die Aufmerksamkeit der Sicherheitsbehörden betrifft. Experten beschreiben die Vulkangruppe als klandestine Bewegung aus Anarchisten, Technologie- und IT-Experten, die radikale Ideologie mit wissenschaftlichem Know-how verbinde.

Ob Dobrindts GeldprĂ€mie nun den Durchbruch bringt, bleibt abzuwarten. Eines steht jedoch fest: Nach fĂŒnfzehn Jahren des Wegsehens und Versagens ist es höchste Zeit, dass der Staat seine BĂŒrger endlich vor linksextremem Terror schĂŒtzt – mit der gleichen Entschlossenheit, die er bei anderen Formen des Extremismus an den Tag legt.

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